22.11.2017, 4848 Zeichen
Zuletzt kam reichlich Bewegung in die weltweiten Ölmärkte. Die Notierungen konnten sich deutlich erholen. Allerdings spricht einiges dafür, dass dem Preisanstieg einige Grenzen gesetzt sind.
Lange Zeit kam der Rohölpreis nicht so richtig vom Fleck. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hatte sich zwar mit einigen Nicht-OPEC-Ländern wie Russland darauf geeinigt, die Fördermengen zu senken, doch anspringen wollten die Ölnotierungen deshalb nicht. Auch weil einige OPEC-Mitglieder von vorneherein von den Produktionskürzungen ausgenommen waren und sich andere nicht vollständig an die vereinbarten Produktionsmengen hielten. Zuletzt schienen die vereinbarten Förderkürzungen jedoch immer besser Früchte zu tragen. Klammheimlich schossen die Rohölpreise nach oben. Die Nordseesorte Brent war so teuer wie seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr. Allerdings konnte sich die OPEC diesen Erfolg nicht alleine zuschreiben.
Die weltweite Konjunktur läuft auf Hochtouren. Da Rohöl immer noch ein elementarer Bestandteil der Wirtschaft ist, ist die Nachfrage entsprechend hoch. Während international die USA und China als Zugpferde fungieren, kann sich in Europa vor allem Deutschland hervortun. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes vom 14. November wuchs die größte Volkswirtschaft Europas im dritten Quartal 2017 gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent. In der ersten Jahreshälfte war das BIP ebenfalls deutlich gestiegen, und zwar um 0,6 Prozent im zweiten und 0,9 Prozent im ersten Quartal. Darüber hinaus hat die jüngste Hurrikan-Saison im Golf von Mexiko für einige Turbulenzen gesorgt. Es dauert einige Zeit, bis die Produktion auf den Ölplattformen wieder anlaufen kann.
Preisfördernd wirkt aber auch die Aussicht auf eine Verlängerung der jüngsten Förderkürzungen vonseiten der OPEC auf ihrer kommenden Sitzung am 30. November in Wien. Die Entwicklungen rund um das saudi-arabische Herrscherhaus sorgen wiederum für neue Unsicherheiten und damit einen gewissen Preisdruck, genauso wie die weiteren politischen Spannungen im gesamten Nahen Osten.
Allerdings gibt es auch einige Faktoren, die gegen einen allzu steilen Preisanstieg bei Rohöl sprechen. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognosen für die Ölnachfrage gesenkt. Die Prognosen für 2017 und 2018 wurden um 50.000 bzw. 190.000 Barrel pro Tag nach unten gefahren. In diesem Jahr soll die Nachfrage nur noch um 1,5 Millionen Barrel pro Tag steigen und im kommenden Jahr um 1,3 Millionen Barrel. Darüber hinaus wird ein deutlicher Anstieg des Angebots in Aussicht gestellt. Die Marktexperten erwarten vor allem, dass die US-Fracking-Industrie die jüngste Preiserholung dazu nutzen wird, weitere stillgelegte Bohrlöcher zu reaktivieren.
Interessant für die Ölpreisentwicklung ist auch der Blick auf den US-Dollar, da der Rohstoff hauptsächlich in der US-Währung gehandelt wird. Ein stärkerer Greenback schadet tendenziell den Rohstoffnotierungen, da sich die Anschaffung verteuert und dies auf die Nachfrage drückt. Dabei spricht einiges für eine stärkere US-Währung, vor allem im Vergleich zum Euro. Schließlich treibt die US-Notenbank Fed die Zinswende voran, während die EZB ihre monatlichen Anleihenkäufe halbieren wird, jedoch die Zinsen weiterhin auf ihrem derzeitigen Rekordtief hält. Auch aus diesem Grund könnten Ölpreissteigerungen nicht ganz so üppig ausfallen wie von einigen Marktteilnehmern gehofft.
Spekulative Anleger, die steigende Notierungen bei der Ölsorte Brent erwarten, könnten mit einem WAVE XXL Call der Deutschen Bank (WKN DM8PTE) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 5,52, die Knock-Out-Schwelle bei 52,3900 US-Dollar. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL Put der Deutschen Bank (WKN DM8PYJ, aktueller Hebel 5,91; Knock-Out-Schwelle bei 70,2800 US-Dollar) auf fallende Ölpreise bei der Sorte Brent setzen.
Stand: 21.11.2017
© Deutsche Bank AG 2017Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um eine Werbemitteilung.Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Weitere, ausführlichere Angaben zu den Wertpapieren einschließlich der Risiken sind den jeweiligen Basisprospekten, nebst etwaiger Nachträge („Basisprospekte“) sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen zu entnehmen. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Anleger können die Basisprospekte nebst den jeweiligen Endgültigen Bedingungen bei der Deutsche Bank AG, Mainzer Landstraße 11-17, 60329 Frankfurt am Main (Deutschland) kostenlos in Papierform und deutscher Sprache erhalten und unter www.xmarkets.de herunterladen.
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