14.02.2026, 3656 Zeichen
Chinas Wohnimmobilienpreise stürzen im Januar auf einen neuen Tiefpunkt. Trotz massiver staatlicher Rettungsversuche verzeichneten Neubauwohnungen den stärksten Preisrückgang seit sieben Monaten. Die Krise im einstigen Wachstumsmotor der Wirtschaft weitet sich aus.
Offizielle Daten zeigen ein düsteres Bild: Die Preise für Neubauwohnungen sanken im Januar im Jahresvergleich um 3,1 Prozent – das stärkste Minus seit einem halben Jahr. Auch monatlich gaben sie um 0,4 Prozent nach. Diese Zahlen sind ein Alarmsignal, denn sie beweisen: Die bisherigen politischen Interventionen verpuffen.
Die Verkaufsschwäche hält an. In großen Städten brachen die Umsätze im Januar erneut um 23 Prozent ein. Ratingagenturen wie S&P Global korrigieren ihre Prognosen nach unten und erwarten für 2026 einen Rückgang der Erstverkäufe von bis zu 14 Prozent. Das Vertrauen der Käufer ist nachhaltig erschüttert.
Die Regierung hat in den vergangenen Monaten alles gegeben, um den Markt zu stabilisieren:
* Lockerung der Kaufbeschränkungen in Metropolen wie Peking und Shanghai
* Senkung der Hypothekenzinsen
* Einrichtung einer "Whitelist" für förderungswürdige Bauprojekte
* De-facto-Ende der strengen Schuldenregeln ("drei rote Linien") für Bauträger
Doch Analysten zufolge hat sich das Hauptproblem verschoben: von schwachen Verkaufszahlen hin zu einem anhaltenden Preisverfall. Solange die Preise sinken, warten potenzielle Käufer ab – in der Hoffnung auf noch günstigere Angebote. Diese Abwärtsspirale ist schwer zu durchbrechen.
Während der nationale Durchschnitt fällt, zeichnet sich ein gespaltener Markt ab. Private Umfragen zeigen leichte Preisanstiege in Top-Städten wie Shanghai, getrieben von hochwertigen Neubauprojekten.
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Doch in den Städten der dritten und vierten Reihe, wo ein riesiger Angebotsüberhang herrscht, setzt sich der Preisverfall ungebremst fort. Noch dramatischer ist die Lage bei Bestandsimmobilien: Hier sackten die Preise in den 100 größten Städten um 8,67 Prozent im Jahresvergleich ab.
Der Immobiliensektor war lange der wichtigste Wachstumstreiber und machte ein Viertel der chinesischen Wirtschaftsleistung aus. Sein Zusammenbruch hat daher weitreichende Folgen:
* Für Banken: angeschlagene Bauträger belasten die Kreditportfolios
* Für Lokalregierungen: wegbrechende Einnahmen aus Landverkäufen
* Für Verbraucher: rund 70 Prozent des Haushaltsvermögens sind in Immobilien gebunden – fallende Preise killen die Konsumlaune
* Für Zulieferer: Branchen wie Stahl und Bau leiden unter der Flaute
Experten sind sich einig: Der Markt hat noch keinen Boden gefunden. Weitere staatliche Hilfen werden erwartet, darunter zusätzliche Zinssenkungen und der Aufkauf unverkaufter Wohnungen durch Behörden.
Doch die größte Herausforderung bleibt die psychologische: Solange die Bevölkerung nicht an stabile oder steigende Preise glaubt, wird die Nachfrage lahm bleiben. Eine echte Erholung ist frühestens Ende 2026 in Sicht. Bis dahin bleibt der Immobilienmarkt der wunde Punkt der chinesischen Wirtschaft.
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