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23.10.2019, 4205 Zeichen

Verbund: warum nicht unterirdisch? Es war ein Glück, auf der Gewinn-Messe auf jemanden zu treffen, der sich in allen Belangen des Unternehmens auskennt, insbesondere auch in technischen Fragen. Ich hatte eigentlich nur eine kurze Frage, diese wurde aber so ausführlich und spannend beantwortet, dass sich eine Menschentraube um Verbund-Kommunikationsmanager Florian Seidl und mich scharte, viele Menschen interessierte die Antwort auf meine Frage "Von einem unabhängigen Ingenieur hörte ich, dass bei Hochspannungs-Erdleitungen ein umweltschädliches Öl ins Erdreich gelangt. Können Sie mir mehr darüber erzählen? Wozu ist dieses Öl gut?"

Antwort: Der große Querschnitt dieser unterirdischen Kabel wirkt wie ein Kondensator. Durch die Leitungen fließen große Energieströme. Es drohe Überhitzung und Explosion, gegen dieses Aufheizen verwende man z.B. Schmieröl. Man könne aber auch umweltfreundlichere Öle verwenden. Als Argument für Freileitungen werde das Öl nicht verwendet, weil man ja auch umweltfreundliches Öl verwenden könne, z.B. Pflanzenöl. Bei Freileitungen sei zusätzliche Kühlung nicht nötig, da man ja das Kühlmedium Luft habe. Bei Hochspannungsleitungen habe man oben ein Stahlseil, unten die Kupferleitung, Kupfer werde warm.

Es gebe in Österreich bis dato keine längere unterirdische 380kV-Leitung. Kurze unterirdische Kabelführung habe man beim Flughafen Wien und bei Himberg. Die Wienenergie habe den Marchfeldkanal unterquert, und kurze Leitungen gebe es in Mailand und beim Madrider Flughafen. Man hätte durch eine 380kV-Erdleitung die 10fachen Kosten bei weniger Sicherheit, und die E-Control würde das (eventuell) als Privatvergnügen sehen (d.h. man könnte die höheren Kosten nicht weiterverrechnen). Es gebe eine alte Trasse (unter/oberirdisch?), die man aber nicht wiederverwenden könne, wegen der Alpenkonvention, bei Straßen sei man viel toleranter.

Wir kamen auch auf die Windenergie zu sprechen. In Rumänien habe man 60 bis 70 Windräder mit gesamt 280 MW Leistung. Man habe Elektriker auf Windenergie umgeschult, um die eigene Facharbeiternachfrage zu befriedigen, durchaus auch 50jährige noch. Man ersetze in Rumänien damit die billige Braunkohle.

In Voitsberg habe man vor zwei Jahren den Schornstein zu sprengen versucht, Strom aus Kohle gebe es dieses Jahr letztmalig für Graz, danach erzeuge der Verbund keinen Strom aus Kohle mehr. Am Murkraftwerk Graz sei der Verbund zu 12,5% beteiligt. Die Zukunft werde in Österreich so ausschauen: 40% Strom aus Wind, 40% aus Photovoltaik, 20% aus Wasserkraft. Der CO2-Preis sei ein ungelöstes Problem. Durch den Atomausstieg werde Deutschland zum Stromnettoimporteur. In Deutschland gebe es auch wenig Anschubfinanzierung, sie seien mit Erneuerbaren weit hinter Plan, Deutschland werde Strafe zahlen müssen. Anm: Österreich auch.

Kurz kamen wir auf die 100%-Tochter APG zu sprechen: Das sei ein regulierter Bereich mit reguliertem Tarif, eine "sichere Bank" zur Netzstützung, man habe zuletzt fast jeden Tag eingreifen müssen. Auch auf das Kraftwerk Kaprun kamen wir zu sprechen, wir waren uns nicht einig über die Zahl der beim Bau zu Tode gekommenen Arbeiter. Die Stromerzeugung kann ein verdammt hartes Geschäft sein, Wikipedia spricht von 134 Todesfällen. 56 davon kamen bis 1945 ums Leben, diese Zeit habe man anhand der Lohnunterlagen laut Seidl aufgearbeitet.

