08.05.2015, 4235 Zeichen
Nachdem Google mit Werbung auf herkömmlichen Computern gute Geschäfte gemacht hat, scheint das Unternehmen auch auf Smartphones und Tablets mehr und mehr zum Maß der Dinge zu werden. Dies spiegelt sich in den Quartalszahlen wieder. Während Google 17,3 Mrd USD umsetzte, stieg der Gewinn des Technologiekonzerns um 4 Prozent auf 3,59 Mrd USD an.
Der größte Konkurrent von Google ist im Moment vor allem Facebook. Um seine Nutzer auf mobilen Geräten noch besser erreichen zu können, stellte Google in dieser Woche seinen Suchalgorithmus um. Internetseiten, die für Smartphones und Tablets optimiert sind, sollen bevorzugt werden. Während Google angibt, damit die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen, wird dem Branchenprimus von der EU-Kommission Missbrauch seiner Marktmacht vorgeworfen.
Doch nicht nur die klassische Online-Suche zählt zu den Tätigkeitsfeldern bei Google. Der Konzern produziert Tablets, offeriert mit Wallet ein Bezahlsystem, mit Android ein Betriebssystem und bietet seit der Akquisition von Nest Labs auch Thermostate an. Darüber hinaus forscht Google mit einem Partner am ersten fahrerlosen Auto und an Heißluftballons, die für einen Internetzugang an entlegenen Orten der Erde sorgen könnte. Da all diese Projekte sehr kapitalintensiv sind, muss das Werbegeschäft rundlaufen.
Ein weiteres Wachstumsfeld könnte für Google die Medienbranche sein. In den nächsten drei Jahren sollen 150 Mio EUR ausgegeben werden um Innovationen im digitalen Journalismus in Europa zu fördern. Dadurch sollen Risse in den Beziehungen zwischen Verlagshäusern und Google gekittet werden. Zahlreiche Verleger ringen mit Google, ob der Techkonzern ihnen Geld bezahlen muss wenn kleine Ausschnitte ihrer Artikel bei Google News erscheinen.
Nachdem Apple eine offene Simkarte vorgestellt hat, versucht jetzt auch Google in das Telekommunikationsgeschäft einzusteigen. Google offeriert einen Vertrag an, der einen nahtlosen Übergang von WLAN-geführten in aus dem Mobilfunknetz geführten Telefonaten gewährleistet. Darüber hinaus bietet Google 2 Mobilfunknetze, die besten Empfang garantieren dürften. Damit könnte Google in Zukunft den traditionellen Mobilfunkanbietern Konkurrenz machen.
Google Konkurrent Facebook ist gemessen an seinen Nutzerzahlen und seinem Börsenwert eines der größten Internetunternehmen der Welt. Im ersten Quartal schossen die Erlöse um 42 Prozent in die Höhe auf 3,54 Mrd USD, was größtenteils auf das Werbegeschäft zurückzuführen ist. Allerdings sank der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel auf 512 Mio USD. Dies lag vor allem an den hohen Investitionskosten; unter anderem wurde in zahlreiche neue Rechenzentren investiert. Insgesamt nutzen monatlich 1,44 Mrd Nutzer Facebook. Das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem die Nutzung Facebooks auf mobilen Endgeräten stieg auf 798 Millionen Mitglieder an.
Für den Internetkonzern sind vor allem Smartphones und Tablets für ihre Werbeeinnahmen von Bedeutung. Fast drei Viertel aller Werbeeinnahmen wurden auf mobilen Endgeräten erwirtschaftet. Deshalb hatte Facebook sein Werbeangebot immer stärker ausgeweitet, zuletzt vor allem mit Videos. Täglich werden 4 Mrd Videoclips auf Facebook angesehen und 45 Mrd Kurzmitteilungen verschickt.
Zu Facebook gehört nach seiner Akquisition im Jahr 2014 auch der US-Nachrichtendienst WhatsApp mit 800 Mio Nutzern. Der Kurznachrichtendienst könnte laut Branchenkennern auf Dauer die SMS ersetzen und damit eine Vorreiterrolle im Telekommunikationsmarkt einnehmen. Seit kurzem kann man über WhatsApp auch mit anderen Nutzern telefonieren. Damit könnten langfristig herkömmliche Telekommunikationsanbieter, wie die Telekom in ihrem Kerngeschäft angegriffen werden.
Obwohl Facebook von den Nutzerzahlen immer noch die Nummer eins ist, wird das Tochterunternehmen Instagram für den Konzern immer wichtiger. Vor allem die junge Zielgruppe gewinnt als Nutzerbasis der Zukunft mehr an Bedeutung und Werbewert.
Da der weitere Kursverlauf von Google und Facebook von einer Vielzahl konzernpolitischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.
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