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Was bedeutet Erfolg an der Börse? (Ulrich W. Hanke)

Autor:
Ulrich W. Hanke

Börsenstratege und Herausgeber von www.boersianer.info - Hankes Börsenbrief

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25.09.2016, 4357 Zeichen

Anleger, die falsche Vorstellungen haben, werden nicht nur enttäuscht, sie sind auch ein leichtes Opfer für fragwürdige Renditeversprechen, die nicht zu halten sind. 

Von Börsenstratege Ulrich W. Hanke, www.boersianer.info

Wer kennt sie nicht, diese Zeitschriftencover, auf denen eine Gewinnchance von 50, 100, ja sogar 500 Prozent angepriesen wird. Als ob je höher das Renditeversprechen, desto mehr Anleger zur Zeitschrift greifen würden. Und teilweise ist das leider sogar so! Denn welche Rendite bei der Geldanlage zu erreichen, welche Rendite sensationell und welche mies ist, ist vielen Anlegern gar nicht klar. Sonst würden Leser diese Zeitschriften vermutlich am Kiosk verschimmeln lassen. Aber letztlich frisst Gier ja bekanntlich auch Hirn. Darum hier einmal Klartext von mir. 

Zunächst etwas Theorie: Das magische Dreieck besteht aus den drei Seiten Rendite, Risiko und Liquidität. Ohne Risiko keine Rendite. Extrem viel Rendite bedeutet aber auch extrem viel Risiko und unter Umständen wenig Liquidität – sprich man wird sein Investment nicht besonders schnell los. Wer investieren und nicht zocken, spekulieren will, der muss alle drei Seiten beachten.

 

Nun zur Praxis: Aktien sind die renditestärkste Anlageklasse der Welt. Aktien waren, sind und werden es deshalb auch in Zukunft sein: Alternativlos. Kein Wunder investieren die Börsenstars wie Warren Buffett, Michael O’Higgins oder Joel Greenblatt, die erfolgreichsten Investoren der Welt, fast ausschließlich in Aktien. Anders ausgedrückt beteiligen sie sich an Unternehmen und deren Gewinnen.

 

Warren Buffett, Vorstandschef der Investmentholding Berkshire Hathaway und auch als Orakel von Omaha bekannt, hat von 1965 bis 2015 im Schnitt jedes Jahr eine Rendite von 19,2 Prozent erzielt. Das ist die Messlatte für dauerhaften, langfristigen Erfolg und alle anderen Anleger. Jährlich 19,2 Prozent über 51 Jahre bedeutet übrigens 798.981 Prozent Rendite insgesamt. Als Maßstab ist dabei der Buchwert herangezogen worden, also der Wert von Grundstücken, Gebäuden, Maschinen, den eigenen Mittel der Unternehmen, an denen sich Buffett beteiligt hat oder die er gar komplett übernommen hat. Beim Aktienkurs von Berkshire Hathaway als Maßstab stehen sogar 20,8 Prozent pro Jahr zu Buche. Das sind von 1965 bis 2015 dann stolze 1.598.284 Prozent.

 

Und ja, auch ein Warren Buffett kocht nur mit Wasser. 2008, zur Finanzkrise, sank der Buchwert um 9,6 Prozent – sein schlechtestes Jahr. 1976, als Buffetts Lehrmeister Benjamin Graham starb, schaffte das Orakel eine Rendite von 59,3 Prozent – sein bestes Jahr. Soweit so gut.

 

Erfolg an der Börse beginnt aber erst, wenn es gelingt, den Vergleichsindex, die Benchmark zu übertreffen – wohlgemerkt einen sinnvollen Vergleichsindex. Buffett schaffte das von 1965 bis 2015 eindrucksvoll: Nur 9,7 Prozent pro Jahr oder 11.355 Prozent insgesamt legte der US-Aktienmarkt inklusive Dividenden zu. In 78,4 Prozent der Fälle schnitt der Value-Investor besser als der S&P 500 ab, also in 51 Jahren, 40 mal. Alles über 66,6 Prozent ist in meinen Augen sehr gut.

 

Andere Börsenstars schlagen den Markt auch klar, sonst wären sie den Titel nicht wert. Benjamin Graham zum Beispiel lieferte von 1936 bis zu seinem Ruhestand 1956 eine jährliche Performance von 14,7 Prozent ab. Der Markt legte im gleichen Zeitraum nur um 12,2 Prozent p. a. zu. Peter Lynch erzielte von 1977 bis 1990 jährlich 29,2 Prozent, während der Markt nur um etwa halb soviel stieg. Martin Zweigs Bilanz: 25,0 Prozent p. a. von 1984 bis 1999 bei einem Markt mit 18,6 Prozent p. a. John Neff: 13,7 Prozent p. a. von 1964 bis 1995 bei einem Markt mit 10,6 Prozent p. a.

