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Analysten: Börsen sollten im 2. Halbjahr substanzielle Erholung erleben

02.06.2022, 2781 Zeichen

In Ihrem Börsenbericht schreiben die Analysten von Raiffeisen Research zum Aktienmarkt: "Die Stimmung an den Aktienmärkten war zuletzt weiterhin angespannt. Der Mix aus den mittlerweile fast schon zur Norm gewordenen Belastungsfaktoren aus Geo- und Geldpolitik sowie Inflation wirkte dabei belastend. Die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Sanktionsspiralezwischen „dem Westen“ und Russland dreht sich munter weiter, ein baldiges Ende ist nicht in Sicht. Von Seiten der EU bedeutet das mittlerweile unter anderem ein, wie zu erwarten war, teilweises Öl-Embargo gegenüber Russland. Von Seiten Russlands sind gezielte Einschränkungen der Gasströme nach Europa sowie ein Stopp des Exports von ukrainischem Weizen die Folge.

Dies treibt Energie- und Rohstoffpreise weiter in lichte Höhen und befeuert damit die globale Inflationsdynamik. Dies bestätigten z.B. die Inflationszahlen der gesamten Eurozone, welche mit 8,1 % (!) die Erwartungen übertrafen und eine Rekordwert für die Währungsunion darstellten. Durch die vielerorts sehr hohen Inflationsraten bleibt die aggressivere geldpolitische Straffungwichtiger globaler Notenbanken auch am Aktienmarkt ein wesentlicher Faktor, da grundsätzlich höhere Refinanzierungskosten belasten und die steigenden Renditen den Anleihenmarkt vergleichsweise attraktiver machen. Des Weiteren erschweren die gegenwärtigen Eskapaden bei Rohstoff- und Frachtkosten bei dem einen oder anderen Unternehmen die Planbarkeit. Positiv stimmt uns dennoch, dass die Inflationsraten bald ihre Spitze erreicht haben dürften und damit in Richtung zweiter Jahreshälfte sich diese Problematik etwas entspannen sollte.

Trotz diesem schwierigen Umfeld haben viele Unternehmen sowohl in den USA als auch in Europa in der abgelaufenen Berichtssaison hinweg sowohl positive Gewinnüberraschungen als auch angehobene Ausblicke vermeldet. Die erwartete Gewinnwachstumsrate des Euro STOXX 50 für 2022 beispielsweise kletterte von rund 8 % auf über 14 % (!) in den letzten Wochen. Das zeigt, dass vielen Unternehmen im aktuellen Umfeld die erhöhten Inputkosten an die Kundschaft weitergeben können. Aktien gelten nicht zu Unrecht als "Inflationsschutz". Unterstützend sollte auch wirken, dass sich die Lieferkettenprobleme in China aufgrund der Aufhebung von Covid-Lockdownmaßnahmen sukzessive entspannen dürften und die Bewertungen durch die deutlichen Kursrückschläge nunmehr wieder deutlich moderater sind.

Zu guter Letzt zeigen sämtliche von uns beobachte Sentimentumfragen bereits eine derartig schlechte Stimmung an, wie sie oft an Tiefpunkten von Abwärtsbewegungen vorgekommen sind. Dies stützt unsere Ansicht, dass die Börsen diesseits und jenseits des Atlantiks nach einem äußerst schwachen Jahresbeginn im zweiten Halbjahr eine substanzielle Erholung erleben werden."



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