30.04.2015, 3515 Zeichen
Beim Dollar glauben wir, dass die absolute Rallye-Phase vorerst vorbei ist.
Die große Nachricht gestern war das schwache US Wachstum (nur 0,2 Prozent im 1. Quartal), und überraschenderweise weniger das Statement der Fed nach ihrer Sitzung.
Merrill Lynch nannte die flaue US Wachstum ein ‘deja disaster’, nach dem schwachen Auftaktsquartal vor einem Jahr. Der private Konsum war dabei gar nicht so schlecht, er legte um 1,9 Prozent zu. Aber die Exporte haben unter dem starken Dollar gelitten und 7 Prozent nachgegeben. Die Öl-Infrastruktur ist gar um 23 Prozent geschrumpft.
Ein weiterer Belastungsfakto war der Streik der Hafenarbeiter an der US-Westküste, sowie der wieder ungewöhnlich harte Winter. Sowohl Streik als auch Winter sind vorübergehende Faktoren und sollten im weiteren Jahresverlauf keine Rolle mehr spielen.
Die US-Notenbank befindet sich in einem gewissen Dilemma: sie hat ihre Einschätzung der US Konjunktur gesenkt, gleichzeitig aber gesagt, einige Schwäche-Faktoren seien temporär (Winter, Streik).
Grundsätzlich hat sie jeden zeitlichen Hinweis für eine erste Zinsanhebung gestrichen, das wurde insgesamt eher noch in Richtung expansiv (also keine schnelle Erhöhung) interpretiert. Nicht wenige gehen jetzt davon aus, dass der erste Zinsschritt im Dezember kommt. Das halten wir allerdings für wenig wahrscheinlich, da rund um den Jahreswechsel die Liquidität ohnedies oft etwas reduziert ist. Nach einer so langen Phase tiefer Zinsen wird man nicht zum Jahreswechsel anheben.
Unsere Grundannahme bleibt daher weiterhin, dass die US-Notenbank im September die Zinsen anhebt. Beim Dollar glauben wir, dass die absolute Rallye-Phase vorerst vorbei ist.
Der Ölpreis hat sich von seinem Tief im Jänner bereits um 45 Prozent erholt, und diese Erholung gilt als einer der großen Überraschungs-Faktoren für den Markt (hier gemeint als negative Überraschung, also ein Problem, mit dem man jetzt nicht rechnet).
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