15.03.2026, 4265 Zeichen
Die Sicherheit in deutschen Logistikzentren hängt an speziell geschulten Regalprüfern. Neue Vorschriften und höhere Belastungen machen ihre Expertise unverzichtbar.
Hintergrund ist die verschärfte Rechtslage. Maßgeblich ist die europäische Norm DIN EN 15635, die systematische Prüfungen von Stahlregalsystemen vorschreibt. In Deutschland wird diese Norm indirekt durch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) durchgesetzt. Sie stuft Regale als Arbeitsmittel ein, die regelmäßig überprüft werden müssen.
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Zusätzlich trat eine wichtige Änderung bei den Unfallverhütungsvorschriften in Kraft: Die alte DGUV Regel 108-007 wurde durch die aktuelle DGUV Information 208-061 ersetzt. Dieses überarbeitete Dokument bietet zwar mehr praktische Flexibilität für Unternehmen, stellt aber auch strengere technische Anforderungen. Es enthält präzisere Vorgaben zu Fluchtwegen, Kollisionsschutz und erlaubt bei bestimmten Regalen nun ein verändertes Höhen-zu-Tiefe-Verhältnis. Für Prüfer ist die Kenntnis dieser Neuregelung Pflicht.
Das Sicherheitskonzept basiert auf einem zweistufigen Inspektionssystem. Die erste Stufe bilden wöchentliche Sichtprüfungen durch intern geschultes Personal. Dabei werden von Bodenhöhe aus offensichtliche Schäden wie verbogene Träger oder fehlende Sicherungselemente erfasst.
Die zweite, entscheidende Stufe ist die jährliche Fachprüfung durch eine befähigte Person. Diese umfassende Bewertung muss im Abstand von maximal zwölf Monaten erfolgen. Der zertifizierte Regalprüfer begutachtet die Anlage während des laufenden Betriebs, vergleicht den Zustand mit den Herstellerangaben und bewertet Schäden. Das Ergebnis ist ein detaillierter Prüfbericht mit Risikokategorien und konkreten Handlungsempfehlungen.
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Die Qualifikation zum Regalprüfer erwirbt man durch die \"Ausbildung und Sachkunde für Regalprüfer im Lager\". Anbieter sind unter anderem DEKRA, TÜV SÜD oder regionale Industrie- und Handelskammern (IHK). Die Ausbildung dauert in der Regel zwei Tage mit etwa 15 Unterrichtseinheiten.
Die Teilnehmer vertiefen sich in die rechtlichen Grundlagen nach DIN EN 15635 und DGUV 208-061. Der Lehrplan umfasst die physikalischen Eigenschaften von Regalsystemen, die Mechanik der Lastverteilung und die 17 vorgeschriebenen Prüfpunkte. Der Fokus liegt auf der Praxis: Die angehenden Prüfer lernen, Schäden zu dokumentieren, Risiken einzuordnen und geeignete Maßnahmen vorzuschlagen. Voraussetzung ist meist eine technische Vorbildung oder Erfahrung in der Logistik. Nach bestandener Prüfung erhalten sie das Zertifikat als \"befähigte Person\".
Der gestiegene Bedarf an zertifizierten Prüfern spiegelt den Boom im Logistiksektor wider. Durch den E-Commerce arbeiten Lager schneller und dichter, was das Kollisionsrisiko erhöht. Analysten betonen: Proaktive Wartung senkt die Gesamtkosten. Eine früh reparierte Verformung ist weitaus günstiger als ein folgenschwerer Regaleinsturz.
Immer mehr Unternehmen lagern die Jahresprüfung an unabhängige Drittanbieter aus. Das gewährleistet Objektivität und schützt vor Haftungsrisiken. Zukünftig dürfte die Digitalisierung der Prüfprotokolle zum Standard werden. Sie ermöglicht ein Echtzeit-Monitoring des Regalzustands und eine schnellere Fehlerbehebung. Für Logistikunternehmen bleibt die Investition in qualifiziertes Sicherheitspersonal eine unverzichtbare Säule für einen rechtssicheren Betrieb.
Börsepeople im Podcast S24/01: Erwin Größ
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