09.06.2021, 3385 Zeichen
Sherlock Holmes wäre sicher gerne Statistiker gewesen. Wir sind es ja gewohnt mit allen möglichen Datenanalysen konfrontiert zu werden. Wahlquoten, Impfquoten, Intelligenzquoten, ach ja, das wohl immer noch nicht. Aber im Ernst, die Statistik spielt in unser aller Leben eine immer größere und wichtigere Rolle. Manche fürchten sich sogar davor, denn sie greift mit ihren Analysen und entscheidungsunterstützenden Auswertungen immer stärker in unser Leben ein. Ob dies die Kundenstromanalysen von Amazon & Co sind, oder die Vorhersagen pandemischer Auswirkungen, oder auch nur die simpel erscheinende Berechnung von Inflation, die die Grundstückspreise ins Astronomische steigen lässt, Statistik erreicht uns überall. Doch jetzt staunte sogar der Kapitalmarkt über eine kürzlich veröffentlichte statistische Analyse.
Man hat errechnet, dass die Performance des US-amerikanischen Aktienmarktes die letzten 30 Jahre ein rein nächtliches Phänomen war. Ein Wertzuwachs von 10% p.a. löst sich auf, sobald man immer nur die reine Börsenzeit betrachtet. Dann nämlich tendiert das Ergebnis gegen Nullprozent. Also wer die letzten 30 Jahre sein Glück als Day-Trader an Wallstreet gesucht hat, wird es kaum gefunden haben. „Überraschung!“ möge man ausrufen. Warum schielen wir nur jeden Tag wie die Lämmer auf den Handel in Wall Street, wenn es eh keine Rolle spielt? Nun, die Antwort ist auch statistisch belegt: weil es aus europäischer Sicht sehr wohl eine Rolle spielt. Europa im Vorteil? Das klingt spannend und ist ebenso etwas ganz Neues für unsere gegenüber der Langfristperformance der USA doch so weit hinten liegende europäische Börsenlandschaft. Wir erhalten in Europa nämlich die Zeitdilatation, die in USA entsteh t, wenn der Eröffnungskurs tendenziell überwiegend höher ist als der jeweilige Close des Vortages wo Europa ja schon zu handeln aufgehört hat. Tröstlich fürwahr, aber inzwischen nur mehr die halbe Medaille, denn mittlerweile hat sich das Blatt in USA zu drehen begonnen. Wer „am Markt ist“ bekommt inzwischen wieder mehr vom Kuchen ab.
Dies alles zu erklären ist sicher nicht einfach, hat aber mit den in unterschiedlichen Perioden dominierenden Management-Stilen zu tun. Lange Zeit war der passive Managementansatz präferiert. Hier wurde sehr oft mit Futures-Kontrakten oder generell Derivaten die Portfoliozusammensetzung bestimmt und da war das Geschehen unter Tags dann gar nicht mehr so wichtig, sondern mehr was rundherum in China, Tokyo oder Moskau geschah. Auch haben die Unternehmen zumeist außerhalb der Börsenzeiten ihre Ergebnisse präsentiert. Ein Umstand, der sich mittlerweile durch die gestiegene Informations-Transparenz etwas gemildert hat. Man hat schon eine relativ sichere „Ahnung“ wer wann was berichten wird. Überraschungen passieren hier seltener. Auch sind heute die dominierenden „Spieler“ die Politik und die Notenbanken. Und beide sind es gewohnt untertags zu konferieren und ihre Meinungen zu äußern. Eigentlich interessant, wie die Tagesgewohnheiten von manchen Institutionen die Wertentwicklungen am Globus vor sich hertreiben können. Bald kommt die globale Mittagspause … Scherz.
Aber keine Statistik ohne Inputfaktoren. Das aktive Management wird immer wichtiger. Und alleine diese Erkenntnis ist es wert, den ganzen trockenen Prozess zu beachten.
(Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 09.06.)
Börsepeople im Podcast S24/07: Bernd Braunstein
Aktien auf dem Radar:CA Immo, Semperit, Polytec Group, EuroTeleSites AG, Flughafen Wien, Austriacard Holdings AG, Bajaj Mobility AG, Rosenbauer, FACC, Frequentis, Heid AG, Kapsch TrafficCom, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, BTV AG, Amag, EVN, CPI Europe AG, Österreichische Post, Telekom Austria, Porr, Strabag, Verbund, VIG, Bayer, BASF, Fresenius Medical Care, Symrise, SAP, Deutsche Telekom, Siemens Energy.
Kathrein Privatbank
Die Kathrein Privatbank AG mit Sitz in Wien wurde 1924 von Carl Kathrein gegründet und zählt zu den führenden Privatbanken im deutschsprachigen Raum. Ihre Kernkompetenz liegt in der Verwaltung von privatem, unternehmerischem und institutionellem Vermögen sowie dem Vermögen von Privatstiftungen. Als Tochter der Raiffeisen Bank International AG bietet die Privatbank die Vorteile eines flexiblen, eigenständigen sowie serviceorientierten Instituts und die Sicherheit einer stabilen, internationalen Bankengruppe.
>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
Wiener Börse Party #1114: ATX schwächer, das komplette Programm des Aktientags morgen und Alles ist jetzt Anders
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Daido Moriyama
Japan, A Photo Theater (English Version
2018
Getsuyosha, bookshop M
Mikio Tobara
Document Miseinen (遠原 美喜男
1980
Seven Sha
Pedro J. Saavedra
Donde el viento da la vuelta
2023
Self published
Daido Moriyama
Ligh and Shadow (English Version
2019
Getsuyosha, bookshop M
Raymond Thompson Jr
It’s hard to stop rebels that time travel
2025
Void