Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Buddy-Blog: Opposition liest und übernimmt Leitartikel zur Telekom (Bettina Schragl)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



20.06.2012, 3293 Zeichen



(Autorin: Bettina Schragl)
Die Schrecksekunde dauert ziemlich lange - fünf Tage, um genau zu sein. Wir haben an dieser Stelle bereits am Montag verwundert angemerkt, dass Carlos Slims Einstieg bei der Telekom Austria so gar keine politische Reaktion (ausser Freude bei der ÖIAG) hervorruft und vermutet, dass dies nicht ewig halten wird.
Nachdem sich einige Medien-Kommentatoren kritisch geäussert haben (Reinhard Göweil in der „Wiener Zeitung“: „Die Republik Österreich hat sich die Telekom Austria unterm Hintern wegziehen lassen“; oder Eric Frey im „Standard“: „Er (Slim, Anm.) will an der Telekom verdienen, ohne etwas zu geben. Als unternehmerischer Partner ist America Movil noch unbrauchbarer, als es einst die Telecom Italia war“), ist nun auch die Opposition munter geworden.

Gabriela Moser, Telekom-Sprecherin der Grünen, macht heute den Anfang und schickt ähnliche Argumente ins Rennen. Die generellen Vermutungen: Slim wolle an der Telekom nur verdienen (das haben Investoren, u.a. auch Herr Pecik, nun mal so an sich, auch wenn hierzulande Börsegewinne ideologisch nur dann geduldet sind, wenn sie möglichst hoch besteuert werden), Know-how absaugen und trage nichts an Innovation bei (als ob der weltweit zweitgrösste Telekom-Konzern keine Erfahrung mit Emerging Markets hat).

Freilich, welche Pläne Slim im Detail hat bzw. welche Synergien ihm zwischen Telekom und KPN vorschweben, ist noch unbekannt. Den Aktienkursen tut sein Einstieg aber in beiden Fällen sehr gut.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass heimische Analysten den Statements von AMX-Managern, sich mit Minderheiten begnügen zu wollen, nicht so recht Glauben schenken. Erste Group Analystin Vera Sutedja weist in ihrem heutigen Update zur Telekom darauf hin, dass America Movil bei allen Beteiligungen einen Anteil zwischen 87,5% und 100% hält. Das könne wohl dahingehend gedeutet werden, dass Carlos Slim gern die volle Kontrolle über die Unternehmen hat. De RCB spielt in der Analyse ebenfalls Szenarien durch, wo Slim langfristig auf über 50% an der Telekom kommt.

Ziemlich heftige Probleme hat auch das Management des niederländischen Telekom-Konzerns KPN mit Carlos Slim. Dieser will knapp 28% zu 8 Euro je Aktie erwerben - ein zu grosser Anteil für zu wenig Geld, kontert das Management und will zu teils als „gefährlich“ eingestuften (weil mit schwierigen Rechtsfragen verbundenen) Giftpillen greifen. KPN-Chef Blok hat zudem versucht, den Mexikanern eine Beschränkung ihrer Stimmrechte abzuluchsen. Die - durchaus verständliche - Replik von AMX: Man könne alle Punkte akzeptieren, aber nicht den Bruch des Grundsatzes „eine Aktie - eine Stimme“.

Keine Frage, Slim wirbelt Europas Telekomlandschaft, in der es zuletzt an Wachstumsfantasie und -ideen gemangelt hat, auf. Was er einbringen kann, wird sich zeigen. Natürlich wäre auch sehr interessant zu wissen, wie sich die Republik die weitere Vorgehensweise vorstellt - etwa hinsichtlich möglicher Aufstockung Slims, Mitziehen oder Verwässern lassen bei Kapitalerhöhungen, Syndikatsvertrag etc. Vielleicht wäre es nicht schlecht, sich hier strategiemässig ein bisschen vorzubereiten und zu kommunizieren und sich nicht im Kleinkrieg über die Zukunft der ÖIAG zu verheddern ...
(aus dem Börse Express vom 20.6., mehr Kommentare von Bettina HIER)



BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1099: Wiener Börse zum Februar-Verfall fester, aber mit kleiner Enttäuschung, positive Spannungsmomente bei der Porr




 

Bildnachweis

1.

