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24.06.2013, 2713 Zeichen

 Sehr geehrte Privatanleger,

immer häufiger höre ich das Argument, dass der DAX nun seine alten Höchststände aus den Jahren 2000 und 2007 überschritten habe. „Ich nehme jetzt erst einmal Geld vom Tisch“, heißt es dann.

Das ist wieder ein Beispiel für recht dummes Denken auf erster Ebene. Keinerlei Logik, nur Kursdaten der Vergangenheit. Die verhaltenswissenschaftliche Finanzforschung nennt das „Availability Bias“ – Verfügbarkeitsvorurteil. Wir nehmen nicht die Daten und Fakten, die wirklich wichtig sind, sondern die, die wir gerade zur Verfügung haben. Und das sind im Fall des DAX zuerst einmal die Kursdaten.

Bei gut 8.000 Punkten ist der DAX keinesfalls überbewertet. Obwohl der DAX im Jahr 2000 ebenfalls 8.000 Punkte kostete, war er damals bestenfalls 4.000 Punkte „wert“, also um mindestens 100 Prozent überbewertet. In den dazwischen liegenden Jahren haben die DAX-Unternehmen Umsatz und Gewinne massiv und nachhaltig gesteigert. Schon bei einer Gewinnsteigerung von 5,4 Prozent p.a. würden die Gewinne über diesem Zeitraum um 100 Prozent steigen. Das haben die DAX-Unternehmen trotz der Rezessionen 2003 und 2009 locker erreicht. Der heutige DAX ist also 8.000 bis 8.500 Punkte wert.

Denken Sie noch einmal darüber nach: eine Gewinnsteigerung von durchschnittlich 5,4 Prozent pro Jahr hat gereicht, den DAX von einer massiven Überbewertung bei 8.000 Punkten im Jahr 2000 auf eine faire Bewertung heute zu heben. Das ist die Macht des Zinseszinses und das Wunder der kleinen Schritte.

Und nun zeige ich Ihnen doch einmal einen Chart.

Sie wissen, wie skeptisch ich bei Kursmustern bin. Dennoch finde ich es bemerkenswert am DAX-Chart, dass die Tiefs seit 2003 immer ein deutliches Stück höher lagen. Da ich keine Chartanalyse mache, weiß ich nicht, wie man das nennt. Unterstützungslinie vielleicht? Dreieck? 

Aber ich weiß, dass der DAX mehr oder weniger kontinuierlich im Wert gestiegen ist. Die steigende Linie bei den Tiefs weist darauf hin. Einen erneuten Absturz unter 6.000 Punkte halte ich daher für sehr unwahrscheinlich.

Auch in einem fair bewerteten Index wie dem DAX lassen sich noch einzelne unterbewertete Titel finden. Die Aktienmärkte unserer Nachbarn Österreich, Holland und Belgien sind allerdings alle deutlich unterbewertet. Das war auch im ersten Makro-Report zu sehen, den wir Ihnen vor einiger Zeit als zusätzlichen Service gesandt haben.

Wir sind für Sie in diesen Märkten dabei: voestalpine (WKN: 897200), PostNL (WKN: A1JJQC), Nutreco (WKN: A1T71Q), Wienerberger (WKN: 852894), Verbund (WKN: 877738),  mobistar (WKN: 916424), KPN (WKN: 890963) und TNT Express (WKN: A1JJP8) sind nur einige der vielen Möglichkeiten, die sich bieten. 

Ihr

Prof. Dr. Max Otte

 



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1. Max Otte, http://www.privatinvestor.de . Hier mit einem Bild aus 2002, als Max Otte und ich eine lässige Wette laufen hatten.

Aktien auf dem Radar:Telekom Austria, AT&S, Flughafen Wien, Amag, CPI Europe AG, voestalpine, Oberbank AG Stamm, Verbund, OMV, CA Immo, Zumtobel, Polytec Group, Rosenbauer, Semperit, BKS Bank Stamm, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Allianz, Rheinmetall, Continental, Porsche Automobil Holding, Fresenius Medical Care, Fresenius, Zalando, Deutsche Boerse, Brenntag, adidas, Commerzbank, Infineon, MTU Aero Engines, SAP.


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Die Kathrein Privatbank AG mit Sitz in Wien wurde 1924 von Carl Kathrein gegründet und zählt zu den führenden Privatbanken im deutschsprachigen Raum. Ihre Kernkompetenz liegt in der Verwaltung von privatem, unternehmerischem und institutionellem Vermögen sowie dem Vermögen von Privatstiftungen. Als Tochter der Raiffeisen Bank International AG bietet die Privatbank die Vorteile eines flexiblen, eigenständigen sowie serviceorientierten Instituts und die Sicherheit einer stabilen, internationalen Bankengruppe.

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    24.06.2013, 2713 Zeichen

     Sehr geehrte Privatanleger,

    immer häufiger höre ich das Argument, dass der DAX nun seine alten Höchststände aus den Jahren 2000 und 2007 überschritten habe. „Ich nehme jetzt erst einmal Geld vom Tisch“, heißt es dann.

    Das ist wieder ein Beispiel für recht dummes Denken auf erster Ebene. Keinerlei Logik, nur Kursdaten der Vergangenheit. Die verhaltenswissenschaftliche Finanzforschung nennt das „Availability Bias“ – Verfügbarkeitsvorurteil. Wir nehmen nicht die Daten und Fakten, die wirklich wichtig sind, sondern die, die wir gerade zur Verfügung haben. Und das sind im Fall des DAX zuerst einmal die Kursdaten.

    Bei gut 8.000 Punkten ist der DAX keinesfalls überbewertet. Obwohl der DAX im Jahr 2000 ebenfalls 8.000 Punkte kostete, war er damals bestenfalls 4.000 Punkte „wert“, also um mindestens 100 Prozent überbewertet. In den dazwischen liegenden Jahren haben die DAX-Unternehmen Umsatz und Gewinne massiv und nachhaltig gesteigert. Schon bei einer Gewinnsteigerung von 5,4 Prozent p.a. würden die Gewinne über diesem Zeitraum um 100 Prozent steigen. Das haben die DAX-Unternehmen trotz der Rezessionen 2003 und 2009 locker erreicht. Der heutige DAX ist also 8.000 bis 8.500 Punkte wert.

    Denken Sie noch einmal darüber nach: eine Gewinnsteigerung von durchschnittlich 5,4 Prozent pro Jahr hat gereicht, den DAX von einer massiven Überbewertung bei 8.000 Punkten im Jahr 2000 auf eine faire Bewertung heute zu heben. Das ist die Macht des Zinseszinses und das Wunder der kleinen Schritte.

    Und nun zeige ich Ihnen doch einmal einen Chart.

    Sie wissen, wie skeptisch ich bei Kursmustern bin. Dennoch finde ich es bemerkenswert am DAX-Chart, dass die Tiefs seit 2003 immer ein deutliches Stück höher lagen. Da ich keine Chartanalyse mache, weiß ich nicht, wie man das nennt. Unterstützungslinie vielleicht? Dreieck? 

    Aber ich weiß, dass der DAX mehr oder weniger kontinuierlich im Wert gestiegen ist. Die steigende Linie bei den Tiefs weist darauf hin. Einen erneuten Absturz unter 6.000 Punkte halte ich daher für sehr unwahrscheinlich.

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