14.02.2015, 3959 Zeichen
Im Screen der Woche kann ich heute ein Unternehmen aus der Kategorie Cigar Butts vorstellen. All jene Leser, die die Unterteilung, die ich intern für meine Investments zu Grunde lege, noch nicht kennen, können diese im Einleitungsartikel nachlesen.
Geospace Technologies
Dieses Unternehmen entwickelt verschiedene Produkte, die zur Erschließung und Verarbeitung von seismischen Daten in der Öl- und Gasexploration verwendet werden. Das sind beispielsweise Kabel, Sensoren, etc. die in seismischen Untersuchungen eingesetzt werden. Andererseits wird ein kabelloses System namens GSX verkauft. Die Produkte werden onshore und offshore verwendet. Daneben werden Werkzeuge für die Grafikindustrie angeboten. Niederlassungen hat man in den USA, Kanada, China, Russland, England und Kolumbien.
Es wird keine besonders tiefgründige Erläuterung notwendig sein, was den Aktienkurs des Unternehmens derzeit beeinflusst. Wenn quer durch die Öl- und Gasindustrie die Capex drastisch gekürzt werden, sind Unternehmen wie Geospace besonders stark betroffen. Dementsprechend düster wird momentan wahrscheinlich der kurz- und mittelfristige Ausblick vom Markt wahrgenommen. Wie in meinem Artikel „Rechecking the oil bet“ dargelegt, kann man nicht wirklich sagen, wie sich kurz- und mittelfristig der Ölpreis entwickeln wird. Es kann sein, dass sich der Ölpreis schnell wieder auf das Niveau erholt, welches noch vor einem halben Jahr gegeben war, es kann sein, dass es eine mehrjährige, mühsame Marktbereinigung mit längerfristigen niedrigen Preisen gibt, wo die Industrie quer durch die Bank kaum etwas in E&P investieren wird. In so einem Szenario wird es für Unternehmen wie Geospace einige Jahre sehr schwer sein, ordentlich zu verdienen. Was aber aus meiner Sicht eine logische Implikation des zweiten Szenarios ist, dass es gegen Ende dieser Marktbereinigung einen erneut höheren Investitionsbedarf geben muss. Wenn eine Zeit lang mehr Quellen ausgebeutet werden, als neu erschlossen werden, muss das zwangsläufig irgendwann zu einem Versorgungsengpass führen, wenn gleichzeitig die Nachfrage durch eher niedrige Preise hochgehalten wird. Für Zulieferer und Dienstleister für die Ölindustrie wird es so sein, dass sich enorme Chancen auftun können, wenn sie genügend Finanzkraft haben, um eine mehrjährige Tiefphase zu überstehen. Dies gilt es also auch für Geospace herauszufinden.
Geospace hat eine Eigenkapitalquote von über 93% und überhaupt keine Finanzschulden. Es existiert eine nicht genutzte Kreditlinie in Höhe von 50 Mio. USD. Die nichtfinanziellen Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf knapp 22 Mio. USD. Man hat knapp 50 Mio. USD Cash und kurzfristige Investments. Insgesamt beträgt das Nettoumlaufvermögen knapp 210 Mio. USD, bei einer Marktkapitalisierung von ungefähr 250 Mio. USD. Ein vorläufiger Haken an der Sache ist, dass ein wesentlicher Teil des Umlaufvermögens Vorräte sind, nämlich ca. 147 Mio. USD. Es ist schwer zu beurteilen, um wie viel diese Vorräte abzuschreiben sind, wenn im Rahmen einer Marktbereinigung in der Öl- und Gasindustrie kaum etwas zu verkaufen ist. Wie hart es das Unternehmen momentan trifft, zeigt die GuV im letzten 10Q mit Ende Dezember. Der Umsatz im Quartal ist von über 100 auf etwas über 20 Mio. gesunken. Im letzten Jahr hat es anscheinend einen größeren Auftrag gegeben, der mittlerweile abgearbeitet worden ist. Im Risikobericht wird noch dargelegt, dass etwas mehr als 10 Mio. USD an Netto-Working Capital in Russland und Kolumbien „liegen“. Was mir nicht gefällt, ist, dass das Management laut finance.yahoo.com kaum Anteile am Unternehmen hält.
Ich werde mir in den nächsten Tagen noch intensiv den Kopf darüber zerbrechen, wie variabel die Kostenstruktur des Unternehmens sein könnte. Wenn es scheint, dass die Gesellschaft notfalls in der Lage ist, mehrere Jahre negativer Ergebnisse zu verkraften, dann könnte das eine interessante Gelegenheit sein.
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