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Warum eine höhere Riester-Rente das Altersproblem nicht löst (Christoph Scherbaum)

Autor:
Christoph Scherbaum

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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Vergangenen Freitag war es endlich soweit: Mit dem Bundesrat haben nun alle notwendigen Gremien der deutschen Politik für die Erhöhung der Riester-Grundzulage gestimmt. Doch auch diese Maßnahme wird das Problem mit niedrigen Renten im Alter nicht lösen. Dazu wäre ein großer Wurf von Nöten…

Staatliche Rente. Man kann über die gesetzliche Rente sagen was man will, so lange es die Bundesrepublik gibt, wird es auch in irgendeiner Form Rentenzahlungen der Deutschen Rentenversicherung geben. Insofern ist der Blüm’sche Satz „Die Rente ist sicher“ durchaus korrekt.

Fraglich ist nur die Höhe. Den Begriff Versicherung sollte man dabei nicht benutzen, denn als solche taugt das Instrument wahrlich nicht. Die monatlichen Einzahlungen in das System gleichen eher Wetten auf einen in der Höhe unbekannten Scheck, dessen Höhe auch erst in der Zukunft bekannt gegeben wird. Dieses Manko wollte die Bundesregierung durch die Einführung der Riester-Rente ausgleichen. Die Idee einer kapitalmarkt-orientierten Altersvorsorge war so schlecht nicht. Aber die Umsetzung war eher dürftig.

Riester-Rente. Grundsätzlich ist der Gedanke Eigeninitiatve mit staatlicher Förderung zu belohnen, ein guter. Aber leider ist der Gesetzgeber dabei auch auf die Bedürfnisse der Versicherungswirtschaft eingegangen, so dass aus dem Riester ein in vielen Fällen undurchsichtiges Produkt wurde, dessen Rendite überschaubar ist. Schuld sind die hohen Kosten für Abschluss und Verwaltung, die zu Lasten der der Rendite gehen. Das wird sich durch die Erhöhung der Grundzulage von bisher 154 auf 175 Euro ab 2018 nicht ändern.

Wie geht Riestern? Zertifizierte Riester-Produkte gibt es unzählige. Wer in eines davon mindestens vier Prozent seines jährlichen Bruttoeinkommens anlegt, erhält die jährliche Grundzulage. Zusätzlich gibt es Kinderzulagen von jährlich bis zu 300 Euro pro Kind. Parallel zu den direkten staatlichen Zuzahlungen können die Beiträge zu Riester-Produkten von der Steuer abgesetzt werden. Vor allem letztere Fakt, wird vielfach als Argument gebracht. Aber Investments aus Steuergründen haben noch nie funktioniert.

Aktien-Rente. Wir wollen die Riester-Rente nicht in Schimpf und Schande reden, in Sparplan-Form (DWS Riester etwa) werden durchaus interessante Investments geboten. Aber in Summe ist Riester für uns keine Alternative zum langfristigen Vorsorgeaufbau durch Aktien. Dessen Renditen können sich nachweislich sehen lassen (man werfe einfach mal einen Blick auf das Renditedreieck im DAX).

Entscheidend für den Erfolg einer Altersvorsorge ist nämlich die Ansparphase. Sprich ein späterer Rentner muss während seiner aktiven Arbeitszeit so viel Vermögen wie möglich anhäufen. Das geht dank Zinseszinseffekt auch mit kleinen Beiträgen über den Zeitraum von 25 oder 30 Jahren sehr gut. Hat man zu Rentenbeginn ein entsprechendes Aktienportfolio beisammen, kann man sich dann Gedanken um die Auszahlungsmodalitäten machen. Das sind dann aber Probleme, die man dann löst. Das geht dann auch gerne mit einer Versicherung (Stichwort: Langlebigkeitsrisiko) oder man managt es weiterhin selbst.

Wie man sieht, ist Altersvorsorge kein einfaches Unterfangen. Aber ganz auf den Staat sollte man sich nicht verlassen. Wer eigenverantwortlich auf Aktien setzt hat das Heft des Handels in der Hand und ist sich nur selbst Rechenschaft schuldig. Und ganz ehrlich: Das eigene Depot zu managen macht mehr Spaß als einmal im Jahr die Riester-Unterlagen zu kontrollieren.

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