15.03.2026, 3557 Zeichen
Kliniken und Verbände starten neue Pflegekurse für Angehörige. Das Frühjahrsprogramm 2026 legt einen starken Schwerpunkt auf die mentale Gesundheit der Pflegenden. Die Kurse sind für Teilnehmer kostenlos.
Neben klassischen Pflegetechniken wie rückenschonendem Arbeiten bieten die Kurse jetzt vermehrt Module zur Stressbewältigung und Selbstfürsorge. In Dortmund startet etwa der achtwöchige Kurs „Zeit für mich“. Auch das Katholische Klinikum Bochum und das Helios Klinikum Schwerin haben neue Präsenztermine bestätigt.
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Viele Träger bieten mittlerweile spezielle Schulungen an, etwa zum Umgang mit Demenz. Für Familien, die keine Gruppenkurse besuchen können, gibt es Einzelschulungen. Dabei kommt eine Fachkraft direkt nach Hause, um die Situation vor Ort zu analysieren.
Die Finanzierung ist gesichert: Alle Kurse werden nach Paragraf 45 SGB XI vollständig von den Pflegekassen getragen. Die Teilnahme ist für Angehörige kostenfrei und unabhängig von der eigenen Krankenkasse.
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Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat den März zum Gleichstellungsmonat ausgerufen. Damit rückt er die oft unsichtbare Sorgearbeit in den Fokus, die überwiegend von Frauen geleistet wird. Viele Betroffene wissen laut SoVD nicht, dass ihnen kostenlose Schulungen zustehen.
„Die kostenlosen Unterstützungsangebote werden leider nur von wenigen Anspruchsberechtigten genutzt“, bemängelt Katharina Lorenz vom SoVD Niedersachsen. Der Verband setzt daher auf digitale Aufklärungsformate wie Videokonferenzen, um über Rechte und Leistungen zu informieren.
Die neuen Kurse sind Teil größerer Veränderungen durch die Pflegereform 2026. Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) wie spezielle Pflege-Apps sollen leichter nutzbar werden. Neu ist, dass auch pflegende Angehörige diese Apps offiziell nutzen dürfen.
Das monatliche Budget für solche digitalen Hilfen soll auf bis zu 40 Euro steigen. Zudem gibt es bürokratische Erleichterungen: Für Pflegebedürftige der Grade 4 und 5 wird der verpflichtende Beratungsbesuch nur noch halbjährlich statt vierteljährlich fällig.
Viele Kurse klären heute auch über finanzielle Absicherung auf. Die Pflegekassen zahlen unter bestimmten Voraussetzungen Rentenversicherungsbeiträge für Pflegende, die ihre Erwerbstätigkeit einschränken.
Eine zusätzliche Entlastung könnte die für Juli angekündigte Rentenerhöhung von 4,24 Prozent bringen. Sie soll helfen, die gestiegenen Eigenanteile für Pflegehilfsmittel zu stemmen. Kursleiter informieren zudem über die Beantragung von „Hilfe zur Pflege“ beim Sozialamt.
Die Plätze in den Präsenzkursen sind oft begrenzt. Pflegestützpunkte raten zu einer frühzeitigen Anmeldung bei Kliniken, dem DRK oder Wohlfahrtsverbänden. Die Entwicklung hin zu digitalen Formaten und Apps macht die Unterstützung flexibler.
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