20.03.2023, 2578 Zeichen
Es ist zu einem markanten Blitz-Deal gekommen. Ziel war es, die Finanzmärkte zu beruhigen. Seit Sonntag Abend ist fix: Die UBS übernimmt die Credit Suisse vollständig . "Die Credit Suisse Gruppe befindet sich in einer Vertrauenskrise, die sich in bedeutenden Abflüssen von Kundengeldern manifestierte. Diese Krise wurde aufgrund der Verwerfungen auf dem US-Bankenmarkt im März 2023 verstärkt. Es bestand die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit der Bank, selbst wenn diese weiterhin solvent war. Die Behörden mussten Massnahmen ergreifen, um schweren Schaden für den Schweizer und internationalen Finanzmarkt abzuwenden", heißt es seitens der Schweizer Finanzmakrtbehörde.
Gemäß den Bedingungen der All-Share-Transaktion erhalten die Aktionäre der Credit Suisse 1 UBS-Aktie für jeweils 22,48 gehaltene Credit Suisse-Aktien, was CHF 0,76/Aktie für einen Gesamtkaufpreis von CHF 3 Milliarden entspricht. UBS profitiert von einem Verlustschutz in Höhe von CHF 25 Milliarden aus der Transaktion zur Stützung von Marken, Kaufpreisanpassungen und Restrukturierungskosten sowie einem zusätzlichen Verlustschutz von 50 % auf nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten. Beide Banken haben unbeschränkten Zugang zu den bestehenden Fazilitäten der Schweizerischen Nationalbank, über die sie gemäss den Richtlinien über das geldpolitische Instrumentarium Liquidität von der SNB beziehen können, heißt es.
EZB-Chefin Christine Lagarde: „Ich begrüße das schnelle Handeln und die Entscheidungen der Schweizer Behörden. Sie tragen wesentlich zur Wiederherstellung geordneter Marktbedingungen und zur Gewährleistung der Finanzstabilität bei. Der Bankensektor im Euroraum ist widerstandsfähig und verfügt über eine starke Kapital- und Liquiditätsposition. In jedem Fall ist unser politisches Instrumentarium voll ausgestattet, um dem Finanzsystem des Euroraums bei Bedarf Liquiditätsunterstützung zu leisten und die reibungslose Übertragung der Geldpolitik zu gewährleisten.“
Die Analysten von Raiffeisen Research meinen: "Die Transaktion ist natürlich darauf ausgerichtet, Beruhigung in die globalen Finanzmärkte zu bringen. Das ist bis dato aber nur bedingt gelungen. Asiens Aktienindizes befinden sich per heute Früh quasi unisono im Minus. Insbesondere der Hongkonger Hang Seng Index, der ebenfalls einen der bedeutendsten Finanzplätze der Welt repräsentiert, verliert rund 2,8 %. Die Credit Suisse-Verunsicherung mag behoben sein; kurzfristig scheinen die Anleger aber nicht gänzlich beruhigt zu sein, dass es nicht zu weiteren Fällen von Schwierigkeiten unter Finanzinstituten kommen könnte."
Börsepeople im Podcast S25/04: Jana Tiffner
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