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Post: Daten-Causa mit 18 Mio. Euro bestraft

Magazine aktuell


#gabb aktuell



29.10.2019, 4201 Zeichen

Die Österrreichische Post gibt ein Update und informiert über eine Strafzahlung: So geht das Unternehmen in der Umsatzentwicklung für das Gesamtjahr 2019  - wie bereits in der Halbjahresentwicklung ersichtlich - von einem Anstieg aus. Basierend auf der guten Entwicklung im Kerngeschäft wird für das Jahr 2019 in Summe ein stabiles operatives Ergebnis (EBIT) angepeilt, welches diverse Anlaufkosten zum Aufbau des Finanzdienstleistungsgeschäfts inkludiert. Nicht inkludiert sei allerdings eine Rückstellung für eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 18 Mio Euro, die die Datenschutzbehörde gegen die Österreichische Post wegen Verwendung von Marketingdaten ausgesprochen hat. Das Straferkenntnis sei nicht rechtskräftig, die Österreichische Post wird gegen diesen Bescheid erster Instanz Rechtsmittel ergreifen,wie es heißt.

Trotz rückläufiger Briefmengen würden positive Einmaleffekte wie Wahlen und Sonderaussendungen, vor allem aber auch das wachsende Paketgeschäft, für einen positiven Trend sorgen.

Die Partnerschaft mit der Deutsche Post DHL Group zur Paketzustellung in Österreich sei sehr gut angelaufen. Seit 1. August 2019 erfolgt die Zustellung von Paketen in Österreich durch die Österreichische Post. Das gesamte monatliche Transport- und Zustellvolumen ist nunmehr um ca. 25 % höher als im Jahr zuvor. Vor dem Hintergrund dieser Paketmengenentwicklung hat das Investitionsprogramm zur Kapazitätserweiterung oberste Priorität. Wie bereits kommuniziert sind 2019 zusätzlich zu den Basis-Investitionen in Höhe von ca. 70 Mio Euro Wachstumsinvestitionen in Höhe von über 50 Mio Euro geplant. Darüber hinaus sind Investitionen in Erweiterungen bzw. Zukäufe von Grundstücken in der Größenordnung von 25 Mio Euro sowie der Erwerb von Sortiertechnik im Zusammenhang mit der Kooperation der Deutsche Post DHL Group in Höhe von 15 Mio Euro zu erwarten.

Die nächsten Meilensteine seien die Fertigstellung des Paket-Logistikzentrums in Kalsdorf bei Graz sowie ein Logistikzentrum in Thalgau/Salzburg Mitte nächsten Jahres. Somit ist auch im Geschäftsjahr 2020 mit einem CAPEX-Programm in der Größenordnung des Jahres 2019 zu rechnen. Durch den hohen Bestand an Finanzmitteln in der Bilanz ist es der Österreichischen Post den Angaben zufolge möglich, die zielgerichteten Wachstumsinvestitionen in der Logistikinfrastruktur und in die neuen Finanzdienstleistungen selbst zu finanzieren. Der operativ erwirtschaftete Cashflow wird daher weiterhin für die Investitionen der operativen Bereiche sowie für die Beibehaltung der attraktiven Dividendenpolitik verwendet.

An Neuerungen im Produktsortiment werde gearbeitet, wie etwa ein erleichterter Zugang zu ECO-Sendungen oder Vereinfachungen bei Wert- und Gefahrgutsendungen. Weitere innovative Lösungen sollen auch im Paket-Privatkundenbereich geschaffen werden. So wird im Jahr 2020 die technische Basis für Weiterentwicklungen des Abholservices und von AllesPost gelauncht. Das Abholservice kann zukünftig auch über eine App gesteuert werden und die Funktionen für AllesPost werden erweitert.

Wichtige Meilensteine seien erreicht worden, um ab dem zweiten Quartal 2020 ein fokussiertes Finanzdienstleistungsgeschäft in den Geschäftsstellen der Österreichischen Post anzubieten. Nach dem positiven Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen des Eigentümerkontrollverfahrens hat sich die Österreichische Post mit 80% an der Brüll Kallmus Bank AG (vormaliger Alleineigentümer GRAWE Bankengruppe) beteiligt. Die Österreichische Post wird nunmehr - nach erfolgtem Closing - im Zuge einer Kapitalerhöhung rund 55 Mio Euro einbringen. Ab dem zweiten Quartal 2020 werden neue Finanzdienstleistungen angeboten. Ziel sei es, sowohl online als auch physisch präsent zu sein - das Netz der Post mit ihren rund 1.800 Geschäftsstellen an eigenbetriebenen Filialen und Post Partnern ist eine hervorragende Basis dafür. Das Geschäftsmodell wird fokussiert und risikoavers gestaltet und Dienstleistungen rund um Konto und Zahlungsverkehr enthalten. Weitere Finanzdienstleistungen und Versicherungsprodukte sollen über Partner angeboten werden und das Produktportfolio abrunden. Positive Ergebnisbeiträge aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft werden ab 2023 erwartet.

 


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Autor
Christine Petzwinkler
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