28.07.2026, 3748 Zeichen
Der Iran-Krieg sorgte im 2. Quartal für eine Eintrübung des Markumfelds und belastete die Nachfrageentwicklung bei Palfinger stärker als erwartet. Dies wirkte sich auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus: Das Unternehmen erzielte im 1. Halbjahr 2026 einen Umsatz von 1.165,6 Mio. Euro, das ist ein Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Das EBIT liegt im Halbjahr bei 84,1 Mio. Euro (-7,0 Prozent), das Konzernergebnis bei 48,0 Mio. Euro (-4,2 Prozent). Palfinger hat auf die veränderten Marktbedingungen reagiert und ein gruppenweites strukturelles Effizienzprogramm gestartet, bei dem der Fokus auf der Vereinfachung von Strukturen, der Optimierung des globalen Produktions- und Beschaffungsnetzwerks sowie auf zusätzlichen Produktivitätssteigerungen durch Automatisierung und Künstlicher Intelligenz liegt. Dadurch sollen 25 Mio. Euro an Strukturkosten eingespart und die Kostenbasis 2027 trotz Inflation und Wachstum stabil gehalten werden. CEO Andreas Klauser: „Die Marktunsicherheit hat im zweiten Quartal 2026 spürbar zugenommen und Investitionsentscheidungen in wichtigen Märkten verzögert. Gerade in diesem Umfeld setzen wir einen klaren Fokus auf die Umsetzung der Strategie 2030+, Effizienzsteigerungen wie zum Beispiel durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie auf die langfristige Stärkung unserer Marktposition.."
Die regionale Entwicklung zeigte im ersten Halbjahr 2026 ein differenziertes Bild. In EMEA war die Nachfrage insgesamt robust: Während Südeuropa weiterhin eine starke Entwicklung verzeichnete, verbesserte sich die Lage in Nordeuropa schrittweise. Positive Impulse aus dem deutschen Infrastrukturpaket blieben bislang jedoch aus. Der nordamerikanische Markt (NAM) blieb stabil, jedoch auf niedrigerem Niveau. In LATAM entwickelte sich Palfinger trotz eines volatilen Umfelds in Argentinien und Brasilien insgesamt stabil. Auch in APAC zeigte sich ein differenziertes Bild: Indien bestätigte seine Rolle als wichtiger Wachstumstreiber, während aus China weiterhin keine nachhaltigen Erholungssignale kamen. In der Region CIS setzte sich hingegen der Marktrückgang in Russland fort. Das Marine-Geschäft entwickelte sich weiterhin sehr erfreulich, so das Unternehmen.
Für das Geschäftsjahr 2026 strebt Palfinger einen Umsatz sowie ein operatives Ergebnis über dem Vorjahresniveau an, mit dem Ziel, ein weiteres erfolgreiches Jahr zu erzielen, wie das Unternehmen bestätigt. Der Konsens für 2026 erwartet derzeit ein Umsatzwachstum von knapp 10 Prozent bei einem EBIT-Wachstum von 9 Prozent, so die Analysten von Raiffeisen Research in einer Kurzmitteilung. Sie meinen weiters: "Trotz des anspruchsvollen Umfelds blieben die Auftragseingänge global insgesamt stabil. Die Materialversorgung war nicht von nennenswerten Störungen betroffen, allerdings sorgten steigende Stahl-, Energie- und Transportkosten für zusätzlichen Kostendruck. Das operative Ergebnis (EBIT) sank im Q2 um 15 Prozent auf 42,7 Mio. Euro. Der Konsens von 50,0 Mio. Euro wurde damit verfehlt. Belastend wirkten insbesondere die niedrigere Auslastung der Produktionswerke sowie die schwächere Geschäftsentwicklung in NAM, LATAM, Teilen von APAC und CIS. Gleichzeitig stiegen die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Vertriebskosten im Vergleich zum Vorjahresquartal."
Durch die verzögerte wirtschaftliche Erholung der Kernmärkte USA und Deutschland würde sich die Erreichung der für 2027 gesetzten Finanzziele (Umsatz 2,7 Mrd. Euro, EBIT-Marge 10 Prozent und ROCE über 12 Prozent) verschieben, teilt Palfinger mit. Die langfristigen finanziellen Ziele der Strategie 2030+ bleiben unverändert. Palfinger bestätigt für 2030 einen Umsatz von über 3 Mrd. Euro, eine EBIT-Marge von 12 Prozent sowie einen ROCE von 15 Prozent.
Private Investor Relations Podcast #38: 10 Vokabel, um Asta besser zu verstehen (Christoph Rainer / Maxim Petzwinkler)
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PALFINGER Marine rüstet Offshore-Windparks in der Nordsee aus, Fotocredit: PALFINGER
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