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Equal Care Day: Proteste fordern gerechtere Verteilung von Sorgearbeit ( Finanztrends)

28.02.2026, 4396 Zeichen

In vielen deutschen Städten gehen heute Menschen für eine gerechtere Verteilung von Sorgearbeit auf die Straße. Anlass ist der Equal Care Day, der auf die unsichtbare Last des Organisierens und Planens im Familienalltag aufmerksam macht – den sogenannten Mental Load. Diese Arbeit tragen noch immer überwiegend Frauen.

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Im Münchner Kulturzentrum LUISE diskutieren Aktivistinnen, Soziologinnen und betroffene Mütter unter dem Motto „Sorgearbeit gerecht verteilen – Demokratie stärken“. Ihre zentrale Botschaft: Die ungleiche Verteilung ist kein Privatproblem, sondern hat strukturelle Ursachen mit gravierenden Folgen.

Die unsichtbare Denkarbeit hinter dem Alltag

Mental Load geht über das reine Ausführen von Aufgaben hinaus. Es ist die permanente Denkarbeit im Hintergrund: Wer muss wann zum Arzt? Welches Geschenk braucht das Kind für den Geburtstag? Wer managt den Familienkalender? Diese Arbeit bleibt meist unsichtbar und unbezahlt.

Die Zahlen belegen eine klare Schieflage. Laut dem Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung leisten Frauen deutlich mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Der „Gender Care Gap“ liegt bei 43,4 Prozent. Frauen wenden pro Woche im Schnitt fast neun Stunden mehr für unbezahlte Arbeit auf. In Familien mit Kindern vergrößert sich diese Lücke noch einmal deutlich.

Burnout und Altersarmut: Die gravierenden Folgen

Die ständige mentale Belastung hat konkrete Konsequenzen. Sie ist ein Hauptfaktor für Stress und Burnout bei Müttern. Um Job und Familie zu vereinbaren, arbeiten viele Frauen in Teilzeit. Das führt zu finanziellen Einbußen, weniger wirtschaftlicher Unabhängigkeit und verschärft langfristig die Altersarmut von Frauen – den „Gender Pension Gap“.

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Experten betonen: Eine gerechtere Verteilung der Sorgearbeit ist die Grundvoraussetzung für echte Gleichberechtigung im Job. Auf Fachtagungen für Gleichstellungsbeauftragte wird diese Verbindung immer wieder themisiert.

Wo liegen die Lösungen für das strukturelle Problem?

Rund um den Equal Care Day formieren sich zahlreiche Initiativen. Organisationen wie die „Liga für unbezahlte Arbeit (LuA) e.V.“ fordern einen gesellschaftlichen Wandel. Sie treten bei Veranstaltungen in München oder Hamburg auf, um das Bewusstsein zu schärfen und politische Forderungen zu formulieren.

Auch die Politik hat das Problem erkannt. Die Gleichstellungsberichte der Bundesregierung analysieren es regelmäßig und geben Handlungsempfehlungen. Baden-Württemberg verfolgt eine ressortübergreifende Strategie, die eine faire Aufteilung als Schlüssel zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen ansieht.

Warum klaffen Wunsch und Wirklichkeit so oft auseinander?

Studien zeigen eine deutliche Lücke zwischen gewünschter und gelebter Realität. Viele Paare würden ein partnerschaftlicheres Modell bevorzugen, in dem beide ihre Arbeitszeit reduzieren, um sich Care-Arbeit zu teilen. Doch warum scheitert die Umsetzung so häufig?

Strukturelle Hürden wie das Ehegattensplitting oder starre Arbeitszeitmodelle bremsen den Wandel aus. Zwar wollen sich insbesondere jüngere Väter heute mehr engagieren. Die politische Debatte dreht sich daher zunehmend um konkrete Maßnahmen: eine Reform des Elterngeldes, den Ausbau der Kinderbetreuung und flexiblere Jobs.

Wird der öffentliche Druck nun konkrete Politik verändern?

Die Diskussionen des Equal Care Day werden in den kommenden Wochen weitergeführt. Geplante Podien, etwa zum Thema „Mütter in die Politik“ im Emsland, rücken den Zusammenhang zwischen Sorgearbeit und politischer Teilhabe in den Fokus.

Die Handlungsempfehlungen der Experten liegen auf dem Tisch. Der öffentliche Druck wächst. Ob daraus jedoch konkrete politische Maßnahmen werden, die Familien spürbar entlasten, bleibt die entscheidende Frage der kommenden Monate.


(28.02.2026)

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