22.04.2015, 3118 Zeichen
An den globalen Börsen geht seit einigen Monaten die sprichwörtliche Post ab. Aus der anfänglichen Suche nach Dividendenschnäppchen wurden pauschale Kauforders. ETF’s hatten Dank der EZB-Schleusen wieder Hochsaison und jeder Mutige freute sich ob der Gewinne. Die Korrektur letzte Woche hatte ob ihrer Schärfe zwar das Potential dieses Momentum zu erschüttern, der Montag brachte aber die nahezu einer Gewissheit gleichende Zuversicht, dass dies nicht der Fall ist. Jetzt gilt es diese Erkenntnis zu festigen und europäisch danach zu handeln. Die Europäer glauben nämlich selbst noch nicht so daran und hetzen noch immer jedem ausländischen Ball nach der durch die Straße getrieben wird.
So sorgt die Erkenntnis einer langsamen Erholung der US Konjunktur im zweiten Halbjahr 2015 sofort für Umschichtungen aus europäischen Aktien in US-Stocks. US-Investoren hingegen nutzen lächelnd den Kursrückgang zum erneut billigen Einstieg in Europa. Auch stehen Chinas Reformen und Geldpolitik mehr im Fokus als die Börse vor der Haustüre. Fehlt noch Brasilien im Turn, dann ist bald keiner mehr am Heimatkontinent investiert. Technologischer Wandel wird auch dem Ausland viel eher geglaubt als heimischen Unternehmen. Die Überraschung, dass es doch möglich ist aus Europa heraus Markttrends anzuführen oder technologische Veränderungen einzuleiten, kommt somit sehr oft zu spät.
Menschlich ist das alles verständlich wenn man sich vor Augen führt mit welcher Masse an kaum erklärbaren politischen Unzulänglichkeiten wir uns in Europa seit Jahren auseinandersetzen müssen. Kaum ein Staat der nicht ein paar „Peinlichkeiten“ vorzuweisen hat. Kapitalmarktverständnis kaum vorhanden. Die ökonomische Lupe das Instrument unserer Tage. Die Unternehmen, angeführt von Banken und Versicherungen, haben daher inzwischen gelernt nicht zu laut aufzutreten, ihre Aktivitäten konzentrierter umzusetzen, eigenständigeres und eigenfinanziertes Agieren anzustreben und den Rest die Anderen machen zu lassen.
So ist es auch kein Wunder wenn man auf Konferenzen auf den ersten Blick kaum mehr Überraschungen bzw. „laute Töne“ vernimmt. Man orientiert sich mehr und mehr am Konsensus. Ist zufrieden wenn er erreicht wurde, nimmt Gewinn wenn er überschritten wurde. Das „Hold“ wird zur Maxime.
Dabei ist es gerade jetzt so spannend und ertragsversprechend wie selten sich mit den Unternehmen tiefergehend auseinanderzusetzen, die „Barriere der vorsichtigen Kommunikation“ zu erschüttern, den Kern zu attackieren, die Kraft des Geschäftsmodells im Hintergrund neu zu betrachten. Ganz schön erkenntnisreiche Gespräche ergeben sich daraus. Der Blick aufs Investment wird schärfer und selbstbewusster. Die Performance zahlt es einem zurück. Werte entstehen durch Bewertung und die Auseinandersetzung mit den Firmen ist nach wie vor der erste und wichtigste Schritt.
Klar, dass man auf dem heimischen Weg zur Performance noch den anderen Markt im „Hold-Status“ gegen sich hat. Der wird dann sicher vom ausländischen Investor durchbrochen werden. Und am Ende fragen sich viele wieso man das Alles nicht selbst erkannt hat. Vor der Haustüre. Wir wissen warum.
Börsepeople im Podcast S24/10: Erich Kocina
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