23.12.2013, 2736 Zeichen
Sehr geehrte Privatanleger,
„Hello Ben“ – das war eine nicht unübliche Anrede für unseren „Makroprof“ Ben Bernanke, als ich 1989 – 1991 bei ihm studierte. Zwischendurch dann auch mal wieder „Professor Bernanke“, um Respekt zu bezeugen.
Nun hat er uns zu seinem Abschied noch ein kleines Geschenk gemacht: das Tapering beginnt. Das gigantische Gelddruckprogramm der Fed in Form von Staatsanleihenkäufen wird von bislang 85 Milliarden Dollar pro Monat auf nunmehr 75 Milliarden pro Monat zurückgefahren. Das Zinsniveau soll gleichzeitig noch mindestens ein Jahr nahe Null verharren.
Einmal mehr zeigt sich, dass die Börsenreaktionen auf makroökonomische Daten völlig situationsabhängig sind bei ein und dem gleichen Ereignis komplett unterschiedlich ausfallen können. Eigentlich sollte das Tapering ja eine negative Nachricht sein (dem Markt wird Liquidität entzogen). Dennoch verharrt der DOW JONES plus minus Null, während der DAX sogar sagenhafte 1,7 Prozent steigt.
Unsere Strategie, die wir nun schon seit zwei bis drei Jahren verfolgen, hat sich wieder bewährt: wir setzen verstärkt auf europäische Titel, weil Europa noch billiger als die USA ist. In den ersten Jahren sah das gar nicht so gut für uns aus. U.S.-Titel stiegen munter weiter, europäische Aktien fielen weiter. Trends halten eben oft länger an, als man denkt.
Aber wir sind keine Trendinvestoren!
Wir sind Value Investoren. Wenn etwas, gemessen am Chance-Risiko-Profil, billig ist, kaufen wir. Und wenn es dann noch billiger wird (fällt), halten wir oder kaufen nach. Wenn es teuer ist, verkaufen wir. Zugegebenermaßen ist das nicht immer angenehm. Aber es ist die einzige Art und Weise, wie wir glauben, Geld verdienen zu können.
Nun geht unsere Strategie seit knapp einem Jahr auf. Die aktuellen Bewegungen sind wieder eine schöne Bestätigung. Wenn Ben in den USA drosselt, steigert das die relative Attraktivität Europas weiter.
Derweil geht in anderen Bereichen der Wahnsinn weiter, auch angefeuert durch das sehr billige Geld. So ist der Informationsherdenbetreiber (oder sollte ich besser sagen, die Gerüchte- und Desinformationsmaschine) Twitter mit 32 Milliarden Marktkapitalisierung bei einem Umsatz von 500 Millionen und aktuellen Verlusten extrem hoch bewertet. Das Unternehmen notiert zum 50fachen dem Umsatzes und Buchwerts und zum 2500fachen des Cashflows.
Da müssen sich einige Akteure vor und um den Börsengang schön goldene Nasen verdient haben. An der „Dummheit“ der Anderen, kann in wohl keiner anderen Branche so viel Geld gemacht werden wie in der Finanzwelt.
So wollen wir nicht mit Ihnen umgehen.
Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und freue mich, mich am 27.12. mit Ihnen zu unterhalten.
Herzlichst,
Ihr
Prof. Dr. Max Otte
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Max Otte
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