27.03.2026, 3175 Zeichen
Starkes Orderbuch, bestätigte Prognose, Kaufempfehlung der Bank of America — und trotzdem verliert die Aktie weiter. Hensoldt lieferte am Donnerstag mit dem geprüften Jahresbericht für 2025 kaum negative Überraschungen, und dennoch reichte das nicht, um den Abverkauf der vergangenen Wochen zu stoppen.
Zahlen im Rahmen — Nettogewinn rückläufig
Der Umsatz wuchs 2025 um 9,6 Prozent auf 2,455 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA übertraf mit 452 Millionen Euro und einer Marge von 18,4 Prozent die Analystenerwartungen. Auf der anderen Seite sank der Nettogewinn von 106 auf 86 Millionen Euro — Hensoldt begründet das mit laufenden Transformationsmaßnahmen und Investitionen in den Kapazitätsausbau.
Das Orderbuch steht mit 8,83 Milliarden Euro bei mehr als dem Dreifachen des Jahresumsatzes. Für 2026 peilt der Konzern einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro an, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 18,5 bis 19,0 Prozent. Die Dividende soll leicht auf 0,55 Euro je Aktie steigen. Operativ plant Hensoldt rund 1.600 Neueinstellungen — nach 1.200 im Vorjahr — und will erstmals die Marke von 10.000 Beschäftigten überschreiten.
Analysten uneins über den Wachstumspfad
Bank-of-America-Analyst Benjamin Heelan stufte die Aktie von „Neutral" auf „Buy" hoch, senkte das Kursziel dabei leicht auf 88,50 Euro. Als Argument führt er den gestiegenen europäischen Investitionsdruck in Luftverteidigung an — ein Bereich, der 65 bis 70 Prozent der Hensoldt-Erlöse ausmacht.
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mwb research sieht das grundlegend anders und bekräftigt sein Verkaufsurteil mit einem Kursziel von 57 Euro. Die Analysten zweifeln nicht an der Planungssicherheit bis 2030, wohl aber daran, ob der Markt die langfristigen Wachstumsannahmen jenseits dieses Zyklus realistisch bewertet.
Dieser Dissens ist der eigentliche Kern der aktuellen Kursschwäche. Seit der Veröffentlichung des 2026er-Umsatzausblicks, der hinter den Markterwartungen zurückblieb, hat die Aktie mehr als 13 Prozent verloren und notiert heute bei rund 67 Euro — weit unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 86,77 Euro.
Q1-Zahlen als erster Belastungstest
Ein kurzes Plus von rund drei Prozent auf Tradegate am Donnerstag hielt nicht lange. Der schwache Gesamtmarkt überwog, das Upgrade verpuffte.
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Der nächste konkrete Prüfstein ist der 6. Mai 2026, wenn Hensoldt die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegt. Entscheidend wird sein, ob sich der Abstand zwischen dem prall gefüllten Orderbuch und dem tatsächlichen Umsatzwachstum zu verkleinern beginnt — daran wird sich ablesen lassen, ob der Konzern seine Kapazitätserweiterung schnell genug in Umsatz ummünzen kann.
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