23.03.2016, 3732 Zeichen
Die Anleihen der Emerging Markets haben in den letzten Jahren deutlich Federn lassen müssen, es gab teilweise heftige Kursrückgänge. Dies ist in großem Ausmaß auf die Handelsbilanzdefizite dieser Länder zurückzuführen, die die lokalen Währungen stark belastet haben. Überdies gerieten die Währungen auch durch die schwachen Rohstoffpreise unter Druck, da viele Schwellenländer zu den Rohstoff-Exporteuren zählen. Zusätzlichen Gegenwind bescherte den Schwellenländern die US Notenbank, die im Dezember 2015 die erste Zinsanhebung durchführte und damit Veranlagungen in Dollar attraktiver machte.
In den beiden letzten Monaten bewegten sich die Anleihen, aber auch die Aktien der Schwellenländer wieder nach oben. Ein großer Einflussfaktor ist mit Sicherheit die Erholung im Ölpreis. Ein Kursanstieg von 50% bei Rohöl verlieh vielen Emerging Markets - und deren Handelsbilanz - Aufwind. Aber nicht nur Rohöl verbessert sich, sondern auch viele andere Rohstoffe, wie z.b. Metalle. Brasilien konnte von dieser Entwicklung am meisten profitieren. So hat der brasilianische Real seit Mitte Jänner um 12% an Wert gegenüber dem Euro gewonnen, die 10-jährigen brasilianischen Renditen sind im selben Zeitraum von 16,7% auf 13,8% zurückgegangen.
Generell wird die zukünftige Entwicklung dieser Märkte stark von China sowie von den Rohstoffpreisen, allen voran vom Ölpreis, abhängen. Zum einen entwickelt sich China nach und nach von der einfachen Werkbank zu einem Land mit hohem Know-How, dadurch verlieren einige Nachbarländer Teile ihres Geschäfts (allen voran Taiwan oder Südkorea). Aus diesem Grund ist Südostasien im Zusammenhang mit Schwellenländeranleihen eher gemischt zu betrachten. Zum anderen bildet der Ölpreis weiter einen erheblichen Unsicherheitsfaktor, der kurzfristig noch zu größeren Schwankungen führen könnte. Langfristig sollte sich der Ölpreis aber stabilisieren und damit einen positiven Katalysator für die Schwellenmärkte bilden.
Wir bestätigen daher unser Engagement bei Schwellenländeranleihen. Auch wenn ein kurzfristiges Abwärtspotenzial bestehen bleibt, sind wir von der langfristigen Rentabilität des Investments überzeugt.
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Börsepeople im Podcast S23/05: Tatjana Aubram
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