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Vienna Insurance Group (VIG): Zinsumfeld belastet (Christian Scheid, Marc Schmidt)

Autor:
Marc Schmidt

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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08.09.2015, 2753 Zeichen

Der Versicherungskonzern Vienna Insurance Group (VIG) (WKN A0ET17) hat im ersten Halbjahr 2015 angesichts der historisch niedrigen Zinsen und Unwetterschäden weniger verdient. Der Vorsteuergewinn sank um 16,8 Prozent auf 250 Mio. Euro. Laut dem Vorstandschef des Versicherungskonzerns, Peter Hagen, lag das Ergebnis damit aber „im Erwartungskorridor“. Einen konkreten Ergebnisausblick für das laufende Jahr wagte das Unternehmen nicht. Im April hatte der Konzern bereits davor gewarnt, das Finanzergebnis könnte durch die niedrigen Zinsen um einen dreistelligen Mio.-Euro-Betrag zurückgehen. Durch die angestrebte Verbesserung im Versicherungsgeschäft könne dieses Minus „vielleicht nicht wettgemacht werden“.

Auch im Aktienkurs haben sich die schlechten Zahlen bereits angekündigt. Seit dem im Mai bei knapp 43 Euro markierten Jahreshoch ist der Kurs empfindlich eingebrochen. Aktuell fehlen der Aktie fast 35 Prozent zu dieser Marke. Da ein Ende des Niedrigzinsumfelds nicht in Sicht ist, könnte die Talfahrt der Aktie weitergehen. Mit einem Mini Future Bear-Zertifikat (ISIN DE000HV9LXE7) von UniCredit onemarkets können Anleger auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends setzen. Das Papier wandelt Verluste der Aktie mit einem Hebel von 1,9 in Gewinne um. Die Knock-out-Barriere liegt 43,6 Prozent entfernt.

Chart: Guidants

Chart: Guidants

Aus Sicht der Baader Bank ist der Kurssturz eine Übertreibung. Die Analysten halten die VIG-Aktie aktuell für unterbewertet und erwarten eine wesentlich stärkere Entwicklung. Daher haben sie ihre Anlageempfehlung von „Halten“ auf „Kaufen“ angehoben und das Kursziel auf 37,00 Euro gesetzt. Zum einen habe der Versicherungskonzern die zweithöchste und nachhaltigste Dividendenrendite der von der Baader Bank erfassten Unternehmen. Zum anderen erwarten die Experten, dass die VIG 2016 wieder stärkere Wachstumszahlen vorlegen könnte. Hatten zuvor der Abschwung in Zentral- und Osteuropa sowie negative Wechselkurseffekte die Geschäftszahlen belastet, lassen positive Konjunkturdaten für die Region wieder größeres Wachstum erwarten. Anleger, die dieser positiven Einschätzung folgen, können mit einem Mini Future Bull-Zertifikat (ISIN DE000HV71Q93) überproportional profitieren. Denn das Papier setzt Kursgewinne der VIG-Aktie mit einem Hebel von aktuell 9,1 um. Da der Abstand zum Knock-Out nur 3,6 Prozent beträgt, ist das Papier nur für sehr spekulative Anleger geeignet.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: © Vienna Insurance Group / Robert Newald


(08.09.2015)

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