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Drastil fragt: Was genau ist ein Innenskifehler?

Magazine aktuell


#gabb aktuell



18.03.2012, 4033 Zeichen



Warum selbst die Infos zusammentragen, wenn man viele AuskennerInnen unter den FreundInnen hat? Eben. Die Frage, was hinter dem (zu) viel zitierten Innenskifehler steckt, beantwortet Nicola-Werdenigg-Spiess, die www.kunstpiste.com betreibt. Nicola war 1976 Olympia-Vierte in Innsbruck, weiss also, wovon sie schreibt. In den vergangenen Jahren haben wir einige Projekte gemeinsam gemacht. Das geschriebene Wort ergeht an Nicola …

"Aufatmen am Ende der Ski-Welt-Cup Saison. Wir freuen uns auf entspanntes Cruisen im Firn. Doch das Gequassel der Ski-Kommentatoren hallt immer noch nach. Das deja lässt sich eben noch nicht beirren und vut weiter. Innenski, Innenski, Innenski …



Der arme Innenski muss wirklich für fast alle Erklärungsversuche der Fach-Co-Kommentatoren herhalten. Der eine ist am Innenski ausgerutscht, die andere ist wegen des Innenskifehlers gestürzt. Das Rennen wurde gewonnen weil der Läufer über oder gar am Innenski beschleunigt hat, seine Konkurrenz hat es hingehaut, weil sie zu früh auf den Innenski gestiegen ist.
Wir wollen den Innenskifehler, der höchstens die Kommentatoren disqualifiziert, etwas genauer betrachten.

Boot-Out
Ein häufiges Missgeschick, gerne als “Innenskifehler” bezeichnet, heißt richtig benannt “Boot-Out“ – Wegrutschen am Schuh. Je schneller oder enger die Kurve gefahren wird, desto mehr muss man sich in die Kurve legen. Doch manchmal geht dabei die Adhärenz flöten. Wird der Aufkantwinkel zu groß, berührt der Schuh den Schnee und es passiert: Rutsch und weg! Hier spielt das Timing die entscheidende Rolle. Um es zu verstehen muss man die unterschiedlichen Phasen der Kurve betrachten – vor der Falllinie – in der Falllinie – nach der Falllinie

Zu früh am Innenski
Die Diagnose “zu früh auf dem Innenski” auch sehr häufig deklariert als “Innenskifehler” ist schlicht falsch. Eine dynamische Fahrweise zeichnet sich dadurch aus, dass im Kurvenverlauf die Belastung kontinuierlich vom Innenski auf den Außenski wandert. Um mit optimaler Nutzung der Umgebungskräfte zu fahren, muss deshalb sofort am Kurvenbeginn – vor Erreichen der Falllinie, das Innenbein voll belastet sein. Hat ein Läufer am Anfang der Kurve keinen Druck am Innenski, wird es für ihn sehr schwer ihn während der Kurve aufzubauen. Das funktioniert nur über eine Vergrößerung des gefahrenen Radius. In der Realität bedeutet das zu driften. Der Grund dafür, warum gerutscht und manchmal auch ausgerutscht wird, wo eigentlich die Kante zum Einsatz kommen sollte, ist zu wenig Innenlage am Kurvenbeginn.



Slip-Catch
Ein weiteres Malheur, das mit fatalen Folgen für die Knieglenke, oft sogar ohne Sturz, enden kann, ist der Slip-Catch. Auch hier wird fälschlicherweise meistens der Innenski verdächtigt. Dabei ist das eine Sache, die sich am Außenski abspielt. Er verliert kurzzeitig Grip. Das gemeine Reporterauge sieht dann meistens nur den Effekt, nämlich eine rasche kurzfristige Gewichtsverlagerung auf den Innenski. Dass der neuerlich mit unkontrollierter Vehemenz zubeißende Außenski für das Übel verantwortlich ist, entgeht den meisten, die auf den Innenski als Teufel schwören.

Beschleunigung am Innenski
Die Ambivalenz der TV-Experten zum Innenski wird deutlich wenn sie ins Schwärmen geraten. “Vuoi am Inaski duachzougn!” “Boah, wie die am Innenski beschleunigt.“ Das wiederum ist zu viel der Ehre. Beschleunigt wird mit dem Allerwertesten meine Herren und auch nicht indem man „den Ski früh auslässt“ wie ich heute von einer Dame hörte. Sofern die Ski so mit den Kanten greifen, dass sie auf einer kreisförmigen Bahn bleiben, der Fahrer also carvt, kann er seine Fahrt beschleunigen, indem er seine Körpermasse in Richtung Kurvenmittelpunkt verschiebt.

Nachdem jetzt der Vorhang für die letzte Ski-World-Cup Vorstellung gefallen ist, könnte der Ski-Fachkommentatorenschaft Zeit für einen Seitenblick zur Eiskunstlauf WM in Nizza bleiben. Die Pirouetten die dort zu sehen sein werden, könnten anschaulich machen, dass zum Beschleunigen auf ähnlichem Untergrund nicht immer ein Innenski vonnöten ist.



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