24.03.2026, 4578 Zeichen
Die Bundesregierung zieht die Daumenschrauben für möblierte Wohnungen und Kurzzeitmieten an. Mit dem Gesetzentwurf „Mietrecht II“ will Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) Schlupflöcher in der Mietpreisbremse schließen. Branchenexperten sehen darin eine Zäsur für ein Geschäftsmodell, das in Metropolen zuletzt Rekordzahlen erreichte.
Transparenz statt Intransparenz: Möblierungszuschlag wird gedeckelt
Bisher konnten Vermieter den Aufpreis für Möbel oft pauschal in die Miete einrechnen – ohne detaillierte Aufschlüsselung. Das machte Mieterinnen praktisch wehrlos. Künftig müssen Vermieter den reinen Möblierungszuschlag schon vor Vertragsabschluss offenlegen. Tun sie das nicht, zahlen Mieter nur die reguläre Kaltmiete.
Anzeige
Angesichts der neuen gesetzlichen Regelungen müssen Vermieter genau prüfen, welche Mietpreise 2025 noch rechtssicher sind. Dieser kostenlose Report liefert Ihnen eine aktuelle Marktübersicht und hilft Ihnen, Mietanpassungen fundiert zu begründen. In 5 Minuten wissen, was Sie 2025 wirklich verlangen dürfen
Die Reform plant klare Obergrenzen: Für voll möblierte Wohnungen gilt künftig ein pauschaler Aufschlag von maximal fünf Prozent der Nettokaltmiete. Alternativ sind ein Prozent des aktuellen Möbelzeitwerts pro Monat erlaubt – bei jährlicher Abschreibung von fünf Prozent. Diese Deckelung trifft den Markt ins Mark. In Frankfurt entfallen bereits 41 Prozent aller Inserate auf möblierte Wohnungen, in Berlin sind es 35 Prozent. Die Aufschläge lagen dort oft deutlich über den neuen Grenzen.
Sechs-Monate-Grenze stoppt teure Befristungen
Ein zweiter Hebel der Reform betrifft befristete Mietverträge. Bisher galt für Wohnraum zum „vorübergehenden Gebrauch“ eine Ausnahme von der Mietpreisbremse. Diese vage Formulierung nutzten Vermieter laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zunehmend, um Verträge über sieben oder zehn Monate zu überhöhten Preisen anzubieten.
Das soll ein Ende haben. Die Mietpreisbremse gilt künftig ausnahmslos für alle Mietverhältnisse über sechs Monate. Nur bei tatsächlicher Kurzfristigkeit unter einem halben Jahr bleibt die Preisgestaltung flexibler – vorausgesetzt, ein berechtigter Grund wie ein beruflicher Kurzaufenthalt liegt vor. Die Politik fürchtet den statistischen Effekt: Das Angebot an klassischen, unbefristeten Mietwohnungen in den Top-7-Städten sank zwischen 2021 und 2025 um rund 32.000 Inserate. Möblierte Angebote blieben stabil oder wuchsen.
Branche warnt: „Fatale Folgen für Fachkräftemobilität“
Die Pläne stoßen auf heftigen Widerstand. Das Netzwerk „Zeitwohnwerk“, ein Zusammenschluss von Agenturen für möbliertes Wohnen, warnt vor den Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort. Geschäftsführerin Sara Basad befürchtet einen massiven Rückzug von Investoren. Das hätte fatale Folgen für die Mobilität von Fachkräften, die auf sofort verfügbaren, löffelfertigen Wohnraum angewiesen sind.
Anzeige
Neben der Kaltmiete rücken auch die Nebenkosten immer stärker in den Fokus von Gesetzgeber und Mietern. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie Heizung, Grundsteuer und Reinigung 2025 rechtssicher umlegen und teure Abrechnungsfehler vermeiden. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber für Betriebskosten herunterladen
Kritiker monieren, die Fünf-Prozent-Pauschale decke die realen Kosten für hochwertige Möblierung, Instandhaltung und das erhöhte Leerstandsrisiko nicht ab. Die Folge? Private Vermieter könnten Wohnungen leer stehen lassen oder in den weniger regulierten Ferienwohnungsmarkt abwandern. Auch der Immobilienverband ZIA sieht eine Wachstumsbremse. Die starre Koppelung an die Nettokaltmiete vernachlässige die Dienstleistungskomponente. Mieter zahlten den Aufpreis schließlich für Komfort und Flexibilität – ohne Sorgen um Möbelkauf oder Vertragsabschlüsse.