Aktien auf dem Radar:Kapsch TrafficCom, Strabag, Agrana, Bajaj Mobility AG, Addiko Bank, Austriacard Holdings AG, Amag, Rosgix, DO&CO, Porr, FACC, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Reploid Group AG, Josef Manner & Comp. AG, UBM, CA Immo, EuroTeleSites AG, EVN, Flughafen Wien, CPI Europe AG, OMV, Österreichische Post, Telekom Austria, Verbund, Fresenius Medical Care, Allianz, HeidelbergCement, Deutsche Post, Scout24, Bayer.


Random Partner

Do&Co
Als Österreichisches, börsennotiertes Unternehmen mit den drei Geschäftsbereichen Airline Catering, internationales Event Catering und Restaurants, Lounges & Hotel bieten wir Gourmet Entertainment auf der ganzen Welt. Wir betreiben 32 Locations in 12 Ländern auf 3 Kontinenten, um die höchsten Standards im Produkt- sowie Service-Bereich umsetzen zu können.

>> Besuchen Sie 59 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    BSN MA-Event Fresenius Medical Care
    BSN MA-Event Fresenius Medical Care
    #gabb #2045

    Featured Partner Video

    Wiener Börse Party #1094: ATX am Freitag, den 13., doch mit ein bissl Korrektur; die Sache mit 300 Mio., Do&Co-WM-Update, Bawag-Ratespiel

    Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

    Books josefchladek.com

    Siri Kaur
    Sistermoon
    2025
    Void

    JH Engström
    Dimma Brume Mist
    2025
    Void

    Otto Wagner
    Moderne Architektur
    1902
    Anton Schroll

    Thonet
    Stahlrohrmöbel (Catalogue 1934)
    1934
    Selbstverlag

    Léon-Paul Fargue & Roger Parry & Fabian Loris
    Banalité
    1930
    Librairie Gallimard

    Buddy-Blog: Opposition liest und übernimmt Leitartikel zur Telekom (Bettina Schragl)


    20.06.2012, 3293 Zeichen

    (Autorin: Bettina Schragl)
    Die Schrecksekunde dauert ziemlich lange - fünf Tage, um genau zu sein. Wir haben an dieser Stelle bereits am Montag verwundert angemerkt, dass Carlos Slims Einstieg bei der Telekom Austria so gar keine politische Reaktion (ausser Freude bei der ÖIAG) hervorruft und vermutet, dass dies nicht ewig halten wird.
    Nachdem sich einige Medien-Kommentatoren kritisch geäussert haben (Reinhard Göweil in der „Wiener Zeitung“: „Die Republik Österreich hat sich die Telekom Austria unterm Hintern wegziehen lassen“; oder Eric Frey im „Standard“: „Er (Slim, Anm.) will an der Telekom verdienen, ohne etwas zu geben. Als unternehmerischer Partner ist America Movil noch unbrauchbarer, als es einst die Telecom Italia war“), ist nun auch die Opposition munter geworden.

    Gabriela Moser, Telekom-Sprecherin der Grünen, macht heute den Anfang und schickt ähnliche Argumente ins Rennen. Die generellen Vermutungen: Slim wolle an der Telekom nur verdienen (das haben Investoren, u.a. auch Herr Pecik, nun mal so an sich, auch wenn hierzulande Börsegewinne ideologisch nur dann geduldet sind, wenn sie möglichst hoch besteuert werden), Know-how absaugen und trage nichts an Innovation bei (als ob der weltweit zweitgrösste Telekom-Konzern keine Erfahrung mit Emerging Markets hat).

