18.12.2024, 2747 Zeichen
Im 4. Quartal gingen weltweit 343 Unternehmen an die Börse, das sind sieben Prozent weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres 2023 (368). Das Emissionsvolumen stieg allerdings um 70 Prozent auf 43 Milliarden US-Dollar an. Im Gesamtjahr sank die Zahl der IPOs weltweit um zehn Prozent auf 1.215 (Vorjahr. 1.351), das Emissionsvolumen ging um vier Prozent auf rund 121,2 Milliarden US-Dollar zurück, wie aus dem aktuellen EY IPO Barometer hervorgeht. Weltweit größter Börsengang des Jahres war die US-Firma Lineage, die beim IPO im Juli rund 5,1 Milliarden US-Dollar erlöste. Größter Börsengang des Jahres in Europa war im Mai die Erstnotiz des spanischen Konsumanbieters Puig Brands mit rund 2,9 Milliarden US-Dollar.
„Im Jahr 2024 präsentierten sich die IPO-Märkte höchst unterschiedlich: Während in Europa und den USA deutlich mehr Kapital in neue Börsengänge investiert wurde, verzeichnete Asien einen markanten Rückgang der Aktivitäten. Somit spiegelten die IPO-Märkte erneut die globalen makroökonomischen Strömungen wider. Wenngleich die Leitzinssenkungen westlicher Notenbanken sowie steigende Aktienmärkte eine prozyklische Wirkung entfalteten, wirkten sich die zunehmenden Deglobalisierungs-tendenzen besonders hemmend auf die asiatischen Märkte aus. Zudem führte die Vielzahl an Wahlen in großen Ländern, allen voran die US-Wahl, zu spürbarer Zurückhaltung bei Investor:innen“, fasst Martina Geisler, Partnerin und Leiterin des Bereichs IPO bei EY Österreich, zusammen.
Die derzeitige Jahresendrally an vielen Börsen sowie das aktuell geringe Maß an Volatilität würden insgesamt zuversichtlich für das IPO-Jahr 2025 stimmen. „Insgesamt bleibt die Pipeline überregional jedoch gut gefüllt. Auch im Jahr 2025 wird es entscheidend sein, den richtigen Zeitpunkt für ein IPO zu wählen – unter Berücksichtigung des Wertsteigerungspotenzials nach dem Börsengang, der Stimmung an den Kapitalmärkten und angemessener Preisvorstellungen der (Alt-) Eigentümer:innen.“
Nach dem Listing der MWB AG im direct market plus Mitte des Jahres sind nun auch die ReGuest S.p.A., ein Südtiroler Anbieter von CRM-Lösungen für Hotels, und die UKO Microshops AG, die auf Verkaufsautomaten spezialisiert ist, im Segment für KMU handelbar. 2024 hat mit über 12.500 Notierungen das bisherige Rekordjahr 2023 (8.311) in Bezug auf Anleihen-Listings zudem bereits übertroffen. Ein Highlight ist der erste Green Bond eines europäischen Stahlunternehmens, begeben durch die voestalpine AG (500 Mio. EUR). Seit dem 9. Dezember ermöglicht die Wiener Börse mit Midpoint Trading eine neue Funktionalität im Handel mit österreichischen Aktien. Dabei können Aktien zu einem Mittepreis aus besten Kauf- und Verkauflimits in einem separaten Midpoint-Orderbuch gehandelt werden.
Börsepeople im Podcast S23/10: Laura Phillipeck-Casanova
Aktien auf dem Radar:Austriacard Holdings AG, AT&S, Addiko Bank, Amag, SBO, Rosenbauer, RBI, ATX, ATX Prime, ATX TR, voestalpine, Porr, Bajaj Mobility AG, ATX NTR, Erste Group, VIG, Palfinger, DO&CO, Rosgix, Stadlauer Malzfabrik AG, Wiener Privatbank, Polytec Group, Frequentis, RHI Magnesita, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Flughafen Wien, CA Immo, EuroTeleSites AG, EVN, CPI Europe AG.
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