14.06.2015, 3846 Zeichen
Der infantile Hickhack um Griechenland hört nicht auf. Immer härtere Drohungen und wirklich aller allerletzte Ultimaten sollen es jetzt richten, damit Griechenland den Euro und die Eurozone nicht in die Tiefe reißt. Dabei ist diese Angst unbegründet. Denn der Euro zeigt schon erste konstruktive Ansätze einer positiven Trendwende. Sieht das denn niemand?
Trotz der anhaltenden Unsicherheit um den Grexit und den Verbleib Griechenlands in der Eurozone, zeigt der Euro gegenüber dem US-Dollar relative Stärke und steigt die zweite Handelswoche in Folge. Der große Wurf ist hier charttechnisch zwar noch nicht gelungen. Aber allein die Tatsache, dass die letzten signifikanten Tiefs aus dem März nun schon fast drei Monate zurückliegen, sollte Euro-Basher zumindest aufhorchen lassen.
Nach dem Ausbruch aus dem Trendkanal Mitte April, ging es für den Euro bis zum 15. Mai rauf auf 1,1466 USD. Dort wurde, ausgehend vom April-Tief, nun ein erster 5-teiliger Aufwärtsimpuls beendet, der aktuell noch entsprechend im Rahmen einer ABC-Bewegung korrigiert wird. Aktuell läuft hier, nach der Welle A auf 1,0820 USD, die Teilwelle B, die dem Euro in der kommenden Woche wohl noch leichte Gewinne bis ca. 1,1466 ggf. auch bis 1,15 USD bescheren kann.
Höher wird es hier jedoch meiner Einschätzung zunächst nicht gehen. Denn für weitere Kursgewinne war zum einen die bisher gesehene Gegenbewegung zeitlich zu wenig und zum anderen ist der Bereich um die 1,15 USD charttechnisch sehr heikel, da hier ein horizontaler Widerstand sowie ein markanter Abwärtstrend verlaufen. Ich gehe nicht davon aus, dass der Euro jetzt schon die Kraft hat dieses Niveau nachhaltig zu überwinden.
EUR/USD – Die US-Dollar-Baisse beginnt! (10. Mai 2015)
Der Euro ist nicht tot, er riecht nur komisch! (24. März 2015)
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Der Euro “muss” also nochmals einbrechen, um mit der Welle C ein zweites Korrekturstandbein zu definieren, das im Idealfall auf dem Niveau der Welle A liegt. Dass dieser zweite Absacker in Zusammenhang mit Griechenland stehen könnte, steht außer Frage und sollte keine Überraschung sein. Wenn er dann tatsächlich kommt, werden wohl auch die Stimmen der Euro-Skeptiker und Kursziele Richtung Parität und tiefer wieder neu aufflammen.
Meiner Einschätzung nach, dürfte das dann aber genau der Zeitpunkt sein, an dem der Euro letztmalig halbwegs günstig zu haben sein wird. Denn wie schon am 24. März und 10 Mai geschrieben, ist die Crashbewegung seit Sommer 2014 bzw. seit 2008 beendet. Im großen Bild wird das Pendel jetzt wieder Zugunsten des Euros ausschlagen. Das langfristige Kursziel von ca. 1,72 USD kann ich vor diesem Hintergrund weiterhin so stehen lassen.
Ob in diesem Zusammenhang schon zum Jahreswechsel die 1,40 USD erreicht werden, sei einmal dahin gestellt. Das ist sehr ein ambitioniertes Ziel. Doch es gilt der Leitspruch: Was schnell gefallen ist kann genau so schnell wieder steigen! Es würde mich daher nicht wurden, wenn der Euro schon bald nach oben crashen wird und damit genau das Gegenteil von dem macht, was die allermeisten in diesem Wochen erwarten. Lassen Sie sich also nicht einlullen und denken Sie antizyklisch. Wenn Sie den Euro gerne handeln möchten, aber nicht auf jeden Pip achten wollen oder können, suche ich mit Ihnen zusammen gerne einen Einstieg!
Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier derzeit investiert.
Die bereitgestellten Informationen spiegeln lediglich die persönliche Meinung des Autors wider, stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zu Wertpapiergeschäften dar und können eine individuelle anleger- und anlagengerechte Beratung nicht ersetzen.
Viele Grüße,
Ihr Robert Schröder
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