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Brot und Spiele - das Wirtschaftssystem der Zukunft? (Martin Theyer)

Bild: © www.shutterstock.com, Baguette, Frankreich, food, Brot, http://www.shutterstock.com/de/pic-183908114/stock-photo-t...

Autor:
Martin Theyer

Ich konnte nach intensiven mehrjährigen Recherchen in den USA (Wharton), in der Schweiz (IMD) und in London (London Business School) und etlichen Arbeiten meiner Studenten zu diesem Thema das Konzept des Tsunami-Modells und die sich daraus ergebenden Schlüsse auf die heutige Finanzkrise entwickeln. 

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24.06.2016, 2307 Zeichen
Letzte Woche war ich am IMD in Laussane und hatte die Möglichkeit mich Stephane Garelli, Professor & Founder des IMD World Competitive Centers und Ralf Boscheck, Lundin Family Professor of Economics and Business Policy, mich auszutauschen. Natürlich stand die BrExit Frage und deren Auswirkung auf Wirtschaft und Politik im Mittelpunkt der Gespräche. Meine Aufmerksamkeit wurde aber jedoch auf etwas ganz anders gelenkt, dessen Auswirkung und Implikationen mir erst nach den Gesprächen im vollen Umfang bewusst wurden.

Auf meine Frage, ob sich Stepahne Garelli eine Wirtschaft ohne Wachstum vorstellen kann, meinte dieser, dass eine gänzliche neue Herausforderung auf uns alle zukommen wird. In Zukunft werden Milliarden Jobs durch die Digitalisierung und Robotik wegfallen. Weder die Politiker noch die Wirtschaft hätten eine Antwort geschweige denn eine Lösung für diese Entwicklung parat. Es wird jedoch unser Verständnis von Wachstum und Arbeitskraft grundlegend verändern.

Ralf Boscheck ging  auf die gleiche Frage spezifischer ein. Eine Null-Wachstumswirtschaft wird kommen, ob wir das wollen oder nicht. Mit eine solcher Wirtschaft wird die Umverteilungsfrage nochmals neugestellt werden müssen. Unsere Ansätze der Besteuerung der Arbeitskraft wird so nicht mehr funktionieren. Wenn jedoch die Arbeitszeiten sich drastisch verkürzen und wesentlich weniger produktive Menschen immer grösser Steuerlasten auf sich nehmen, wird es zu großen Spannungen innerhalb der Gesellschaft kommen und das System zusammenbrechen.

Auf meiner  Rückreise dachte ich über diese Ausssagen und deren Auswirkungen nach. Im alten Rom gab es genau eine solche Wirtschaft. Was für uns die Roboter waren für die Römer die Sklaven,. Diese verrichteten die täglichen Arbeiten. Ab Mittag begab man sich ins Bad und dann in das Closseum. Der Staat sorgte für eine tägliche Mahlzeit (Brot) und Unterhaltung (Spiele). Das Wachstum und der Reichtum kamen aber vor allem von dem militärischen Unternehmungen und Eroberungszügen, die auch für Beschäftigung und Karriere Möglichkeiten sorgten.

Ich meine es zahlt sich aus, sich intensiv mit der Frage, ob ein Wirtschaftssystem ohne Wachstum vorstellbar sei und wenn ja, wie dieses genau  ausschauen könnte, zu beschäftigen. Wie hat Robert Jungk so treffend formuliert: Die Zukunft hat schon begonnen!


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1. Baguette, Frankreich, food, Brot, http://www.shutterstock.com/de/pic-183908114/stock-photo-two-baguettes.html , (© www.shutterstock.com)   >> Öffnen auf photaq.com

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