04.04.2014, 1475 Zeichen
Der europäische Autoabsatz ist im Februar den sechsten Monat in Folge gestiegen. Die Branche scheint sich langsam aus der Talsohle herauszuarbeiten, in der sie sich nun sechs lange Jahre befand. Die Autohersteller ihrerseits haben auf die verminderte Nachfrage mit Produktionskürzungen reagiert, die aber dennoch nicht ausgereicht haben, um eine einigermaßen gute Auslastung der Produktionsstätten zu erreichen. Und es gibt ein weiteres schwerwiegendes Problem: Preisnachlässe sollen der schwachen Nachfrage auf die Sprünge helfen. In Deutschland beispielsweise sind die durchschnittlichen Abschläge gegenüber dem Listenpreis von 11 % im Jänner auf 11,7 % im Februar angestiegen. Solche Aktionen verfehlen zwar ihre Wirkung nicht, aber sie sind ein zweischneidiges Schwert. Denn es bleibt die Frage, ob die Absatzsteigerung nicht um einen (zu) hohen Preis erkauft wird. In den USA boomte der Autoabsatz im Jahr 2009 auch, dennoch mussten einige Hersteller (GM!) in der Folge Zahlungsunfähigkeit anmelden, da die Preisnachlässe, die den Absatz angekurbelt hatten, die Profitabilität abwürgten. Angesichts solcher Rahmenbedingungen sind einige Experten der Meinung, für eine Entwarnung im europäischen Autosektor sei es zu früh. Aber immerhin: die Anzahl der Fahrzeuge, die zwischen drei und fünf Jahre alt sind und daher jetzt ausgetauscht werden sollen, liegt auf einem neuen Rekord. Damit sind die Voraussetzungen für eine Erholung also durchaus gegeben.
(Monika Rosen)
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