05.10.2018, 3509 Zeichen
Ausländische Investoren beherrschen deutschen Markt für Logistikimmobilien - Preisanstieg lässt Profite schmelzen / Steigender Bedarf und knappes Angebot lassen Kaufpreise steigen und Renditen fallen Darmstadt (ots) - Der Markt für Logistikimmobilien befindet sich im Wandel: Steigende Kaufpreise haben sinkende Gewinnspannen und das geringe Angebot ein sinkendes Transaktionsvolumen zur Folge. So haben die Spitzenrenditen für Logistikimmobilien in Deutschland und der Schweiz im vergangenen Jahr die Fünf-Prozent-Hürde nach unten durchbrochen. Der österreichische Markt liegt nur knapp über der Schwelle. Gründe für diese Entwicklung sind eine stärkere Sensibilität für den Verbrauch von Neubauflächen aufseiten der Politik sowie die Konkurrenz durch den Wohnungsbau in citynahen Lagen. Mittelfristig werden Logistikimmobilien in der DACH-Region aber wegen des Trends zur Lieferung am Tag der Bestellung weiter in der Nähe der wachsenden Großstädte gesucht. Um trotz hoher Grundstückspreise ein profitables Geschäft zu ermöglichen, werden Logistikimmobilien in Zukunft zweigeschossig oder unterkellert gebaut und so die Flächenausnutzung maximiert werden. Dies sind Ergebnisse des aktuellen "Marktreport Logistikimmobilien" von Arcadis.
Laut Einschätzung der Logistik-Experten von Arcadis haben die Spitzenrenditen für moderne deutsche Logistikimmobilien in sehr guten Lagen 2017 die Fünf-Prozent-Marke nach unten durchbrochen und liegen nur noch bei 4,5 Prozent. Noch geringer fiel die Zahl mit 4,2 Prozent in der Schweiz aus, während Investoren in Österreich mit 5,5 Prozent noch etwas mehr profitierten. Dennoch ist der deutsche Markt für Logistikimmobilien bei ausländischen Geldgebern besonders beliebt. Ihr Anteil machte im vergangenen Jahr 73 Prozent aus, während deren Zahl in der Schweiz lediglich bei 17 Prozent und in Österreich bei 27 Prozent lag. Den größten Anteil unter den ausländischen Investoren in Deutschland stellen Geldgeber aus China mit einem Anteil von 30 Prozent, gefolgt von den Vereinigten Staaten (23 Prozent) und Großbritannien (18 Prozent). "Für ausländische Anleger ist der deutsche Markt für Logistikimmobilien vor allem aufgrund der wirtschaftlichen Stabilität und des noch vergleichsweise großen Angebots an Objekten interessant. Dieses Angebot wird nun allerdings zunehmend kleiner", sagt Marcus Herrmann, CEO von Arcadis Europe Central. Neuerschließungen von Industrie- und Gewerbeflächen an Stadtgrenzen werden aus ökologischer und sozialer Sicht zunehmend kritisch gesehen und staatlich immer stärker reguliert - und Logistikimmobilien erfordern für Lagerkapazitäten besonders große Flächen. Zudem konkurrieren Gewerbeinteressen gerade in Ballungszentren zunehmend mit Plänen zur Schaffung neuen Wohnraums, da der Zuzug in die Großstädte ungebrochen ist.
"Mittelfristig werden Logistikimmobilien weiter in der Nähe der Großstädte stark nachgefragt werden, damit Pakete noch am selben Tag ausgeliefert werden können", sagt Heike Henrich, Director of Business Advisory bei Arcadis. Das Potenzial für städtische Nachverdichtung ist in den letzten Jahren jedoch schon zum großen Teil ausgenutzt worden. Durch Recycling brachliegender Industrie- beziehungsweise Gewerbeimmobilien könnten aber noch neue Logistikflächen erschlossen werden. Außerdem wird die Verbesserung der Flächenausnutzung immer wichtiger.
In Österreich ging das Marktvolumen im Vorjahr um 22 Prozent auf 390 Millionen Euro zurück. In der Mitte lag das Volumen einer Transaktion dort bei 11,7 Millionen Euro.
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