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Bei Solarworld schmilzt die Liquidität (Michael Vaupel, Marc Schmidt)

Autor:
Marc Schmidt

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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20.12.2016, 2356 Zeichen

Die Solarworld AG (WKN: A1YCMM / ISIN: DE000A1YCMM2) hat eine laut Anleihenbedingungen erlaubte Möglichkeit genutzt und die für den 31.12.2016 fälligen Zinszahlungen auf ihre beiden Anleihen auf das Laufzeitende der Anleihen verschoben. Diese Möglichkeit wurde bereits bei den am 30.9.2016 fälligen Zinszahlungen genutzt.

Hierbei handelt es sich nicht um einen Zahlungsverzug = Nichtbedienen zu zahlender Zins- oder Tilgungsleistungen. Vielmehr ist die Möglichkeit der Verschiebung in den Anleihenbedingungen explizit vorgesehen (§ 3 Abs. 4). Ich habe gerade nachgeschaut, dort heißt es wörtlich, ich zitiere: „Die Emittentin ist weiter berechtigt, die gesamte Zinszahlung an dem jeweiligen Zinszahlungstermin (Abs. 6) nicht zu zahlen. In diesem Fall ist die Emittentin verpflichtet, die Zinsen gemeinsam mit der Hauptforderung am Fälligkeitstag (§ 5) zurückzuzahlen.“ Und warum das alles?

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Kann der Trend umgekehrt werden?

Aus Sicht von Solarworld gilt es abzuwägen. Die liquiden Mittel sind zuletzt stark geschrumpft. Zwar lagen sie per 30.9.2016 laut Quartalsbericht bei immerhin 83,874 Mio. Euro. Doch ein Jahr zuvor waren es noch 140,941 Mio. Euro gewesen. Der negative operative Cash-Flow macht sich da bemerkbar. Insofern werden die liquiden Mittel kurzfristig geschont, wenn die fälligen Zinszahlungen der Anleihen auf deren Laufzeitende verschoben werden (und so nicht zum 31.12.2016 geleistet werden müssen). Das hat natürlich seinen Preis: Denn die zum 31.12.2016 fälligen Zinsen werden dann auf den Nominalwert der Anleihen drauf geschlagen. Bei den folgenden Zinsterminen erhöht sich so die zu zahlende Zinslast für Solarworld. Hier gilt es gut abzuwägen, was wichtiger ist. Ich weise darauf hin, dass ich bei Solarworld investiert bin.

Und hier noch das Zitat zum Tag:

„Freiheit ist zuerst die Freiheit des Andersdenkenden.“ – Rosa Luxemburg

Ein Beitrag von Michael Vaupel

Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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