Markt vor der Konsolidierung: Micro-Living in der Zwickmühle
Die Auswirkungen sind schon jetzt spürbar. Marktbeobachter registrieren zunehmende Zurückhaltung bei Projektentwicklern, die auf „Micro-Living“-Konzepte mit hunderten kleinen, möblierten Einheiten setzen. Ihre Kalkulation basierte auf den bisherigen Freiheiten beim Möblierungszuschlag.
Tritt der Gesetzentwurf wie geplant noch dieses Jahr in Kraft, müssen Bestandsvermieter ihre Verträge und Preise grundlegend anpassen. Mieter erhalten erstmals ein effektives Instrument gegen überzogene Aufschläge – ohne langwierige Gutachten über den Zeitwert von Einbauküchen. Doch löst die Regulierung das Grundproblem? Der massive Neubaumangel bleibt. Während das segment des möblierten Wohnens schrumpft, dürfte der Druck auf den unmöblierten Bestand in den Metropolen weiter steigen.
Börsepeople im Podcast S24/09: Bernadette Händlhuber
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:UBM, Agrana, CA Immo, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Polytec Group, Frequentis, Rosgix, EVN, Uniqa, Österreichische Post, AT&S, Rosenbauer, Lenzing, Addiko Bank, Frauenthal, SBO, Verbund, BTV AG, Athos Immobilien, Oberbank AG Stamm, Amag, Flughafen Wien, CPI Europe AG, Semperit, Telekom Austria, Münchener Rück, RWE, Allianz, DAIMLER TRUCK HLD..., Fresenius Medical Care.
Random Partner
EY
Bei EY wird alles daran gesetzt, dass die Welt besser funktioniert. Dafür steht unser Anspruch „Building a better working world“. Mit unserem umfassenden Wissen und der Qualität unserer Dienstleistungen stärken wir weltweit das Vertrauen in die Kapitalmärkte und Volkswirtschaften.
>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. AT&S, RBI, Edda Vogt und Bernadette Hän...
» Von der Apotheke zur Optionshändlerin: Wie eine Wienerin ihren Weg an di...
» LinkedIn-NL: Wer will mein(e) Nachbar(in) in 1090 Wien werden?
» Börsepeople im Podcast S24/09: Bernadette Händlhuber
» Österreich-Depots: Osterbilanz (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 2.4.: Extremes zu RBI (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Thomas Winkler, Dorothee Bauer (audio cd.at)
» News zu Andritz, Wiener Börse und ein Spoiler zum börsefreien Karfreitag...
» ATX am Gründonnerstag im Minus – AT&S feiert All-Time-High und die Börse...
» Wiener Börse Party #1128: ATX am Gründonnerstag rot, Extremes zu AT&S un...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Buying the Dip bei wikifolio 04.04.26: Schlumberger
- wikifolio Champion per ..: Philipp Struck mit Glo...
- Wie ElringKlinger, Samsung Electronics, Geely, Ac...
- Wie WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG, Verbund...
- ATX charttechnisch: Trendwende könnte sich bald b...
- Fazits zu AT&S, Wienerberger, DO & CO, CA Immo, AMAG
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1116: ATX wieder fast Return to Sender, AT&S und das volle Dutzend, Frequentis läutet das Gewinnerfeld ein
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Pedro J. Saavedra
Donde el viento da la vuelta
2023
Self published
Marcel Natkin (ed.)
Le nu en photographie
1937
Éditions Mana
Jack Davison
13–15 November. Portraits: London
2026
Helions
L'électrification de la ligne Paris Le Mans (photos by Roger Schall)
1937
Editions Perceval