 

Merke: Börsenstar hat etwas mit dauerhaftem Börsenerfolg zu tun und nicht mit Promistatus. Merke: Börsenerfolg beginnt bei jährlich rund zehn Prozent und endet oft bei rund 20 Prozent pro Jahr. Merke: Gut ist, wer den Markt in zwei Drittel der Fälle oder mehr übertrifft.

 

Mehr Kommentare und Informationen finden Sie unter:

www.boersianer.info – Hankes Börsenbrief – Anlegen wie die Börsenstars

Mehr Infos zum Buch „Börsenstars und ihre Erfolgsrezepte“ von Ulrich W. Hanke unter www.boersianer.info/boersenstars/

(Rechtlichter Hinweis: Dieser Kommentar dient nur der Information und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Er ersetzt auch keine Anlageberatung.)

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    Wer kennt sie nicht, diese Zeitschriftencover, auf denen eine Gewinnchance von 50, 100, ja sogar 500 Prozent angepriesen wird. Als ob je höher das Renditeversprechen, desto mehr Anleger zur Zeitschrift greifen würden. Und teilweise ist das leider sogar so! Denn welche Rendite bei der Geldanlage zu erreichen, welche Rendite sensationell und welche mies ist, ist vielen Anlegern gar nicht klar. Sonst würden Leser diese Zeitschriften vermutlich am Kiosk verschimmeln lassen. Aber letztlich frisst Gier ja bekanntlich auch Hirn. Darum hier einmal Klartext von mir. 

    Zunächst etwas Theorie: Das magische Dreieck besteht aus den drei Seiten Rendite, Risiko und Liquidität. Ohne Risiko keine Rendite. Extrem viel Rendite bedeutet aber auch extrem viel Risiko und unter Umständen wenig Liquidität – sprich man wird sein Investment nicht besonders schnell los. Wer investieren und nicht zocken, spekulieren will, der muss alle drei Seiten beachten.

     

    Nun zur Praxis: Aktien sind die renditestärkste Anlageklasse der Welt. Aktien waren, sind und werden es deshalb auch in Zukunft sein: Alternativlos. Kein Wunder investieren die Börsenstars wie Warren Buffett, Michael O’Higgins oder Joel Greenblatt, die erfolgreichsten Investoren der Welt, fast ausschließlich in Aktien. Anders ausgedrückt beteiligen sie sich an Unternehmen und deren Gewinnen.

     

    Warren Buffett, Vorstandschef der Investmentholding Berkshire Hathaway und auch als Orakel von Omaha bekannt, hat von 1965 bis 2015 im Schnitt jedes Jahr eine Rendite von 19,2 Prozent erzielt. Das ist die Messlatte für dauerhaften, langfristigen Erfolg und alle anderen Anleger. Jährlich 19,2 Prozent über 51 Jahre bedeutet übrigens 798.981 Prozent Rendite insgesamt. Als Maßstab ist dabei der Buchwert herangezogen worden, also der Wert von Grundstücken, Gebäuden, Maschinen, den eigenen Mittel der Unternehmen, an denen sich Buffett beteiligt hat oder die er gar komplett übernommen hat. Beim Aktienkurs von Berkshire Hathaway als Maßstab stehen sogar 20,8 Prozent pro Jahr zu Buche. Das sind von 1965 bis 2015 dann stolze 1.598.284 Prozent.

     

    Und ja, auch ein Warren Buffett kocht nur mit Wasser. 2008, zur Finanzkrise, sank der Buchwert um 9,6 Prozent – sein schlechtestes Jahr. 1976, als Buffetts Lehrmeister Benjamin Graham starb, schaffte das Orakel eine Rendite von 59,3 Prozent – sein bestes Jahr. Soweit so gut.

     

    Erfolg an der Börse beginnt aber erst, wenn es gelingt, den Vergleichsindex, die Benchmark zu übertreffen – wohlgemerkt einen sinnvollen Vergleichsindex. Buffett schaffte das von 1965 bis 2015 eindrucksvoll: Nur 9,7 Prozent pro Jahr oder 11.355 Prozent insgesamt legte der US-Aktienmarkt inklusive Dividenden zu. In 78,4 Prozent der Fälle schnitt der Value-Investor besser als der S&P 500 ab, also in 51 Jahren, 40 mal. Alles über 66,6 Prozent ist in meinen Augen sehr gut.

     

    Andere Börsenstars schlagen den Markt auch klar, sonst wären sie den Titel nicht wert. Benjamin Graham zum Beispiel lieferte von 1936 bis zu seinem Ruhestand 1956 eine jährliche Performance von 14,7 Prozent ab. Der Markt legte im gleichen Zeitraum nur um 12,2 Prozent p. a. zu. Peter Lynch erzielte von 1977 bis 1990 jährlich 29,2 Prozent, während der Markt nur um etwa halb soviel stieg. Martin Zweigs Bilanz: 25,0 Prozent p. a. von 1984 bis 1999 bei einem Markt mit 18,6 Prozent p. a. John Neff: 13,7 Prozent p. a. von 1964 bis 1995 bei einem Markt mit 10,6 Prozent p. a.

     

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