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Immobilienpreise in Wien: Wann platzt die Blase? (Gerald Hörhan)

Bild: © www.shutterstock.com, Stephansdom, Wien, Österreich, Kirche, http://www.shutterstock.com/de/pic-67515823/stock-photo-st...

Autor:
Gerald Hörhan

Gerald Hörhan ist ein österreichischer Investment Banker, Querdenker, Unternehmer und Publizist. Via Akademie richtet er sich an alle. Via Runplugged sind Proben seiner Bücher gratis zu hören. 

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Ich habe mir vor kurzem bei der Suche nach lohnenden Immobilienmärkten die Mietrenditen und Kaufpreise pro m2 für ganz Europa angesehen. Die Mietrenditen sind in den meisten entwickelten Märkten sehr gering, Herrn Draghis Gelddruckorgie mit negativen Zinsen sei Dank.

Was mir allerdings ebenfalls aufgefallen ist, dass WIEN DIE NIEDRIGSTEN MIETRENDITEN IN GANZ EUROPA HAT, also selbst niedriger als Boomstädte wie beispielsweise London. Ebenso gehören die Preise pro m2 für Wohnimmobilien in Europa zu den höchsten, am Level mit dem reichen Zürich, und deutlich höher als in Berlin, Stockholm oder Amsterdam.

Immobilienpreise werden ganz wesentlich durch die wirtschaftliche Entwicklung und durch politische Regulierung wie beispielsweise Mietgesetze oder Steuern beeinflusst. In beiden Bereichen schneidet Österreich nicht wirklich gut ab:

Die Wirtschaft in Österreich stagniert (im Gegensatz zu Deutschland und auch einigen osteuropäischen Nachbarländern), einerseits bedingt durch völligen politischen Stillstand und Reformunwillen gepaart mit einer nicht gerade wirtschaftsfreundlichen Politik, und andererseits bedingt durch die Russland / Ukraine Krise, an der Österreich als „Hub nach Osteuropa“ natürlich stärker leidet als andere EU Länder. Die österreichische Wirtschaftsentwicklung koppelt sich auch negativ von der EU ab, und die Arbeitslosigkeit nähert sich Rekordlevels; große Unternehmen wie einige Banken oder Handelsketten streichen massiv Jobs bzw. melden Insolvenz an, neue Jobs werden aufgrund der Arbeitsgesetze kaum geschaffen. Allerdings können nur gut verdienende Menschen teure Immobilien erwerben oder hohe Mieten zahlen; ein Heer an Arbeitslosen schafft das nicht. Ohne eine gute wirtschaftliche Entwicklung sinken mittelfristig sowohl Mietpreise als auch Kaufpreise für Immobilien.

Auch in Puncto politischer Regulierung von Immobilien schneidet Österreich nicht wirklich gut ab. Es gibt strenge Mietgesetze und Preisobergrenzen für Mieten, dazu wurden in den letzten Jahren einige steuerliche Vorteile von Immobilienbesitz abgeschafft bzw. reduziert. Im Hinblick auf die Stellungnahmen von diversen Politikern, und der derzeitigen politischen Entwicklung in Deutschland (Mietpreisbremse, Bestellerprinzip) ist hier nicht mit Besserung zu rechnen, eher mit einer Verschlechterung.

Was rechtfertigt dann noch die hohen Immobilienpreise? Der vermeintliche Glaube an die Sicherheit? Die hohe Lebensqualität von Wien? Vielleicht beides; allerdings ist es mit der Sicherheit und auch der Lebensqualität schnell vorbei, wenn die Wirtschaft nicht vom Fleck kommt.

Ohne eine drastische Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik bahnt sich in Österreich eine Immobilienblase an, da die österreichischen Preise, selbst im Vergleich zu anderen inflationären Märkten in Europa, zu hoch, und die Mietrenditen zu niedrig sind. Platzt diese Blase, ist Österreich in der Rezession, die Banken in noch größeren Problemen, und Österreich unter Umständen Kandidat für den Rettungsschirm.


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1. Stephansdom, Wien, Österreich, Kirche, http://www.shutterstock.com/de/pic-67515823/stock-photo-st-stephan-cathedral-vienna-austria-panoramic-image-composed-of-multiple-shots-very.html , (© www.shutterstock.com)   >> Öffnen auf photaq.com

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