03.03.2020, 3043 Zeichen
Neuer Ratgeber für Börsen-Willige. In der Wiener Börse wurde der neue Ratgeber "Vom Startup zum Börsekandidaten" vorgestellt. Auf ca. 170 Seiten können Jungunternehmer, die den Schritt an die Börse überlegen, erfahren, welche rechtlichen und steuerlichen Anforderungen zu berücksichtigen sind und sich einen Überblick verschaffen, mit welchen Vorbereitungen aber auch Auswirkungen eines Börsenlistings zu rechnen ist.
Wiener Börse-Chef Christoph Boschan, der das Vorwort des Werkes verfasst hat, sieht sich mit seinem Produkt "Börse" zwar derzeit in scharfer Konkurrenz zum "günstigen" Kreditmarkt, die folgenden Argumente würden aber die Genialität eines Börsengangs hervorstreichen: "Neben der Finanzierung ist es vor allem die öffentliche Sichtbarkeit und die Governance, sprich die professionelle und nachhaltige Unternehmensorganisation, die mit einer Börsennotiz einhergehen". Jüngste Beispiele aus dem Vorjahr würden auch zeigen, dass die Börse ein vielfältiges Spektrum an Ausgangssituationen abdecken kann, wie etwa Wachstumsfinanzierung (Marinomed), Nachfolgeregelungen (Frequentis) oder Exit (Addiko).
Für Börsennachschub ist gesorgt: "Wir sind dabei, die Pipeline abzuarbeiten", so Boschan. Faktoren, wie das Market Timing, würden dabei eine große Rolle spielen. Eine Andeutung für Börsennachschub gibt es auch von aws-Gründerfonds-Chef Ralf Kunzmann. Mit Marinomed ist im abgelaufenen Jahr ein vom Gründerfonds finanziertes Unternehmen an die Börse gegangen. "Wir sind zuversichltich, dass in Zukunft noch mehr gelingen wird", gibt sich Kunzmann optimistisch. Eine gute Vorbereitung und Begleitung in den unterschiedlichen Phasen des Unternehmens sei das Um und Auf. "Als Kapitalgeber ist man heute wie ein Sparring Partner, man deckt nicht nur weiße Flecken auf, sondern unterstützt die Unternehmen aktiv bei der Skalierung und der Bewältigung des Wachstums". Auch die Co-Autoren Josef Schmidt und Philipp Schrader, beide von der Wirtschaftsrechtskanzlei Eisenberger & Herzog, vernehmen umfassendes Interesse und zahlreiche Anfragen bezüglich Börsenlistings. Ihre Tipps richten sich nicht nur an Unternehmen, sondern auch an die Leglislative. Eine Aktiengesellschaft sei zwar ein gutes Instrument für ein Börsenlisting, eine Aktiengesellschaft light speziell für junge AGs wäre noch vorteilhafter, weiß Schmidt aus der Praxis. Und Philipp Schrader rät Unternehmen, sich von den Anforderungen eines Börsenlistings in Hinblick auf Insiderinfo, Adhoc-Pflichten, Directors Dealings etc. nicht abschrecken zu lassen: "Es gibt nichts, das nicht durch eine gute Governance eingefangen werden kann", so Philipp Schrader, der noch eine weitere Empfehlung parat hat. "Es hat sich gezeigt, dass Unternehmen, die eine breite Finanzierung haben, besser durch Krisen kommen. Also wäre es durchaus ratsam, im Vorfeld eines Börsengangs Finanzierungs-Instrumente wie Convertibles etc. einzusetzen. So lässt sich auch der Markt für einen Börsengang testen".
(Der Input von #gabb Neue Aktien für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 03.03.)
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