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Crowdinvesting als Altersvorsorge (Martin Watzka)

Bild: © shutterstock.com, Menschenmassen, Konzert, Jubel, Freude, Hände, http://www.shutterstock.com/de/pic-177839117/stock-photo-s...

Autor:
Martin Watzka

Nach meinem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien habe ich über 13 Jahre für österreichische wie internationale Banken als Vermögensberater im „wealth management“ gearbeitet. In dieser Funktion war ich verantwortlich für die Vermögensveranlagung meiner österreichischen, wie internationalen Kunden und zugleich erster Ansprechpartner in allen Finanzfragen. Nebenberuflich habe ich verschiede post-graduate Ausbildungen im Finanzbereich absolviert.

2012 habe ich mich mit dasErtragReich selbständig gemacht und mit der Planung des Projekts begonnen.

2014 ist die Website online gegangen.

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03.12.2014, 4919 Zeichen

Warum Sparsamkeit das Finanzsystem bedroht

„Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!“ Wer kennt diesen Satz nicht aus seiner eigenen Jugend. Das Sparen auf einen großen, unerfüllten Wunsch, der alljährliche Weltspartag (heuer war es der 90.) mit seinen Gratis-Geschenken, oder später dann die ewige Jagd nach dem besten Zinssatz bei den Banken für das eigene Sparbuch.

Der legitime Zweck war, in der Zukunft einmal mehr Geld zu haben, als Altersvorsorge, Reserve oder um sich einmal was zu leisten. Aber das funktioniert so heute nicht mehr. Warum? Weil die Banken praktisch keine Zinsen mehr zahlen . In Deutschland gibt es sogar schon die ersten Banken, die Minuszinsen verrechnen. D.h. man bezahlt als Sparer dafür, dass man Geld bei der Bank liegen hat (!).

Was ist los mit unserem Finanzsystem? Ein lesenswerter Artikel in der „Zeit“ hat das Problem sehr einfach und anschaulich hergeleitet:

Das Grundproblem ist, dass die Banken als unser „Zinsenmotor“ stocken. Denn deren eigentliche Aufgabe ist es, als Umschlagplatz für Kapital zu fungieren. Mit anderen Worten reichen die Banken das Geld der Sparer an Unternehmen und Private in Form von Krediten weiter.

Nun ist es aber so, dass Banken heutzutage eine Rekordmenge an Spareinlagen (rund EUR 157 Mrd.)  verwalten. Auf der anderen Seite, aber sinkt gleichzeitig die Kreditnachfrage seitens der Unternehmer. Verschärft wird dieses Ungleichgewicht dadurch, dass die Kriterien für die Kreditvergabe nach der letzten Finanzkrise noch strenger wurden (Stichwort: Basel III, hier in einem 5-Minuten-Video erklärt). Das heißt, es gibt mehr Angebot (=Spareinlagen), als Nachfrage (=Kredite), was zur Folge hat, dass die Zinsen sinken. Mittlerweile auf praktisch 0%.

Der wirklich kritische Punkt dieser Situation wird in der ganzen Diskussionen über die Bankenkrise allerdings nie erwähnt. Er beruht auf einer allgemein falschen und fatalen Annahme: Es reicht, wenn die Europäische Zentralbank den Zinssatz via den Banken erhöht und auf Knopfdruck haben Millionen von Sparern automatisch mehr Geld am Sparbuch. Das ist nicht so!

Denn die Unternehmen, als Kreditnehmer, müssen das Geld erst erwirtschaften, damit der Kredit mit Zinsen der Bank zurückgezahlt werden kann. Gibt es keinen Kredit, hat die Bank keine Einnahmen, um die Zinsen für die Spareinlagen zu bezahlen. Mit anderen Worten, irgendjemand muss in der realen Welt Geld verdienen, damit Sie als Sparer zu Ihren Zinsen kommen.

Aber wenn die Bürger fleißig sparen (wodurch die Menge der Spareinlagen weiter steigt), die Unternehmen aber dadurch weniger verkaufen bzw. verdienen und somit weniger Kredite nachfragen, wo kommt das Geld für die Zinsen dann her?

Das Problem liegt in der Zukunft. Kurzfristig ist die Situation mit den Nullzinsen also schon einmal ärgerlich. So richtig unangenehm wird es aber erst, wenn man etwas weiter in die Zukunft blickt. Denn dann erkennt man, dass durch die aktuelle Lage die Inflation unser Erspartes, mangels Zinserträgen, einfach auffrisst. Heimlich, still und leise. Jahr für Jahr.

Vergessen Sie die Werbebotschaften der fröhlich, rüstigen Pensionisten, die glücklich für ihr Alter vorgesorgt haben. Egal, ob Sie, wie statistisch gesehen jeder Österreicher ein Sparbuch oder eine Lebensversicherung haben, zur Kapitalvermehrung haben diese Produkte ausgedient. Diese beliebtesteten aller Anlageformen basieren alle auf Zinserträgen, womit wir stets beim o.a. Problem landen.

Für all jene, denen diese Tatsachen noch immer nicht zum Nachdenken anregen, sei Larry Summers (ehemaliger Finanzminister und Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama) Erklärung des Status quo – Stichwort “secular stagnation” zu empfehlen.

Aber was hat das alles mit Crowdinvesting zu tun?

Aus der Finanzkrise und den hausgemachten Problemen der Banken heraus hat sich Crowdinvesting als neue und bankenunabhängige Drehscheibe für den so wichtigen Kapitaltransfer zwischen Unternehmer wie Anleger etabliert. Auf diesen neuen Plattformen findet man reale und produktive Unternehmer, die erfolgreich wirtschaften und Kapitalbedarf für nachhaltiges Wachstum haben. So bekommen auch die Sparer und Investoren wieder die Möglichkeit, reale Erträge für ihr Erspartes zu generieren, damit ihr Vermögen auch für die Zukunft wieder wachsen kann.

Es ist eine völlig neue Herangehensweise an das Thema Vorsorge und Ansparen, aber im aktuellen Umfeld nahezu alternativenlos. So muss man erkennen, dass es das Vermögenswachstum ohne Risiko nicht (mehr) gibt. Somit kann Crowdinvesting, zumindest für einen Teil des Ersparten, jene Erträge erwirtschaften, die die herkömmlichen Vorsorgeprodukte nicht mehr erzielen und auch in der nächsten Zukunft nicht mehr erzielen werden.

Und was heißt das jetzt für Sie persönlich?

Delegieren Sie nicht länger die Verantwortung Ihres Vermögens an eine Bank, sondern machen Sie sich selber ein Bild über die Chancen und Möglichkeiten unter dasertragreich.at. Es zahlt sich aus.



(03.12.2014)

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    Das Grundproblem ist, dass die Banken als unser „Zinsenmotor“ stocken. Denn deren eigentliche Aufgabe ist es, als Umschlagplatz für Kapital zu fungieren. Mit anderen Worten reichen die Banken das Geld der Sparer an Unternehmen und Private in Form von Krediten weiter.

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