12.12.2019, 2067 Zeichen
EY hat das IPO-Barometer 2019 veröffentlicht. Fazit: Die Zahl der Börsengänge (Initial Public Offering = IPO) sank 2019 um 19 Prozent auf 1.115. Vor allem dank des größten IPOs aller Zeiten – dem Börsengang der saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi-Aramco – hielt sich das Minus beim weltweiten Emissionsvolumen hingegen in Grenzen: Der Wert aller Börsengänge sank nur um vier Prozent auf 198 Milliarden US-Dollar.
Die etablierten westlichen IPO-Märkte verzeichneten angesichts der weltweiten geopolitischen Spannungen in diesem Jahr sowohl beim Volumen als auch bei der Zahl der Transaktionen Rückgänge. Die stärksten Einbußen gab es in Europa, wo das Emissionsvolumen um 39 Prozent auf 23 Milliarden US-Dollar schrumpfte, und die Zahl der IPOs um 37 Prozent auf 143 sank.
„Der IPO-Markt hatte in diesem Jahr mit Gegenwind zu kämpfen“, beobachtet Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich, fest. „Trotz einer eigentlich guten Entwicklung an den Aktienmärkten hielten sich viele potenzielle IPO-Kandidaten zurück.“ Laut Schwartz gab es mehrere Gründe für die relativ geringen Aktivitäten: „Die Sorge vor schlechten Nachrichten, eine relativ hohe Volatilität, aber auch abgesagte Börsengänge sorgten für Verunsicherung.“ Für das kommende Jahr ist Schwartz hingegen vorsichtig optimistisch: „Im Markt herrscht die Erwartung, dass im kommenden Jahr klarer wird, in welche Richtung sich die Weltwirtschaft bewegt. Vor allem die Hoffnung auf ein Ende des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits könnte den Markt beflügeln.“
Der österreichische Kapitalmarkt verzeichnet 2019 insgesamt drei Börsengänge im Prime Market – so viele wie zuletzt 2007: Mit Marinomed Biotech, Frequentis und Addiko Bank machten drei Unternehmen den Schritt auf das heimischen Börsenparkett. „Für die Wiener Börse war 2019 ein starkes Jahr. Drei Börsengänge im ATX Prime bedeuten den höchsten Wert seit zwölf Jahren und genauso viele IPOs wie 2019 im Prime Segment der Deutschen Börse. Die Entwicklung des heimischen Börsenparketts ist eindeutig positiv“, so Schwartz.
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