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„Investoren setzen heute mehr denn je auf digitale Geschäftsmodelle“

28.12.2018

US-Konzerne dominieren die Weltbörsen stärker denn je: Die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt kommen aus den Vereinigten Staaten, und von den 100 global höchstbewerteten Unternehmen haben deutlich mehr als die Hälfte (57) ihren Sitz in Nordamerika. Nur 22 stammen aus Europa, 21 Unternehmen kommen aus Asien und dem pazifischen Raum. Das sind Ergebnisse einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, die die Marktkapitalisierung der 100 bzw. 300 am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit untersucht.

Die US-amerikanischen Unternehmen vereinen mit knapp 11,5 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung – sieben Prozent mehr als vor einem Jahr – etwa 63 Prozent des Gesamtvolumens auf sich. Die asiatischen Unternehmen verloren hingegen nach einem starken Vorjahr 15 Prozent an Wert. Sie repräsentieren derzeit 19 Prozent der Gesamtmarktkapitalisierung der Top 100. Die europäischen Unternehmen haben in Summe zehn Prozent verloren und vereinen aktuell 16 Prozent des Gesamtwerts der Top 100 auf sich. Insgesamt beträgt der Börsenwert der 100 teuersten Unternehmen der Welt zum Jahresende 18,1 Billionen US-Dollar - das sind neun Prozent bzw. 1,8 Billionen US-Dollar weniger als vor einem Jahr.

Einen Wechsel gab es an der Spitze des Rankings: Apple verlor 17 Prozent an Wert und rutschte im Vergleich zum Jahresende 2017 vom ersten auf den zweiten Platz. Microsoft rückte hingegen vom dritten auf den ersten Platz vor. Der Softwarekonzern konnte seinen Börsenwert binnen eines Jahres um 14 Prozent bzw. 94 Milliarden US-Dollar erhöhen. Den dritten Platz im Ranking belegt die Google-Muttergesellschaft Alphabet  mit einem aktuellen Börsenwert von 685 Milliarden US-Dollar - sechs Prozent weniger als vor einem Jahr. Die wertvollsten nicht-US-amerikanischen Unternehmen sind die beiden chinesischen Internetkonzerne Tencent und Alibaba, die mit 381 bzw. 339 Milliarden US-Dollar die Ränge sechs und zehn belegen.

Das teuerste europäische Unternehmen ist der Lebensmittelkonzern Nestlé, der mit einem Börsenwert von 252 Milliarden US-Dollar Platz 15 belegt. Aus Österreich konnte sich kein Unternehmen im Ranking platzieren.

IT-Branche: US-Konzerne weit vor Europa
Die Dominanz der US-amerikanischen Konzerne hat nach Einschätzung von Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich, mehrere Gründe: „Zum einen profitieren die Aktienkurse vieler US-Unternehmen von der sehr positiven Konjunkturentwicklung auf dem Heimatmarkt und der – nicht zuletzt dank der Steuersenkungen – guten Gewinnentwicklung der US-Konzerne. Zum anderen stehen derzeit Technologieunternehmen bei Investoren besonders hoch im Kurs – und in diesem Bereich sind die USA eindeutig besser aufgestellt als Europa.“

Insgesamt können sich 21 US-amerikanische Internet- und Technologiekonzerne im Ranking der 100 höchstbewerteten Unternehmen der Welt platzieren – aber nur zwei europäische. Der kumulierte Börsenwert der US-Internet- und Tech-Konzerne liegt derzeit bei 5,0 Billionen US-Dollar, während die beiden europäischen Internet- und Tech-Unternehmen im Top-100-Ranking gerade einmal auf einen Gesamtwert von 205 Milliarden US-Dollar kommen.

„Investoren setzen heute mehr denn je auf digitale Geschäftsmodelle“, betont Schwartz. Die Zahl der IT-Unternehmen unter den Top 100 Konzernen kletterte im Verlauf des vergangenen Jahres von 15 auf 18, nur der Konsumgütersektor ist mit 20 Unternehmen häufiger vertreten. „Europa leidet aus Sicht vieler Investoren nach wie vor unter einem Mangel an vielversprechenden Technologiekonzernen von Weltformat“, stellt Schwartz fest.

„Die USA geben im IT-Sektor eindeutig den Ton an. Unternehmen wie Apple, Google und Microsoft sind hochprofitabel und treiben die Digitalisierung der Wirtschaft und aller Lebensbereiche mit Macht voran. Als Gestalter dieses technologischen Wandels spielen allenfalls noch asiatische Konzerne eine Rolle – europäische Konzerne hingegen kaum, und das spiegelt sich im Börsenranking deutlich wider.“ Die Bedeutung klassischer Industrieunternehmen nimmt weiter ab: Nur noch sechs Industrieunternehmen finden sich unter den Top 100 wieder, vor einem Jahr waren es noch acht.

