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02.02.2013, 4481 Zeichen

(Von: Tim Schaefer, Bilder von Tim Schäfer unter http://www.finanzmarktfoto.at/search/schäfer)

Ich rate Ihnen, beim CIA vorbeizuschauen. Eine spannende Datenbankhat der amerikanische Geheimdienst aufgebaut. Rufen Sie mal auf dem Link Deutschland auf. Wir haben 81.305.856 Einwohner. Unsere Todesrate überwiegt mit 11,04 Fällen die Zahl der Geburten mit 8,33 Fällen pro 1.000 Menschen. Sprich, Deutschland schrumpft.

Laut dem Geheimdienst verlieren wir 0,2 Prozent der Bevölkerung. Ich finde das heftig. Rechnen Sie mal nach. Das sind 162.611 Menschen, die jedes Jahr verschwinden. Stellen Sie sich das so vor, als ob jedes Jahr eine mittelgroße Stadt wie Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) verschwindet.

Ich finde eine solche Entwicklung alarmierend. Denken Sie an die Sozialsysteme. Denken Sie an die Rentenkasse. Langfristig funktioniert das Umlagesystem nicht mehr. Jedenfalls muss die staatliche Rentenversorgung auf lange Sicht sinken. Deutschland vergreist, im Schnitt sind wir 45,3 Jahre alt.

Vergleichen Sie das mit den USA: Die Bevölkerung wächst dort um 0,9 Prozent per annum (anstatt zu schrumpfen). Das ist gesund. Das Durchschnittsalter der Amis ist mit 37,1 Jahren viel vitaler.

Sie wissen ja, dass junge Menschen mehr konsumieren und daher gut für die Wirtschaft sind.

Länder wie Deutschland oder Japan leiden unter einem Methusalemproblem. Die Japaner sind mit 45,4 Jahren nur einen Tick älter als der Deutsche Michel. Senioren brauchen weniger Wohnraum, Senioren fahren alte Autos (wenn überhaupt). Ohne Geburtenzunahme und Zuwanderung trocknet ein Volk langsam aus.

Ich möchte Ihnen keine Angst einjagen. Eine Regierung kann mit einer liberalen Einwanderungspolitik einen negativen Bevölkerungstrend schnell umkehren. Aber machen Sie sich trotzdem Gedanken um Ihre gesetzliche Rente, um Ihr Alter. Sorgen Sie ausreichend in jungen Jahren vor. Wir können die politischen Entscheidungen in Berlin als Individuum nicht steuern. Was wir steuern können, ist unsere eigene Vorsorge.
Vor 100 oder 500 Jahren sorgten die Kinder für Ihre Eltern. Je mehr Nachwuchs die Eltern hatten, desto besser ging es ihnen im Alter. Eine große Familie war vergleichbar mit der heutigen Rentenversicherung. Im reichen Westen ist es aber nicht mehr schick, Kinder aufzuziehen. Je reicher eine Nation, desto weniger Nachwuchs hat sie. Jeder scheint sein eigenes Leben führen zu wollen. In Metropolen wie New York dominieren bald die Singles.

Mir geht es nicht darum, endlosen Reichtum anzuhäufen, sondern nur ein gutes Polster für die Rente zu haben. Das Ziel sollte sein, vernünftig zu sparen. Handeln Sie rational. Schauen Sie sich einfach die Fakten an. Solche Statistiken sind eine gute Informationsbasis. Die negative Altersentwicklung kann kein Politiker leugnen.

Ich möchte nicht verschweigen, dass es auch positive Signale bei der Zuwanderung gibt.

Grundsätzlich wissen wir indes nicht, was wir in 30 Jahren von der Rentenkasse erhalten werden.

Mit Blick auf die Investmentauswahl gilt: Versuchen Sie erst gar nicht, das „beste Investment“ beziehungsweise „die stärkste Aktie der Welt“ zu finden. Denn die gibt es nicht. Suchen Sie eher nach vernünftigen, soliden Unternehmen.

Suchen Sie gute Dividendenzahler und halten Sie an diesen fest. So können Sie sich ein passives Einkommen aufbauen (Dividenden). Jetzt ist die Börse schon gut gelaufen. Der Dow-Jones- und der S&P-500-Index befinden sich fast auf Allzeithoch. Seien Sie also etwas vorsichtiger.

Extrem interessant wird es mit dem Aktiensparen immer dann, wenn wir uns in einer Krise, Crash, Rezession befinden. In solchen kritischen Phasen, wenn die Angst überwiegt, sollten Sie Ihre Sparrate an der Börse massiv hochfahren. Derzeit würde ich die Sparrate eher runterfahren. Nach wie vor ist die Börse zum Geldanlegen ein guter Platz auf lange Sicht. Aber für eine Euphorie ist es zu spät. Das war im Jahr 2009 der Fall, als die Kurse bebten.

Passen Sie bei Immobilien auf. Das sieht in Westeuropa nach einer gefährlichen Blasenbildung aus. Wie lange der Boom beim Betongold noch anhält, das kann niemand vorhersehen. Das kann noch Jahre laufen. Aber es muss irgendwann zu einer Korrektur kommen. In deutschen Großstädten können die Quadratmeterpreise nicht endlos um zehn Prozent pro Jahr explodieren. Jede Party endet irgendwann. Spätestens wenn die Leitzinsen anziehen, wird sich die Nachfrage nach Hypotheken abkühlen.

Fazit: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das gilt für die Rente, für Aktien, für Wohnraum - für alles.


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