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09.07.2013, 3136 Zeichen

 ( Rudolf Brenner, Philoro - Bilder des Autors HIER, Goldbilder allg. HIER)

GOLD 

In der vergangenen Woche verzeichnete Gold auf Eurobasis ein Plus von 0,44 %, in USD ein Minus von 0,91 %.

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Der Cantillon-Effekt: die ungleiche Verteilung von neu geschaffenem Geld

Der Cantillon-Effekt beschreibt die ungleichmäßige Verteilung von neu geschaffenem Geld. Der irische Banker Richard Cantillon war der Ökonom der diese Tatsache als erster erkannte. Neu geschaffenes Geld wird weder gleichmäßig noch gleichzeitig auf die Bevölkerung verteilt. Weiters untersuchte er die Auswirkungen von Geldmengenerweiterung auf das allgemeine Preisniveau und stellte fest, dass jede neue geschaffene Geldeinheit unterschiedlich stark und schnell das Preisniveau beeinflusst. Die beiden Erkenntnisse bedeuten, dass eine gewisse Schicht von Geldnutzern von der Teuerung profitiert andere hingegen davon benachteiligt werden. Die Geldausweitung ist im Gegensatz zu der Grundauffassung der Keynesianer und der Monetaristen niemals neutral sondern bevorzugt Marktteilnehmer die das Geld früh erhalten und in Sachwerte tauschen. Es findet ein Vermögenstransfer von späten zu frühen Geldnutzern statt, da Erstere erst dann Zugang zu der Geldmengenausweitung erhalten, nachdem das Preisniveau bereits angestiegen ist. In der kürzlich erschienen Studie „In Gold we Trust“ wurde der Cantillon-Effekt wie folgt beschrieben: „Friedrich August von Hayek verglich den Cantillon-Effekt mit dem Gießen von Honig in eine Untertasse. Der Honig verteilt sich nur langsam von der Mitte hin nach außen. Auch die Preise steigen nicht gleichmäßig. So sind die Preisniveaus beispielsweise in Städten höher, die von Geldmengeninflation profitieren. Auf globaler Basis bedeutet dies, dass der Emittent der Weltleitwährung – in diesem Falle der Dollar – am stärksten von der Inflationierung profitiert und der größte Nutznießer des Cantillon- Effektes ist.

Die ungleiche Einkommensverteilung verstärkt sich immer weiter und führt mittlerweile zu wachsenden sozialen Spannungen. Zwischen 1979 und 2011 stieg das durchschnittliche Haushalteinkommen um 64%, während das Einkommen der obersten 1% der Haushalte um knapp 300% anstieg und das Einkommen des untersten Quintils nur um 18% wuchs. Diese stark steigende Konzentration von Vermögen erkennt man anhand des GINI- Koeffizienten, der in vielen Ländern bereits Höchstwerte erreicht hat. Dies bedeutet, dass die Extreme am unteren und oberen Ende der Einkommensskala immer ausgeprägter werden, während die klassische Mittelschicht an Bedeutung verliert. So liegt der GINI-Koeffizient in den USA beispielsweise auf dem gleichen Niveau wie in den 1920-er Jahren vor der Großen Depression. Dies ist kein Zufall, denn der normale Umgang des Kapitalismus mit einer solchen Konzentration von Vermögen ist normalerweise eine bereinigende Finanzkrise. Nachdem sich im Zuge von „too big to fail“ der moral hazard verstärkt hat, hat das Momentum der Umverteilung nun hingegen noch weiter zugenommen.




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