Schwieriges Börsenjahr für Autokonzerne
Gerade die für Europa so wichtige Automobilbranche hat 2018 deutlichen Gegenwind verspürt: „Die gesamte Automobilbranche hat an den Börsen ein schwieriges Jahr erlebt“, beobachtet Schwartz. Der Gesamtwert der 15 höchstbewerteten Autohersteller bzw. -zulieferer der Welt sank im Lauf des vergangenen Jahres um 22 Prozent bzw. 212 Milliarden US-Dollar. Bis auf Tesla konnte keines der Unternehmen seinen Börsenwert nennenswert steigern.

„Die Automobilindustrie befindet sich in einer Umbruchphase. Hohe Investitionen in Zukunftstechnologien schmälern die Gewinne, und die Digitalisierung sowie der Vormarsch der Elektromobilität stellen bisherige Geschäftsmodelle infrage. Zudem befindet sich mit China der wichtigste Absatzmarkt erstmals seit mindestens zwei Jahrzehnten im Rückwärtsgang.“ All das verunsichere Investoren und sorge für sinkende Kurse. Das falle bei Deutschland besonders stark ins Gewicht, da Deutschland mit Volkswagen , Daimler , BMW , Audi und Continental immerhin fünf der 15 weltweit am höchsten bewerteten börsennotierten Unternehmen aus der Automobilbranche stelle, kommentiert Schwartz.


Alphabet
Akt. Indikation:  1021.89 / 1022.49
Uhrzeit:  18:00:06
Veränderung zu letztem SK:  -0.35%
Letzter SK:  1025.80 ( -0.92%)


Apple
Akt. Indikation:  160.73 / 160.76
Uhrzeit:  17:59:48
Veränderung zu letztem SK:  0.09%
Letzter SK:  160.60 ( -1.71%)


BMW
Akt. Indikation:  63.55 / 63.80
Uhrzeit:  17:57:42
Veränderung zu letztem SK:  0.45%
Letzter SK:  63.39 ( -1.31%)


Continental
Akt. Indikation:  123.91 / 124.19
Uhrzeit:  17:59:25
Veränderung zu letztem SK:  0.57%
Letzter SK:  123.34 ( -2.73%)


Daimler
Akt. Indikation:  47.46 / 47.48
Uhrzeit:  17:57:44
Veränderung zu letztem SK:  0.30%
Letzter SK:  47.33 ( -6.89%)


Microsoft
Akt. Indikation:  112.94 / 112.98
Uhrzeit:  18:00:07
Veränderung zu letztem SK:  0.68%
Letzter SK:  112.20 ( -1.17%)


Nestlé
Akt. Indikation:  88.35 / 88.51
Uhrzeit:  17:59:26
Veränderung zu letztem SK:  -0.15%
Letzter SK:  88.56 ( -0.36%)


Tesla
Akt. Indikation:  169.87 / 170.15
Uhrzeit:  18:00:07
Veränderung zu letztem SK:  -2.44%
Letzter SK:  174.26 ( 1.43%)


Volkswagen
Akt. Indikation:  144.31 / 144.76
Uhrzeit:  17:58:01
Veränderung zu letztem SK:  1.35%
Letzter SK:  142.60 ( -2.43%)




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Bildnachweis

1. Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich: „2017 war ein gutes IPO-Jahr – und 2018 verspricht sogar noch besser zu werden“; Bild:EY , (© Aussender)   >> Öffnen auf photaq.com

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Die FACC ist führend in der Entwicklung und Produktion von Komponenten und Systemen aus Composite-Materialien. Die FACC Leichtbaulösungen sorgen in Verkehrs-, Fracht-, Businessflugzeugen und Hubschraubern für Sicherheit und Gewichtsersparnis, aber auch Schallreduktion. Zu den Kunden zählen u.a. wichtige Flugzeug- und Triebwerkshersteller.

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Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich: „2017 war ein gutes IPO-Jahr – und 2018 verspricht sogar noch besser zu werden“; Bild:EY, (© Aussender)


Autor
Christine Petzwinkler
Börse Social Network/Magazine


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    „Investoren setzen heute mehr denn je auf digitale Geschäftsmodelle“


    28.12.2018

    US-Konzerne dominieren die Weltbörsen stärker denn je: Die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt kommen aus den Vereinigten Staaten, und von den 100 global höchstbewerteten Unternehmen haben deutlich mehr als die Hälfte (57) ihren Sitz in Nordamerika. Nur 22 stammen aus Europa, 21 Unternehmen kommen aus Asien und dem pazifischen Raum. Das sind Ergebnisse einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, die die Marktkapitalisierung der 100 bzw. 300 am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit untersucht.

    Die US-amerikanischen Unternehmen vereinen mit knapp 11,5 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung – sieben Prozent mehr als vor einem Jahr – etwa 63 Prozent des Gesamtvolumens auf sich. Die asiatischen Unternehmen verloren hingegen nach einem starken Vorjahr 15 Prozent an Wert. Sie repräsentieren derzeit 19 Prozent der Gesamtmarktkapitalisierung der Top 100. Die europäischen Unternehmen haben in Summe zehn Prozent verloren und vereinen aktuell 16 Prozent des Gesamtwerts der Top 100 auf sich. Insgesamt beträgt der Börsenwert der 100 teuersten Unternehmen der Welt zum Jahresende 18,1 Billionen US-Dollar - das sind neun Prozent bzw. 1,8 Billionen US-Dollar weniger als vor einem Jahr.

