23.03.2026, 3470 Zeichen
Drei der mächtigsten Werbekonzerne der Welt distanzieren sich gleichzeitig von The Trade Desk. Was zunächst nach einem gewöhnlichen Geschäftsstreit aussah, hat sich zu einer handfesten Glaubwürdigkeitskrise entwickelt — ausgerechnet rund um das Produkt, das mehr Transparenz versprechen sollte.
OpenPath war als Vorzeigeprojekt konzipiert: ein direkter Weg zu Publishern, der The Trade Desk unabhängiger von Google machen sollte. CEO Jeff Green hatte für 2025 ein S-Kurven-Wachstum in Aussicht gestellt. Stattdessen zogen sich Dentsu und WPP aus der Initiative zurück — mit dem Vorwurf, es sei unklar, wo ihre Anzeigen tatsächlich geschaltet wurden und welche Gebühren sie dafür zahlen.
Die Lage verschärfte sich, als Publicis Groupe nach einem abgeschlossenen Audit konkrete Vertragsverletzungen meldete. Laut Publicis hatte The Trade Desk DSP-Gebühren unrechtmäßig auf andere Gebühren angewendet, Kunden für Tools berechnet, denen sie nie zugestimmt hatten, und möglicherweise versteckte Aufschläge in Medienkosten eingebettet. Gespräche zwischen beiden Seiten blieben ohne Ergebnis. Eine öffentliche Stellungnahme von The Trade Desk steht bis heute aus.
Das trifft das Unternehmen an einer empfindlichen Stelle: Rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes stammen von Publicis-Marken.
Die Finanzkennzahlen wirken auf den ersten Blick stabil. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 847 Millionen Dollar, das bereinigte EBITDA von 400 Millionen Dollar übertraf die eigene Prognose um 25 Millionen Dollar. Der Jahresumsatz liegt bei rund 2,9 Milliarden Dollar, der operative Cashflow bei knapp einer Milliarde.
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Was Anleger jedoch beunruhigt: Für das erste Quartal 2026 erwartet The Trade Desk nur noch zehn Prozent Umsatzwachstum — eine deutliche Verlangsamung gegenüber den historisch üblichen 20 Prozent oder mehr. Eine überzeugende Erklärung dafür hat das Unternehmen nicht geliefert, während Alphabet, Meta und Amazon zuletzt starke Wachstumszahlen präsentierten. Die Aktie notiert aktuell rund 62 Prozent unter ihrem Stand vor zwölf Monaten.
Die Reaktion der Analystengemeinschaft fiel eindeutig aus:
Der Konsens bei Zacks liegt inzwischen bei Hold. Zwölf Jahre lang hatte The Trade Desk eine Kundenbindungsrate von mindestens 95 Prozent gehalten — dieses Alleinstellungsmerkmal steht nun erstmals ernsthaft auf dem Spiel. Solange das Unternehmen die Abrechnungsvorwürfe von Publicis nicht öffentlich und substanziell adressiert, dürfte der Abstand zwischen den operativen Fundamentaldaten und der Marktbewertung bestehen bleiben.
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Addiko Group
Die Addiko Gruppe besteht aus der Addiko Bank AG, der österreichischen Mutterbank mit Sitz in Wien (Österreich), die an der Wiener Börse notiert und sechs Tochterbanken, die in fünf CSEE-Ländern registriert, konzessioniert und tätig sind: Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina (wo die Addiko Gruppe zwei Banken betreibt), Serbien und Montenegro.
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