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Wertpapier-KESt: Praxisbericht aus Deutschland (Christian Drastil)


Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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30.10.2010, 2521 Zeichen

Das, was in Österreich als Entwurf für die Wertpapier-KESt vorgelegt wurde, kann und wird so nicht funktionieren. Gegner tragen sich unter http://www.boerse-express.com/liste ein. Die deutsche Lösung ist um Eckhäuser durchdachter, hat aber ebenso ihre Schwachstellen. Und wie das in der Praxis aussieht, zeigt u.a. Bericht von Brigitte Watermann, Börse Online. Mehr von Brigitte Watermann unter http://www.finanzjournalisten.blogspot.com/

"Abgeltungsteuer – Endlich funktionieren auch die Computer der Finanzbehörden

von Brigitte Watermann

Sie haben Ihre Steuererklärung für 2009 noch nicht gemacht? Glückwunsch, denn sofern Sie Kapitalanleger sind, ist Ihnen damit einiges an Frust erspart geblieben. Zwar gilt bereits seit Jahresanfang 2009 eine 25-prozentige Abgeltungssteuer auf die allermeisten Kapitalanlagen, aber die Finanzamtscomputer sind offenbar erst jetzt so richtig in der Lage, die Anlage KAP, in die Erträge aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinne eingetragen werden müssen, richtig zu bearbeiten.

Angeblich warten hunderttausende von Anlegern auf die Bearbeitung ihrer Unterlagen. Am deutschen Steuerrecht beißen sich also auch die hart gesottenen Programmierer des Fiskus die Zähne aus. Dabei sollte mit Start der Abgeltungssteuer ja alles viiiieeel leichter werden, realitätsferne Träumer glaubten sogar, die Anlage KAP brauche man womöglich gar nicht mehr. Doch weit gefehlt: Anleger, die zum Beispiel Altverluste aus den Jahren 2008 oder früher geltend machen wollen oder aber Verluste bei einer Bank mit Gewinnen bei einer anderen Bank verrechnen möchten, kommen um die Steuererklärung auch in Zukunft nicht herum.

Und viele weitere Fälle gibt es, in denen das Ausfüllen der Anlage KAP zumindest lohnenswert ist - zum Beispiel, wenn man wegen geringen Einkommens einen geringeren persönlichen Steuersatz als den Abgeltungssatz von 25 Prozent hat.Dass das mit der richtigen Programmierung bei den Finanzämtern so lange gedauert hat, daran ist offenbar ausgerechnet das Bundesfinanzministerium höchstselbst schuld. Es hat nämlich erst Ende Dezember 2009 ein umfangreiches Schreiben herausgegeben, um an der längst gestarteten Abgeltungssteuer noch einige Details zu ändern. Erst hatten die Banken, die ja seit Anfang 2009 als vorgelagerte Finanzämter agieren dürfen, ihre liebe Not damit. Einige haben nämlich prompt ihre Jahressteuerbescheinigungen nur mit Verspätung fertig bekommen. Tja, und dann hakte es bei den Finanzämtern. Aber das hat auch was Tröstliches: Nicht einmal der Fiskus ist unfehlbar."


(30.10.2010)

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