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Friedensnobelpreis – eine Farce

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18.10.2012, 1683 Zeichen

"Die Bilder gleichen sich in Südeuropa: Streiks und Massenproteste lähmen das öffentliche Leben. Brennende Container und Autos, zerstörte Schaufenster sowie blutende Menschen in Athen und Madrid erinnern an bürgerkriegsähnliche Ausschreitungen. Einem Paradoxon kam es da gleich, als das Nobelpreiskomitee in Stockholm verkündete, dass sie der EU den Friedensnobelpreis verleihen wolle. Die Begründung: Die EU habe "... mehr als sechs Jahrzehnte zur Verbreitung von Frieden und Versöhnung beigetragen." Der Euro -ursprünglich als Stabilisator gedacht- hat es aber im Alter von 10 Jahren geschafft, die Fundamente zu erschüttern. Nach der Preisverleihung wird die EU in einem Atemzug mit Albert Schweitzer, Martin Luther King und Willy Brandt genannt. Doch Kritiker fragen sich dabei nicht zu Unrecht, warum der Preis nicht einer Einzelperson verliehen wurde, die den europäischen Gedanken entsprechend vorangetrieben hat. Doch wer ist die EU? Eine Gruppe von Politikern etwa, die es in den vergangenen beiden Jahren nicht geschafft hat, die Verschuldungsproblematik zu lösen, sondern die Lösung der europäischen Notenbank überlassen hat. Beim anstehenden EU-Krisengipfel wird man sicherlich trotzdem zufrieden das Glas erheben, um sich anschließend den wahren Problemen zuzuwenden. Denn die EU steht vor einer weitreichenden Entscheidung: Entweder raufen sich die Politiker zu einem tragfähigen Kompromiss zur Zufriedenheit aller Staaten zusammen oder die bisher gesehenen Ausschreitungen waren nur ein müdes Vorspiel zu einer wesentlich explosiveren Entwicklung, basierend auf Perspektivlosigkeit der jungen und alten Menschen."

(Klaus Stopp, stv. Leiter Rentenhandel der Baader Bank)


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