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18.03.2013, 2692 Zeichen


Habe eben das Gerücht gehört, dass der Euro mit der Zypern-Provokation bewusst gesprengt wurde. Es war klar, dass das die Zyprioten nicht hinnehmen würden. Und nun könnte alles seinen Lauf nehmen. Die Börsen werden heute einiges vorwegnehmen. Die Einlagensicherung ist Geschichte, niemand wird mehr daran glauben.




Mein Bericht vom Sonntag:

Das Zypern-Thema birgt gewaltigen Sprengstoff. Die geplante Teilenteignung der Sparer sorgt für ein neues Level, weil alles erstmals greifbar wird. Die Politik verkauft den Bürgern ja seit Jahren, dass der Steuerzahler die Kosten der Krise (an der lt. Politik nicht die Politik, sondern nur die Banken schuld sind) berappen muss. Nur haben das viele Steuerzahler bisher nicht bemerkt, dass sie was gezahlt haben. Es ist zB dem gelernten österreichischen Umverteilungsgeschädigten irgendwie alles zu intransparent, ob er nun für Bankenrettung, Radwege oder das Sozialsystem zahlen muss und wieviel eigentlich genau für was. So genau will man das nicht wissen. Wenn aber das eigene Sparkonto direkt angeknabbert werden würde, täte es Granada spielen.

Dieses Granada wird sicher schon heute den Notenbanken grosse Sorgen machen, ich erwarte viele Aussendungen nach dem Motto: "Die Spareinlagen in unserem Land sind sicher". Trotzdem wird man nicht verhindern können, dass der eine oder andere zur Bank marschiert und sicherheitshalber das ohnedies miserabel verzinste Gerschtl (auch hier: Die Politik hält die Zinsen künstlich tief und enteignet die Sparer schon jetzt, aber das kriegt auch kaum jemand mit) mit nach Hause nimmt.

Durch so etwas kann eine Lawine losgetreten werden, vgl. Lehman.

Und ein Sidestep: Der Euro ist wichtig, keine Frage. Es muss um ihn gekämpft werden. Ein Eldorado wie seinerzeit die DM-Bindung ist er für österreichische Sparer aber nicht. Denn rückwirkend betrachtet war die DM-Bindung ein Idealszenario für die österreichischen Sparer und Bundesanleihenkäufer, da die österreichischen Bundesbonds aufgrund der Schuldenpolitik Kreiskys in der Spitze um bis zu 2,5 Prozentpunkte höhere Verzinsungen boten als ihre D-Pendants. Was den Staat viel Geld kostete, freute den Sparer (heute gibts auch Staatsschulden, aber die Zinsen werden räuberisch tief gehalten).

1981 konnte man zB 10jährige Ö-Bonds mit Renditen von deutlich mehr als zehn Prozent erwerben. Erst Ende der 80er bzw. in den frühen 90ern ging diese Risikoprämie für Österreich (die ja nie schlagend wurde, weil der Schilling vs. DM wie ein Felsen hielt) auf fast null zurück. Die Renditeeinengung zu D war dabei weniger auf das EU-Beitrittsansuchen Österreichs (1989) denn auf die deutsche Wiedervereinigung zurückzuführen. Schulden machten nun auch die Deutschen.





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    Bibliographisches Institut AG

    Wurde der Euro mit der Zypern-Provokation bewusst gesprengt? Börsen unter Druck


    18.03.2013, 2692 Zeichen


    Habe eben das Gerücht gehört, dass der Euro mit der Zypern-Provokation bewusst gesprengt wurde. Es war klar, dass das die Zyprioten nicht hinnehmen würden. Und nun könnte alles seinen Lauf nehmen. Die Börsen werden heute einiges vorwegnehmen. Die Einlagensicherung ist Geschichte, niemand wird mehr daran glauben.




    Mein Bericht vom Sonntag:

    Das Zypern-Thema birgt gewaltigen Sprengstoff. Die geplante Teilenteignung der Sparer sorgt für ein neues Level, weil alles erstmals greifbar wird. Die Politik verkauft den Bürgern ja seit Jahren, dass der Steuerzahler die Kosten der Krise (an der lt. Politik nicht die Politik, sondern nur die Banken schuld sind) berappen muss. Nur haben das viele Steuerzahler bisher nicht bemerkt, dass sie was gezahlt haben. Es ist zB dem gelernten österreichischen Umverteilungsgeschädigten irgendwie alles zu intransparent, ob er nun für Bankenrettung, Radwege oder das Sozialsystem zahlen muss und wieviel eigentlich genau für was. So genau will man das nicht wissen. Wenn aber das eigene Sparkonto direkt angeknabbert werden würde, täte es Granada spielen.

    Dieses Granada wird sicher schon heute den Notenbanken grosse Sorgen machen, ich erwarte viele Aussendungen nach dem Motto: "Die Spareinlagen in unserem Land sind sicher". Trotzdem wird man nicht verhindern können, dass der eine oder andere zur Bank marschiert und sicherheitshalber das ohnedies miserabel verzinste Gerschtl (auch hier: Die Politik hält die Zinsen künstlich tief und enteignet die Sparer schon jetzt, aber das kriegt auch kaum jemand mit) mit nach Hause nimmt.

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    Und ein Sidestep: Der Euro ist wichtig, keine Frage. Es muss um ihn gekämpft werden. Ein Eldorado wie seinerzeit die DM-Bindung ist er für österreichische Sparer aber nicht. Denn rückwirkend betrachtet war die DM-Bindung ein Idealszenario für die österreichischen Sparer und Bundesanleihenkäufer, da die österreichischen Bundesbonds aufgrund der Schuldenpolitik Kreiskys in der Spitze um bis zu 2,5 Prozentpunkte höhere Verzinsungen boten als ihre D-Pendants. Was den Staat viel Geld kostete, freute den Sparer (heute gibts auch Staatsschulden, aber die Zinsen werden räuberisch tief gehalten).

    1981 konnte man zB 10jährige Ö-Bonds mit Renditen von deutlich mehr als zehn Prozent erwerben. Erst Ende der 80er bzw. in den frühen 90ern ging diese Risikoprämie für Österreich (die ja nie schlagend wurde, weil der Schilling vs. DM wie ein Felsen hielt) auf fast null zurück. Die Renditeeinengung zu D war dabei weniger auf das EU-Beitrittsansuchen Österreichs (1989) denn auf die deutsche Wiedervereinigung zurückzuführen. Schulden machten nun auch die Deutschen.





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