21.09.2015, 3787 Zeichen
Der Wochenstart ist für zahlreiche Aktien alles andere als rosig gelaufen. Neben VW-Papieren (WKN 766403) brechen auch Aktien des Automobilzulieferers ElringKlinger (WKN 785602) und des Chip-Herstellers Dialog Semiconductor (WKN 927200) um ein Fünftel ein. Grund genug sich nach Einstiegschancen umzusehen.
Die Gründe beim Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor sind schnell gefunden: Der TecDAX-Konzern möchte in einem Milliarden-Deal den US-Konzern Atmel übernehmen. Die Transaktion hat ein Volumen von 4,6 Mrd. US-Dollar und besteht aus einer Bar- und einer Aktienkomponente. Die Aktionäre von Atmel werden 4,65 US-Dollar in bar sowie einen Anteil von 0,112 an einem sog. American Depository Share von Dialog Semiconductor für jede Atmel-Aktie erhalten. Beide Komponenten gemeinsam entsprechen einem wirtschaftlichen Gegenwert von 10,42 US-Dollar je Atmel-Aktie.
Anlegern hierzulande erscheint der Preis zu hoch, weshalb die Dialog-Aktie um jeden Preis verkauft wird. Das hat auch etwas damit zu tun, dass Dialog Semiconductor beabsichtigt, die Transaktion mit einer Kombination aus vorhandenen Barmitteln, einer Neuverschuldung in Höhe von 2,1 Mrd. US-Dollar sowie circa 49 Millione Dialog Semiconductor American Depository Shares, welche ungefähr 38 Prozent des erhöhten emittierten Aktienkapitals von Dialog Semiconductor ausmachen werden, zu finanzieren.
Positive Effekte hingegen werden erst 2017, dem ersten vollen Jahr nach dem Closing, erwartet. Dialog Semiconductor rechnet in einem Zeitraum von zwei Jahren mit jährlichen Kosteneinsparungen von 150 Mio. US-Dollar. Anlegern ist dieser Zeitraum offenbar zu lange. Dennoch sollte man nicht schwarz sehen. Die Analysten der Credit Suisse heben etwa die Kompetenz von Atmel in Bereichen wie Mikrocontrollern sowie Bluetooth- und WiFi-Konnektivität hervor. Damit sei das neue Unternehmen für den schnell wachsenden Markt des Internet der Dinge gut gerüstet. Zudem würde Dialog durch die Übernahme seine eine Abhängigkeit vom Großkunden Apple (WKN 865985) von 79 Prozent im vergangenen Jahr auf geschätzt 35 bis 40 Prozent vom Umsatz reduzieren. Mit diesen Fakten im Hinterkopf bestätigen die Analysten ihre „Outperform“-Einschätzung mit Kursziel von 55 Euro, was einem Potenzial von aktuell fast 60! Prozent entspricht. Grundsätzlich findet die Übernahme auch bei der Commerzbank Anklang. Lediglich der Preis sei zu hoch, weshalb das Kursziel überarbeitet und das Rating von „Buy“ auf „Hold“ sinkt.
Charttechnisch ist die Aktie durch den Kurssturz klar angeschlagen. Fundamental bieten solche Abstürze jedoch immer wieder spannende Erholungsgeschichten. Sicher ist: Das Dialog-Wachstum durch die Atmel-Übernahme wird teuer erkauft. Doch manchmal sollten Gelegenheiten einfach genutzt werden. Die zuletzt oft bemängelte Abhängigkeit von Apple würde durch die Übernahme schlagartig reduziert, so dass über kurz oder lang wieder größeres Interesse an Dialog herrschen dürfte. Wer statt Aktien lieber gehebelt auf steigende Kurse der Dialog-Aktie setzen möchte, könnte das Produkt mit der WKN CR55XS ins Auge fassen.
Diese Publikation wird mit Unterstützung der Emittenten von strukturierten Wertpapieren erstellt.
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Bildquelle: Pressefoto Dialog Semiconductor
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Apple
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Commerzbank
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Credit Suisse
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