21.03.2026, 3029 Zeichen
Während die Tochtergesellschaft Plan A prominente Neukunden an Land zieht, ordnet das Management von Diginex im Hintergrund die Kapitalstruktur neu. Der Chairman und Gründer Miles Pelham verschafft sich durch die Verlängerung wichtiger Optionsscheine mehr zeitlichen Spielraum. Diese Maßnahmen fallen in eine Phase, in der das Papier nach einem massiven Wertverlust das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen muss.
Umbau der Kapitalstruktur
Ein Blick auf das jüngste Schedule-13D-Filing offenbart weitreichende Veränderungen auf Vorstandsebene. Das Management hat die Ausübungsfristen für den sogenannten 51-Prozent-Warrant sowie drei IPO-Warrants um jeweils zwei Jahre nach hinten verschoben. Die neuen Verfallsdaten liegen nun zwischen 2028 und 2029. Gleichzeitig sicherte sich Gründer Miles Pelham ein umfangreiches Paket an erfolgs- und zeitbasierten Aktienvergütungen.
Über seine Beteiligungsgesellschaft Rhino Cayman kontrolliert Pelham inklusive der Warrants wirtschaftlich rund 58,9 Prozent der ausstehenden Stammaktien. Das sichert ihm weiterhin die klare Dominanz über die strategische Ausrichtung. Abseits der Vorstandsvergütungen dokumentiert das Filing auch Turbulenzen im Aktionärskreis. So kam es Anfang März zur Zwangsverwertung von 36 Millionen verpfändeten Aktien eines Anteilseigners, um ein fälliges Millionendarlehen zu bedienen.
Operative Lichtblicke
Solche finanziellen Hintergrundgeräusche überlagern derzeit die eigentlichen operativen Fortschritte des Unternehmens. Die auf Dekarbonisierungssoftware spezialisierte Tochter Plan A konnte das europäische Gesundheitstechnologieunternehmen Doctolib als Neukunden gewinnen. Die Software-Plattform, die bereits von Konzernen wie BMW und Visa genutzt wird, soll nun helfen, die CO₂-Ziele des Neukunden in messbare Finanzanalysen zu übersetzen. Für Diginex ist dieser Deal ein wichtiger Schritt, um die europäische Präsenz weiter auszubauen.
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Der tiefe Fall an der Börse
An der Börse verpuffen diese operativen Erfolgsmeldungen bislang völlig. Der Aktienkurs spiegelt eine tiefe Skepsis der Investoren wider. Notierte das Papier auf Jahressicht noch im Bereich der 40-US-Dollar-Marke, pendelt es aktuell im Bereich von 0,60 US-Dollar. Ein geradezu beispielloser Kursverfall.
Branchenexperten prognostizieren dem Markt für ESG-Software bis 2030 zwar ein gewaltiges Volumen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar. Um den extremen Bewertungsabschlag der eigenen Aktie abzubauen, muss Diginex die jüngsten Zukäufe nun zügig in signifikantes und vor allem skalierbares Umsatzwachstum verwandeln.
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