    Freilich, welche Pläne Slim im Detail hat bzw. welche Synergien ihm zwischen Telekom und KPN vorschweben, ist noch unbekannt. Den Aktienkursen tut sein Einstieg aber in beiden Fällen sehr gut.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass heimische Analysten den Statements von AMX-Managern, sich mit Minderheiten begnügen zu wollen, nicht so recht Glauben schenken. Erste Group Analystin Vera Sutedja weist in ihrem heutigen Update zur Telekom darauf hin, dass America Movil bei allen Beteiligungen einen Anteil zwischen 87,5% und 100% hält. Das könne wohl dahingehend gedeutet werden, dass Carlos Slim gern die volle Kontrolle über die Unternehmen hat. De RCB spielt in der Analyse ebenfalls Szenarien durch, wo Slim langfristig auf über 50% an der Telekom kommt.

    Ziemlich heftige Probleme hat auch das Management des niederländischen Telekom-Konzerns KPN mit Carlos Slim. Dieser will knapp 28% zu 8 Euro je Aktie erwerben - ein zu grosser Anteil für zu wenig Geld, kontert das Management und will zu teils als „gefährlich“ eingestuften (weil mit schwierigen Rechtsfragen verbundenen) Giftpillen greifen. KPN-Chef Blok hat zudem versucht, den Mexikanern eine Beschränkung ihrer Stimmrechte abzuluchsen. Die - durchaus verständliche - Replik von AMX: Man könne alle Punkte akzeptieren, aber nicht den Bruch des Grundsatzes „eine Aktie - eine Stimme“.

    Keine Frage, Slim wirbelt Europas Telekomlandschaft, in der es zuletzt an Wachstumsfantasie und -ideen gemangelt hat, auf. Was er einbringen kann, wird sich zeigen. Natürlich wäre auch sehr interessant zu wissen, wie sich die Republik die weitere Vorgehensweise vorstellt - etwa hinsichtlich möglicher Aufstockung Slims, Mitziehen oder Verwässern lassen bei Kapitalerhöhungen, Syndikatsvertrag etc. Vielleicht wäre es nicht schlecht, sich hier strategiemässig ein bisschen vorzubereiten und zu kommunizieren und sich nicht im Kleinkrieg über die Zukunft der ÖIAG zu verheddern ...
    (aus dem Börse Express vom 20.6., mehr Kommentare von Bettina HIER)



    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Wiener Börse Party #1099: Wiener Börse zum Februar-Verfall fester, aber mit kleiner Enttäuschung, positive Spannungsmomente bei der Porr




     

    Bildnachweis

    1.

    Aktien auf dem Radar:Kapsch TrafficCom, Strabag, Agrana, Bajaj Mobility AG, Addiko Bank, Austriacard Holdings AG, Amag, Rosgix, DO&CO, Porr, FACC, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Reploid Group AG, Josef Manner & Comp. AG, UBM, CA Immo, EuroTeleSites AG, EVN, Flughafen Wien, CPI Europe AG, OMV, Österreichische Post, Telekom Austria, Verbund, Fresenius Medical Care, Allianz, HeidelbergCement, Deutsche Post, Scout24, Bayer.


    Random Partner

    Do&Co
    Als Österreichisches, börsennotiertes Unternehmen mit den drei Geschäftsbereichen Airline Catering, internationales Event Catering und Restaurants, Lounges & Hotel bieten wir Gourmet Entertainment auf der ganzen Welt. Wir betreiben 32 Locations in 12 Ländern auf 3 Kontinenten, um die höchsten Standards im Produkt- sowie Service-Bereich umsetzen zu können.

    >> Besuchen Sie 59 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      BSN MA-Event Fresenius Medical Care
      BSN MA-Event Fresenius Medical Care
      #gabb #2045

      Featured Partner Video

      Wiener Börse Party #1094: ATX am Freitag, den 13., doch mit ein bissl Korrektur; die Sache mit 300 Mio., Do&Co-WM-Update, Bawag-Ratespiel

      Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

      Books josefchladek.com

      Léon-Paul Fargue & Roger Parry & Fabian Loris
      Banalité
      1930
      Librairie Gallimard

      Livio Piatti
      zooreal
      2003
      Kontrast Verlag

      Siri Kaur
      Sistermoon
      2025
      Void

      Stephen Shore
      Uncommon Places
      1982
      Aperture

      Joselito Verschaeve
      As Long as the Sun Lasts
      2025
      Void