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Inbox: Alles andere als eine Zinsanhebung wäre eine riesengroße Überraschung


11.06.2017

Zugemailt von / gefunden bei: Raiffeisen Research (BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)

USA: In den nächsten Tagen stehen zahlreiche Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Besonderes Augenmerk dürften die Marktteilnehmer auf die am Mittwoch anstehenden Verbraucherpreiszahlen für Mai richten. Zuletzt hatte die Inflationsentwicklung enttäuscht. Das lag aber in erster Linie an Sondereffekten im Zusammenhang mit der Einführung einer neuen Berechnungsmethode für die Preisentwicklung von Mobilfunktarifen bzw. Heilmitteln (hedonische Preismessung) sowie einer Abschwächung beim Preisanstieg für Mieten und selbstgenutztes Wohneigentum. Beide Effekte drückten die Kerninflationsrate im März und April um in Summe 0,3 Prozentpunkte. Für Mai rechnen wir erneut mit einer verhaltenen Inflationsentwicklung. Bereinigt um saisonale Effekte dürfte der Verbraucherpreisindex gegenüber April lediglich stagniert haben. Ohne die Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln erwarten wir ein Plus in Höhe von 0,1 % p.m.

Ebenfalls am Mittwoch werden die Einzelhandelsumsatzzahlen für Mai bekanntgegeben. In Folge des für einen Mai untypischen Kraftstoffpreisrückgangs dürften die Einzelhandelspreise im letzten Monat gesunken sein. Der nominal berichtete Einzelhandelsumsatz dürfte daher lediglich stagniert haben. In der relevanten realen Abgrenzung sollte sich dagegen ein Anstieg zum Vormonat ergeben.

Mit den Zahlen zur Industrieproduktion für Mai steht am Donnerstag ein weiterer „harter“ Konjunkturindikator an. Die vorliegenden Zahlen zu Beschäftigung und Wochenarbeitsstunden im Verarbeitenden Gewerbe deuten auf eine leicht rückläufige Produktion hin. Demgegenüber dürfte der Output im Bergbau sowie in der Öl- und Gasförderung deutlich gestiegen sein. Aufgrund des sehr hohen Gewichts des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Industrieproduktion dürfte diese im Vormonatsvergleich dennoch nur stagniert haben.

Mit dem Empire State Manufacturing Index und dem Philadelphia Fed Index (beide Do) werden die beiden ersten relevanten regionalen Stimmungsumfragen für das Verarbeitende Gewerbe im Juni veröffentlicht. Nach dem markanten Anstieg des Philadelphia Fed Index im Mai rechnet der Konsens bei diesem Indikator mit einem deutlichen Rücksetzer.

Hauptaugenmerk der Marktakteure wird in den nächsten Tagen zweifelsohne auf der FOMC-Zinssitzung am 14. Juni liegen. Dabei geht es in erster Linie aber nicht darum, ob die Währungshüter den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,00 % bis 1,25 % anheben. Alles andere als eine Zinsanhebung wäre eine riesengroße Überraschung. Was die Marktteilnehmer vielmehr interessiert, ist zum einen, ob sich der projizierte Leitzinspfad verändert und ob es Ankündigungen zu einem möglichen Abbau des riesigen Wertpapierportfolios der Fed gibt. Was den projizierten Leitzinspfad angeht, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser für 2018 von drei auf vier Zinsanhebungen nach oben verschiebt. Verglichen mit März müsste hierzu nur eines von sechs FOMC-Mitgliedern, die für Ende 2018 ein Leitzinsniveau von 2,00 % bis 2,25 % als angemessen ansahen, in der Juni-Projektion für das nächste Jahr einen Zinsschritt mehr erwarten. Angesichts der jüngsten Arbeitsmarktentwicklung – Arbeitslosenquote nahe früherer zyklischer Tiefs und weiter fallend, Anzahl der offenen Stellen auf Rekordniveau, Anzahl arbeitssuchender Menschen je offener Stelle auf niedrigstem Stand seit dem Jahr 2000 – sehen wir das als nicht unrealistisch an. Über den nach wie vor nur geringen Inflationsdruck dürften sich die Währungshüter dagegen keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Sie könnten sich wohl keine bessere Situation wünschen als einen voll ausgelasteten Arbeitsmarkt bei gleichzeitiger Preissta- bilität. In diesem Umfeld können sie ihre geldpolitische Normalisierung in Ruhe fortsetzen. Mit Blick auf den Abbau des Anleiheportfolios dürfte Fed-Präsidentin Janet Yellen auf der Pressekonferenz recht konkret werden. Jüngste Äußerungen diverser FOMC-Mitglieder sowie das Sitzungsprotokoll von Mai legen nahe, dass es einen Konsens im FOMC gibt, noch in diesem Jahr mit dem Abschmelzen der Notenbankbilanz zu beginnen. Frau Yellen dürfte sowohl Aussagen zum wahrscheinlichen Beginn der Bilanzreduktion – wir rechnen mit dem vierten Quartal 2017 – sowie zum Tempo des avisierten Abbaus – wir halten als Einstieg eine monatliche Reduktion um USD 5 Mrd. bis 10 Mrd. für wahrscheinlich, die über einen Zeitraum von neun bis 12 Monaten auf das Endniveau von USD 25 Mrd. bis 35 Mrd. hochgefahren werden dürfte – machen. Das Zielvolumen der Notenbankbilanz, das wir bei USD 2,25 Bio. bis 2,5 Bio. sehen, wäre damit im Jahr 2022 oder 2023 erreicht. Liegen wir mit unserer Einschätzung richtig, sollten die Kurse amerikanischer Staatsanleihen sowohl im 10- als auch im 2-jährigen Laufzeitbereich zumindest leicht unter Druck kommen.