Einen Aktientipp von einem Brancheninsider wollte ich noch haben, das fällt natürlich unter "Small Talk", er ist ja kein Anlageberater. "Kann man E.ON und RWE auf jetzt niedrigerem Niveau kaufen, auch wenn sie stark in Atomkraft sind, nicht in Wasserkraft?" Eher nicht, es dürften noch viele nicht getätigte Abschreibungen darauf warten, getätigt zu werden.

Max Deml von Ökoinvest schaute auch beim Verbund-Stand vorbei: Verbund sei als nachhaltige Aktie immer noch im Echtgelddepot, allerdings habe man auf aktuellem Kursniveau die Hälfte abgeschichtet, +400% Performance waren zu verlockend. Ja, mancher hat halt ein gutes Händchen, ich habe das 10-Euro-Kursniveau 2016 nicht einmal mitgekriegt, man hat ja andere Sachen auch zu tun.
Verbund ( Akt. Indikation:  48,72 /48,78, -1,52%)

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 23.10.)



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    Verbund: Unterirdisch, Schornstein-Sprengungen, APG, Max Deml (Günter Luntsch)


    23.10.2019, 4205 Zeichen

    Verbund: warum nicht unterirdisch? Es war ein Glück, auf der Gewinn-Messe auf jemanden zu treffen, der sich in allen Belangen des Unternehmens auskennt, insbesondere auch in technischen Fragen. Ich hatte eigentlich nur eine kurze Frage, diese wurde aber so ausführlich und spannend beantwortet, dass sich eine Menschentraube um Verbund-Kommunikationsmanager Florian Seidl und mich scharte, viele Menschen interessierte die Antwort auf meine Frage "Von einem unabhängigen Ingenieur hörte ich, dass bei Hochspannungs-Erdleitungen ein umweltschädliches Öl ins Erdreich gelangt. Können Sie mir mehr darüber erzählen? Wozu ist dieses Öl gut?"

    Antwort: Der große Querschnitt dieser unterirdischen Kabel wirkt wie ein Kondensator. Durch die Leitungen fließen große Energieströme. Es drohe Überhitzung und Explosion, gegen dieses Aufheizen verwende man z.B. Schmieröl. Man könne aber auch umweltfreundlichere Öle verwenden. Als Argument für Freileitungen werde das Öl nicht verwendet, weil man ja auch umweltfreundliches Öl verwenden könne, z.B. Pflanzenöl. Bei Freileitungen sei zusätzliche Kühlung nicht nötig, da man ja das Kühlmedium Luft habe. Bei Hochspannungsleitungen habe man oben ein Stahlseil, unten die Kupferleitung, Kupfer werde warm.

    Es gebe in Österreich bis dato keine längere unterirdische 380kV-Leitung. Kurze unterirdische Kabelführung habe man beim Flughafen Wien und bei Himberg. Die Wienenergie habe den Marchfeldkanal unterquert, und kurze Leitungen gebe es in Mailand und beim Madrider Flughafen. Man hätte durch eine 380kV-Erdleitung die 10fachen Kosten bei weniger Sicherheit, und die E-Control würde das (eventuell) als Privatvergnügen sehen (d.h. man könnte die höheren Kosten nicht weiterverrechnen). Es gebe eine alte Trasse (unter/oberirdisch?), die man aber nicht wiederverwenden könne, wegen der Alpenkonvention, bei Straßen sei man viel toleranter.

    Wir kamen auch auf die Windenergie zu sprechen. In Rumänien habe man 60 bis 70 Windräder mit gesamt 280 MW Leistung. Man habe Elektriker auf Windenergie umgeschult, um die eigene Facharbeiternachfrage zu befriedigen, durchaus auch 50jährige noch. Man ersetze in Rumänien damit die billige Braunkohle.

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