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Kapsch TrafficCom: Fokus auf Auftragseingang

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#gabb aktuell



19.11.2025, 3107 Zeichen

Kapsch TrafficCom hat die finalen Halbjahreszahlen vorgelegt und bezeichnet diese als "enttäuschend". Wie bereits Ende Oktober vorab angekündigt, blieb der Umsatz hauptsächlich aufgrund der aktuell schwierigen Marktsituation deutlich unter den Erwartungen. Der Einmaleffekt aus der Einigung mit der Bundesrepublik Deutschland ermöglichte dennoch ein positives Ergebnis. CEO Gerog Kapsch: "Wir beobachten im gesamten Markt ein äußerst zögerliches Vergabeverhalten. Trotz der Infrastrukturpakete zur Ankurbelung der Wirtschaft lassen die entsprechenden Investitionsentscheidungen weiterhin auf sich warten, und einige große Projektausschreibungen oder deren Vergabe verzögern sich. Diese Umsätze fehlen uns. Unser Kostenmanagement funktioniert gut, allerdings sind wir für ein höheres Umsatzniveau aufgestellt. Demnach richtet sich unsere Aufmerksamkeit nunmehr vor allem auf den Auftragseingang und auf die Anpassung an das aktuelle Umsatzniveau." Der Auftragsstand von 1,2 Mrd. Euro würde unverändert eine profunde Wachstumsbasis bilden, wobei sich einige größere Projekte erst mittel- bis langfristig im Umsatz widerspiegeln werden, so das Unternehmen.

Der Umsatz lag im 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2025/26, wie berichtet, mit 200 Mio. Euro um 27 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 275 Mio. Euro. Rund 40 Mio. Euro dieses Rückgangs seien wie erwartet im Zusammenhang mit dem Wegfall von zwei großen Betriebsprojekten in der Region EMEA - der Beendigung des Mautprojektes in der südafrikanischen Provinz Gauteng sowie der Entkonsolidierung der weißrussischen Gesellschaft, die das Mautprojekt in Belarus betreibt, weggefallen, so das Unternehmen. In Nordamerika führte zudem die Übersiedlung der Produktion zu einer vorübergehenden Unterbrechung und zu einem entsprechenden Rückstand der Auslieferungen. Der weitere Umsatzrückgang würde das Ausbleiben von Projekten in fast allen Regionen widerspiegeln, die erwartet waren. Die schwierige Marktsituation zeige sich in Verzögerungen bei Projektausschreibungen oder deren Vergabe, die die gesamte Branche betreffen. Demgemäß lag auch der Auftragseingang im ersten Halbjahr mit  224 Mio. Euro unter den Erwartungen, der Auftragsstand betrug per Ende September 2025 immer noch 1,2 Mrd. Euro, so das Unternehmen.

Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) erreichte 10 Mio. nach -1 Mio. Euro im Vorjahr, die EBIT-Marge lag somit bei 5 Prozent. Zu dieser positiven Ergebnisentwicklung trug insbesondere der Einmaleffekt aus der vergleichsweisen Einigung mit der Bundesrepublik Deutschland bei, ohne den das EBIT mit -13 Mio. Euro deutlich negativ gewesen wäre. Das den Anteilseignern zurechenbare Periodenergebnis betrug 2 Mio. Euro nach -10 Mio. Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Auf Basis der aktuellen Entwicklungen wurde der Ausblick für das Gesamtjahr 2025/26 am 27. Oktober 2025 angepasst: Kapsch TrafficCom erwartet demnach einen Umsatzrückgang auf 450 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) wird unter Berücksichtigung des Ertrags aus dem Schiedsverfahren mit der Bundesrepublik Deutschland bei 25 Mio. Euro erwartet.



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Tolling-Equipment auf Mautbrücke, Foto: Kapsch TrafficCom, (© Aussender)


Autor
Christine Petzwinkler
Börse Social Network/Magazine


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