    Einen Wechsel gab es an der Spitze des Rankings: Apple verlor 17 Prozent an Wert und rutschte im Vergleich zum Jahresende 2017 vom ersten auf den zweiten Platz. Microsoft rückte hingegen vom dritten auf den ersten Platz vor. Der Softwarekonzern konnte seinen Börsenwert binnen eines Jahres um 14 Prozent bzw. 94 Milliarden US-Dollar erhöhen. Den dritten Platz im Ranking belegt die Google-Muttergesellschaft Alphabet  mit einem aktuellen Börsenwert von 685 Milliarden US-Dollar - sechs Prozent weniger als vor einem Jahr. Die wertvollsten nicht-US-amerikanischen Unternehmen sind die beiden chinesischen Internetkonzerne Tencent und Alibaba, die mit 381 bzw. 339 Milliarden US-Dollar die Ränge sechs und zehn belegen.

    Das teuerste europäische Unternehmen ist der Lebensmittelkonzern Nestlé, der mit einem Börsenwert von 252 Milliarden US-Dollar Platz 15 belegt. Aus Österreich konnte sich kein Unternehmen im Ranking platzieren.

    IT-Branche: US-Konzerne weit vor Europa
    Die Dominanz der US-amerikanischen Konzerne hat nach Einschätzung von Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich, mehrere Gründe: „Zum einen profitieren die Aktienkurse vieler US-Unternehmen von der sehr positiven Konjunkturentwicklung auf dem Heimatmarkt und der – nicht zuletzt dank der Steuersenkungen – guten Gewinnentwicklung der US-Konzerne. Zum anderen stehen derzeit Technologieunternehmen bei Investoren besonders hoch im Kurs – und in diesem Bereich sind die USA eindeutig besser aufgestellt als Europa.“

    Insgesamt können sich 21 US-amerikanische Internet- und Technologiekonzerne im Ranking der 100 höchstbewerteten Unternehmen der Welt platzieren – aber nur zwei europäische. Der kumulierte Börsenwert der US-Internet- und Tech-Konzerne liegt derzeit bei 5,0 Billionen US-Dollar, während die beiden europäischen Internet- und Tech-Unternehmen im Top-100-Ranking gerade einmal auf einen Gesamtwert von 205 Milliarden US-Dollar kommen.

    „Investoren setzen heute mehr denn je auf digitale Geschäftsmodelle“, betont Schwartz. Die Zahl der IT-Unternehmen unter den Top 100 Konzernen kletterte im Verlauf des vergangenen Jahres von 15 auf 18, nur der Konsumgütersektor ist mit 20 Unternehmen häufiger vertreten. „Europa leidet aus Sicht vieler Investoren nach wie vor unter einem Mangel an vielversprechenden Technologiekonzernen von Weltformat“, stellt Schwartz fest.

    „Die USA geben im IT-Sektor eindeutig den Ton an. Unternehmen wie Apple, Google und Microsoft sind hochprofitabel und treiben die Digitalisierung der Wirtschaft und aller Lebensbereiche mit Macht voran. Als Gestalter dieses technologischen Wandels spielen allenfalls noch asiatische Konzerne eine Rolle – europäische Konzerne hingegen kaum, und das spiegelt sich im Börsenranking deutlich wider.“ Die Bedeutung klassischer Industrieunternehmen nimmt weiter ab: Nur noch sechs Industrieunternehmen finden sich unter den Top 100 wieder, vor einem Jahr waren es noch acht.

    Schwieriges Börsenjahr für Autokonzerne
    Gerade die für Europa so wichtige Automobilbranche hat 2018 deutlichen Gegenwind verspürt: „Die gesamte Automobilbranche hat an den Börsen ein schwieriges Jahr erlebt“, beobachtet Schwartz. Der Gesamtwert der 15 höchstbewerteten Autohersteller bzw. -zulieferer der Welt sank im Lauf des vergangenen Jahres um 22 Prozent bzw. 212 Milliarden US-Dollar. Bis auf Tesla konnte keines der Unternehmen seinen Börsenwert nennenswert steigern.

    „Die Automobilindustrie befindet sich in einer Umbruchphase. Hohe Investitionen in Zukunftstechnologien schmälern die Gewinne, und die Digitalisierung sowie der Vormarsch der Elektromobilität stellen bisherige Geschäftsmodelle infrage. Zudem befindet sich mit China der wichtigste Absatzmarkt erstmals seit mindestens zwei Jahrzehnten im Rückwärtsgang.“ All das verunsichere Investoren und sorge für sinkende Kurse. Das falle bei Deutschland besonders stark ins Gewicht, da Deutschland mit Volkswagen , Daimler , BMW , Audi und Continental immerhin fünf der 15 weltweit am höchsten bewerteten börsennotierten Unternehmen aus der Automobilbranche stelle, kommentiert Schwartz.


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    Autor
    Christine Petzwinkler
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