27.02.2026, 3637 Zeichen
Intellego Technologies kämpft nach massiven Enthüllungen über gefälschte Geschäftszahlen und polizeilichen Ermittlungen ums Überleben. Vor wenigen Tagen hat das Unternehmen auf einer außerordentlichen Generalversammlung die gesamte Führungsmannschaft ausgetauscht. Kann der neue Vorstand unter dem Vorsitz von Fredrik Olsson das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen und die drohende Delistung von der Börse noch abwenden?
Der neu gewählte Vorstand besteht nun aus vier Mitgliedern: Fredrik Olsson übernimmt den Vorsitz, unterstützt von Anders Ermén, Mats Geijer und David Pastrana. Unmittelbar nach ihrer Ernennung zog die neue Führung erste Konsequenzen und entließ den bisherigen CEO Jacob Laurin. Dieser wird seine Aufgaben nur noch während einer Übergangsfrist bis zum 23. Mai wahrnehmen, um einen geordneten Wechsel zu ermöglichen.
Dieser radikale Umbruch ist die Reaktion auf eine monatelange Krise. Im Zentrum steht eine forensische Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die bereits im November des vergangenen Jahres eingeleitet wurde. Die Ergebnisse dieser Prüfung erschüttern das Fundament des Unternehmens.
Die Erkenntnisse der Prüfer sind verheerend für die bisherige Berichterstattung. Ein erster Bericht legte offen, dass rund 640 Millionen der für die ersten drei Quartale 2025 gemeldeten 644 Millionen Schwedischen Kronen (SEK) an Nettoumsätzen fälschlicherweise verbucht wurden. Damit entpuppt sich das bisherige Wachstum fast vollständig als Luftbuchung.
In der vergangenen Woche folgte die nächste Hiobsbotschaft: Eine weitere Überprüfung des Geschäftsjahres 2024 ergab, dass auch dort 133,9 Millionen SEK der insgesamt 136,8 Millionen SEK an ausgewiesenen Umsätzen nicht hätten anerkannt werden dürfen. In der Folge erstattete der Vorstand eine weitere Strafanzeige gegen den ehemaligen CEO Claes Lindahl. Ihm wird vorgeworfen, gezielt Methoden angewandt zu haben, um die internen Kontrollmechanismen des Unternehmens zu umgehen. Eine erste Anzeige gegen Lindahl wurde bereits im Januar bei der schwedischen Behörde für Wirtschaftskriminalität eingereicht.
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Die rechtlichen und finanziellen Probleme gefährden die Börsennotierung massiv. Nasdaq Stockholm hat bereits im vergangenen Monat beantragt, die Aktien von Intellego vom Nasdaq First North Growth Market auszuschließen. Über diesen Antrag muss nun der Disziplinarausschuss entscheiden. Der Handel mit den Papieren ist bereits seit November unterbrochen.
Die neue Führung steht vor der Aufgabe, die laufenden Ermittlungen aufzuarbeiten und die finanzielle Lage des Unternehmens zu stabilisieren. Der Fokus liegt dabei auf der Klärung der rechtlichen Verantwortlichkeiten und dem Versuch, die massiven Bilanzlücken sowie die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen für die Gesellschaft zu bewältigen. Die Entscheidung des Disziplinarausschusses über den Verbleib an der Börse wird die weitere Existenzfähigkeit des Unternehmens maßgeblich bestimmen.
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