14.03.2015, 5064 Zeichen
Im heutigen Bargain Academy Artikel geht es um Fonds. Aber was sind eigentlich Fonds? Fonds bestehen aus einem Portfolio von Wertpapieren. Diese werden von einem Experten, auch Fondmanager genannt betreut. Fonds bündeln das Kapital von Investoren, und investieren dieses in einem definierten Markt. Salopp gesagt sind Fonds einfach ein Sack voller Geld von unterschiedlichsten Anlegern, mit dem der Fondmanager dann arbeiten kann.
Welche Arten von Fonds gibt es nun, bzw. wie unterscheiden sich diese?
Nach Art der Kapitalbeschaffung:
- Geschlossene Fonds
- Geschlossene Fonds sammeln Geld für ein definiertes Projekt. Es wird bei Platzierung des Fonds ein definiertes Fondvolumen vorgegeben um das Projekt mit ausreichend Eigenkapital zu unterlegen. Sobald die definierte Summe an Geld erreicht ist, wird der Fonds geschlossen. Das heißt es kann kein weiteres Kapital mehr in dem Fonds investiert werden. Geschlossene Fonds sind wenig liquide, was durchaus einen erheblichen Nachteil darstellen kann. Die Laufzeit dieser Fonds beträgt meist zwischen 10 und 30 Jahren.
- Offene Fonds
- Offene Fonds sind zum Beispiel die klassischen Investmentfonds. Hierbei kann die sog. Fondgesellschaft beliebig viele Fondanteile herausgeben, und in unterschiedlichste Anlagevehikel wie z.B. Aktien, Anleihen, Derivate etc… investieren. Offene Fonds werden entweder per Einmalanlage gekauft oder über einen sog. Fondssparplan, was nicht jeder Fonds anbietet aber doch bei sehr vielen Fonds möglich ist.
Nach dem Kreis der Anleger:
- Publikumsfonds
- Publikumsfonds sind Investmentfonds die jedem Anleger offen stehen
- Spezialfonds
- Sind nicht für die Kapitalmarktöffentlichkeit konzipiert, sondern sind für spezielle Anlegergruppen gedacht. Meist haben solche Fonds ein Anlagevolumen von mehreren Millionen, und nur einen einzigen Anleger. Also eher etwas für das betuchtere Klientel.
Weiters werden Fonds auch nach Anlagewerten unterschieden Investmentfonds zum Beispiel in:
- Aktienfonds
- Bei Aktienfonds wird wie der Name schon Aktien investiert. Die Anlageklasse Aktien wird hier nicht weiter erörtert, sonder auf den Bargain Academy Artikel Aktien verwiesen.
- Rentenfonds
- Rentenfonds investieren in festverzinsliche Wertpapiere wie z.B. Staatsanleihen, Unternehmensanleihen etc. Am meisten profitieren Rentenfonds in Zeiten sinkender Zinsen, da die Kurse der Anleihen stark steigen.
- Geldmarktfonds
- Geldmarktfonds investieren in Geldmarktmittel und liquide Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit, wie z.B. Termingelder (kur bis mittelfristige Geldanlagen bei denen die Laufzeit mindestens 1 Monat beträgt), und Anleihen mit einer Restlaufzeit von unter 12 Monaten.
- Gemischte Fonds
- Gemischte Fonds investieren in unterschiedlichste Anlagevehikel wie z.B. Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Derivate etc.
- Dachfonds
- Dachfonds investieren ihr gesammeltes Geld in Anteile von anderen Investmentfonds, wie z.B. Aktienfonds, oder gemischten Fonds, bzw. in andere schon oben angeführte Arten von Fonds. Mit Dachfonds erreiche ich eine sehr hohe Streuung meines eingesetzten Vermögens, da ich durch die Investition in andere Fonds, in unterschiedlichsten Wertpapieren diverser Anlageklassen investiert bin.
- Immobilienfonds
- Immobilienfonds bündeln wie alle anderen Fonds auch das Kapital von Anlegern, und investieren es in Immobilien. Diese Fonds können natürlich auch wieder offene Fonds oder geschlossene Fonds sein.
Kosten und Gebühren beim Fondskauf:
Kosten reduzieren die jährliche Rendite von Fonds, und können natürlich in unterschiedlichster Art und Höhe, von Fondsgesellschaften eingehoben werden. Da wäre einmal das so genannte Agio (Ausgabeaufschlag) zu nennen. Das Agio bezeichnet ein Aufgeld auf den Nennwert des Fonds, also jenem Wert mit dem der Fond aufgelegt wurde. Das Agio ist einmalig beim Kauf eines Fondanteils zu bezahlen. Wenn z.B. der Nennwert eines Fonds 100€ beträgt, und das Agio 5% beträgt zahle ich beim Kauf für einen Fonds mit 100€ Nominalwert, 105€. Es gibt auch Fonds die kein Agio verrechnen, die verrechnen dann oft eine Rücknahmegebühr.
Eine andere Gebühr ist die sog. Verwaltungsgebühr (Management Fee), welche oft im Bereich von 1%- 2% (des verwalteten Fondsvermögens) liegt. Andere Gebühren können, dann noch z.B. eine Erfolgsprämie, oder eine Verwahrungsgebühr sein. Der Fantasie sind hierbei fast keine Grenzen gesetzt, und es gibt unterschiedlichste Ausprägungen von Gebühren bei Investmentfonds.
Wer die Gebühren niedrig halten will, kann auch auf ETF’s (Exchange Traded Funds) zurückgreifen. Das sind börsengehandelte Investmentfonds, die meist passiv (d.h. ohne aktives Fondsmanagement) verwaltet werden. Das heißt sie bilden meistens einen Aktienindex, wie z.B. den ATX, oder den DAX ab. Aber es gibt auch ETF’s auf Branchen, Regionen oder Themen, wie z.B. Rohstoffe. Bei solchen Fonds fallen meist nur Verwaltungskosten im Bereich von ca. 0,2% an, was natürlich sehr günstig ist. Dafür muss man eben auf einen Fondmanager, der je nach Marktlage seinen Anteil an bestimmten Anlageklassen, oder Wertpapieren anpassen kann, verzichten.
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Wiener Börse Party #1162: Pfingstmontag bringt ATX und DAX grosse Aufschläge, AT&S kurz nach Rebalancing schon wieder Top-Gewicht
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