24.03.2014, 2495 Zeichen
Sehr geehrte Privatanleger,
wir betreiben unser Geschäft mit den normalen Instrumenten des Value Investors: der Analyse der Bilanzen und des strategischen Umfelds eines Unternehmens. Mit dem Management von Unternehmen sprechen wir so gut wie nie – denn wir wissen, dass das Management uns eh nur das erzählen würde, was es uns erzählen will.
Ob ein Management transparent und ehrlich ist, bekommen wir auch heraus, wenn wir uns die Geschäftsberichte verschiedener Jahre anschauen und vergleichen. Besonders gerne haben wir natürlich Unternehmen, in denen die Eigentümerfamilie noch eine Rolle spielt, wie zum Beispiel BMW (WKN: 519003), Henkel (WKN: 604843), Beiersdorf (WKN: 520000), Sixt (WKN: 723132) und etliche andere.
Dennoch kommt es vor, dass für Unternehmen, die wir Ihnen vorgestellt haben, von Branchenunternehmen oder Insidern Übernahmeangebote ausgesprochen werden. In den letzten Jahren waren das unter anderem TNT Express (WKN: A1JJP8), Celesio (WKN: CLS100), Rhön-Klinikum (WKN: 704230) und aktuell in dieser Woche Boursorama (WKN: 936133) und JD Group (WKN: 875557). Die beiden letzteren befinden sich im Max Otte Vermögensbildungsfonds (WKN: A1J3AM3).
Über JD Group hatte ich an dieser Stelle bereits geschrieben. Eine südafrikanische Handelskette, die in der letzten Zeit stark abgestraft wurde. Im Frühjahr 2013 stieg Steinhoff Holdings (WKN: 916484) bei dem Unternehmen ein. Wir hatten JD Ende letzten Jahres als Kaufgelegenheit bei gut 2 Euro erwähnt. Dann soff die Aktie bis auf zeitweilig 1,31 Euro ab. Im Max Otte Vermögensbildungsfonds (WKN: A1J3AM3), wurde gelegentlich nachgekauft und verbilligt, denn die Aktie ist deutlich mehr als 2 Euro wert.
Nun hat Steinhoff ein Übernahmeangebot in Aktien für JD Group gemacht, das umgerechnet derzeit etwa bei 1,80 Euro liegt. Wer bei über 2 Euro gekauft und nicht verbilligt hat, wird einen Verlust erleiden, weil Steinhoff uns in unser Investment „reingegrätscht“ ist und die niedrigen Börsenkurse genutzt hat. Unschön, aber beim besten Willen weder vorherzusehen noch zu ändern.
So ist es, wenn Brancheninsider extrem niedrige Börsenkurse zu einem Überraschungscoup nutzen.
In Summe haben wir aber mit den Unternehmen, die übernommen wurden, prächtig verdient. Auch scheint die Steinhoff-Aktie, mit der Inhaber von JD-Aktien bezahlt werden, haltenswert. Wir werden das genauer prüfen und Ihnen in der nächsten Woche unsere Analyseergebnisse präsentieren.
Auf gute Investments,
Ihr
Prof. Dr. Max Otte
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Max Otte
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