25.06.2015, 3054 Zeichen
Da passt es ins Bild, dass das erste Halbjahr 2015 das stärkste für Übernahmen und Fusionen seit 2007, also seit der Finanzkrise, ist.
Die beiden europäischen Supermarktketten Ahold und Delhaize haben ihre Fusion bekanntgegeben, die gemeinsame Marktkapitalisierung liegt bei rund 26 Mrd. Euro. Die beiden Firmen haben ihre Hauptquartiere zwar in Europa, erwirtschaften aber rund 60 Prozent ihrer Umsätze in den USA, vor allem an der Ostküste. Mit mehr als 6500 Filialen, 350.000 Mitarbeitern und 50 Millionen Kunden entsteht in der Tat ein Handelsriese – und zwar zu beiden Seiten des Atlantiks.
Der Zusammenschluss kann auch als eine Antwort auf die tiefgreifenden Veränderungen gesehen werden, die den Einzelhandel derzeit erschüttern. Viele Kunden haben sich während der Rezession angewöhnt, beim Diskonter einzukaufen, und sind dabei geblieben. Am anderen Ende des Spektrums machen gehobene Bio-Ketten, wie Whole Foods, den traditionellen Supermärkten heftig Konkurrenz. Gleichzeitig verlagert sich immer mehr Umsatz ins Internet. Den zahlreichen Herausforderungen begegnen viele Einzelhändler durch Übernahmen. In Zeiten, in denen organisches Wachstum immer schwieriger wird, kann es strategisch klüger sein, Wachstum einzukaufen. Außerdem sind die Zinsen immer noch rekord-tief, auch das beflügelt die Fusionswelle. Da passt es nur ins Bild, dass das erste Halbjahr 2015 das stärkste für Übernahmen und Fusionen seit 2007, also seit der Finanzkrise, ist.
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