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(BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)

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    Hauptaugenmerk der Marktakteure wird in den nächsten Tagen zweifelsohne auf der FOMC-Zinssitzung am 14. Juni liegen. Dabei geht es in erster Linie aber nicht darum, ob die Währungshüter den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,00 % bis 1,25 % anheben. Alles andere als eine Zinsanhebung wäre eine riesengroße Überraschung. Was die Marktteilnehmer vielmehr interessiert, ist zum einen, ob sich der projizierte Leitzinspfad verändert und ob es Ankündigungen zu einem möglichen Abbau des riesigen Wertpapierportfolios der Fed gibt. Was den projizierten Leitzinspfad angeht, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser für 2018 von drei auf vier Zinsanhebungen nach oben verschiebt. Verglichen mit März müsste hierzu nur eines von sechs FOMC-Mitgliedern, die für Ende 2018 ein Leitzinsniveau von 2,00 % bis 2,25 % als angemessen ansahen, in der Juni-Projektion für das nächste Jahr einen Zinsschritt mehr erwarten. Angesichts der jüngsten Arbeitsmarktentwicklung – Arbeitslosenquote nahe früherer zyklischer Tiefs und weiter fallend, Anzahl der offenen Stellen auf Rekordniveau, Anzahl arbeitssuchender Menschen je offener Stelle auf niedrigstem Stand seit dem Jahr 2000 – sehen wir das als nicht unrealistisch an. Über den nach wie vor nur geringen Inflationsdruck dürften sich die Währungshüter dagegen keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Sie könnten sich wohl keine bessere Situation wünschen als einen voll ausgelasteten Arbeitsmarkt bei gleichzeitiger Preissta- bilität. In diesem Umfeld können sie ihre geldpolitische Normalisierung in Ruhe fortsetzen. Mit Blick auf den Abbau des Anleiheportfolios dürfte Fed-Präsidentin Janet Yellen auf der Pressekonferenz recht konkret werden. Jüngste Äußerungen diverser FOMC-Mitglieder sowie das Sitzungsprotokoll von Mai legen nahe, dass es einen Konsens im FOMC gibt, noch in diesem Jahr mit dem Abschmelzen der Notenbankbilanz zu beginnen. Frau Yellen dürfte sowohl Aussagen zum wahrscheinlichen Beginn der Bilanzreduktion – wir rechnen mit dem vierten Quartal 2017 – sowie zum Tempo des avisierten Abbaus – wir halten als Einstieg eine monatliche Reduktion um USD 5 Mrd. bis 10 Mrd. für wahrscheinlich, die über einen Zeitraum von neun bis 12 Monaten auf das Endniveau von USD 25 Mrd. bis 35 Mrd. hochgefahren werden dürfte – machen. Das Zielvolumen der Notenbankbilanz, das wir bei USD 2,25 Bio. bis 2,5 Bio. sehen, wäre damit im Jahr 2022 oder 2023 erreicht. Liegen wir mit unserer Einschätzung richtig, sollten die Kurse amerikanischer Staatsanleihen sowohl im 10- als auch im 2-jährigen Laufzeitbereich zumindest leicht unter Druck kommen.

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